Posts Tagged ‘zerlegen’

Die neue IFFA

Montag, Februar 18th, 2019

Ein neues Gewand der IFFA 2019 verspricht erfolgreiches Messeerlebnis

15.02.2019 Die IFFA 2019 zeigt sich im neuen Gewand: die Messe Frankfurt hat  erhebliche Investitionen in Gelände und Infrastruktur getätigt, die einem erfolgreichen Messeerlebnis zugutekommen. Aussteller wie Besucher können sich auf eine neue Halle, bessere Orientierung, kurze Wege und modernsten Servicestandard freuen.

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, der IFFA-Termin rückt näher, und die Messe Frankfurt versteht es geschickt, schon im zeitlichen Vorfeld Ihr Interesse an einem Besuch der internationalen Leitmesse der Fleischwirtschaft durch Sonder-Informationen zu schüren. (mehr …)

Fleischermeister Marco Haag im Online-Blog-Interview – Teil eins

Freitag, November 26th, 2010

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

wie der mir persönlich bekannte Fleischermeister Marco Haag, Inhaber der Fleischerei Haag in 54292 Trier-Ruwer und 54338 Schweich unlängst mitteilte, erlebt man im Jahre 2010 bei Wild einen ausgesprochenen Boom. Da ich Marco Haag als einen Unternehmer kennen gelernt habe, der sich nicht mit seinen Erfolgen als solchen zufrieden gibt, sondern stets nach Gründen des Erfolges sucht, habe ich ihm ein Online-Blog-Interview vorgeschlagen, um im Gespräch die Erfolgsursachen herauszuarbeiten und die gegebene Entwicklung auf Nachhaltigkeit abzuschätzen. Wie ich nicht anders erwartet hatte, ging Marco Haag bereitwillig auf meinen Vorschlag ein.

Um es vorwegzunehmen: Es wurde ein Online-Blog-Interview, das erkennen lässt, wie man durch persönlichen Kontakt zum Kunden, durch die Bereitschaft, Neues auszuprobieren und durch das Erkennen und Nutzen einer besonderen Gelegenheit den Grundstein legen kann, um nicht nur sein Angebots- und Dienstleistungsprogramm zu erweitern, sondern auch seine Reichweite durch kundenwunsch-gerechte Aufnahme neuer Fleischsorten deutlich zu erhöhen und sein Profil zu schärfen.

Blog-Moderator Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Guten Tag Herr Haag, ich falle einfach mal sogleich mit der Tür ins Haus und stelle hier

die 1. Frage:

Seit wann haben Sie Wild im Angebot?

Antwort Marco Haag:

Wir hatten die ersten Anfragen nach Wild unmittelbar von Kunden. Denn es kamen in den letzten Jahren immer mal Jäger der Region auf uns zu und fragten, ob wir bereit wären, auch Wild zu zerlegen und zu verwursten. Obschon wir die betreffenden Wild-Produkte nicht in unseren Ladengeschäften in Trier-Ruwer und Schweich vorhielten, sprach sich die Qualität unserer Arbeit offensichtlich schnell herum, denn im Laufe der Zeit konnten wir unsere Reichweite bei Jägern der Region kontinuierlich erhöhen.

Blog-Moderator

Wie Sie sagen, bescherte Ihnen die Mund-zu-Mund-Propaganda sogar Kunden (Jäger) mit weiter Anreise aus Luxemburg und Mönchen-Gladbach.

2. Frage

Hätten die Jäger denn seinerzeit nicht ihrerseits das Wild zerlegen können?

Antwort Marco Haag

Grundsätzlich hätten sie seinerzeit dazu durchaus die Möglichkeit gehabt. Offenbar suchten viele unter ihnen aber nach einer zuverlässigen Alternative oder scheuten schlicht die notwendigen Investitionen.

Blog-Moderator

Das heißt, Sie haben mit Ihrer Fleischerei anfänglich ausschließlich für den Jäger und dessen Eigenbedarf gefertigt und zunächst selbst keine Wild-Produkte in Ihren Ladengeschäften vorgehalten. Inzwischen haben Sie Ihre Wild-Zielgruppe aber wesentlich erweitert.

3. Frage:

Wann fiel die Entscheidung, sich für Wild stärker zu interessieren oder zu engagieren?

Antwort Marco Haag

Natürlich blieb unser Engagement für Wild auch bei unserer Stammkundschaft nicht unbemerkt. Denn es erregt schon Aufmerksamkeit, wenn ein kompletter Hirsch bei uns angeliefert wird. Irgendwann erreichten uns die ersten Anfragen unserer Stammkunden nach Wild-Produkten. Zwar diskutierten wir intern fortan immer mal, ob wir unser traditionelles Sortiment aufstocken sollten; – die Entscheidung jedoch, Wild tatsächlich aufzunehmen fiel erst, als ab 01. 01. 2010 die Zerlegung von Wild gesetzlich an Auflagen gebunden wurde. Denn fortan durften nur noch solche Betriebe Wild zerlegen und verarbeiten, die eine EU-Registraturnummer hatten und auch rechtzeitig den entsprechenden Antrag auf Wild-Zerlegung und –Verarbeitung gestellt hatten. Zusätzlich wurden eigene Räume für Wild und zeitversetztes Produzieren zu unseren Standard-Artikeln zur Auflage gemacht.

Wir beschlossen, die sich bietende Gelegenheit und Profilierungschance zu nutzen, und nahmen alle erforderlichen Investitionen vor, um die notwendige EU-Registratur-Nummer zu erhalten und zudem eine solide Grundlage für Qualität und Zuverlässigkeit zu schaffen. Zu diesen nicht unbeträchtlichen Investitionen in den Wildbereich gehörten u. a.

ein Gefrierschrank

ein Klimahaus

ein Hochdruck-Sterilisationsgerät und

eine Klimakammer als Nachreiferaum für Wurst

Da die meisten Jäger entsprechende Investitionen scheuten oder ihnen teilweise schlicht der Platz dafür fehlte, erhöhte sich bei uns die Nachfrage nach Zerlege- und Verarbeitungsarbeiten aus diesem Kundenkreis. Wir hatten fortan das Gefühl, hier ein ausbaufähiges Geschäftsfeld vor uns zu haben.

Durch Betriebsbegehungen für unsere Ladengeschäfts-Kunden machten wir unsere Spezialisierung dann zunächst auch im Stammkundenkreis bekannt. Hierbei sorgen der gut einsehbare Gefrierschrank, die Naturreife-Anlage und das jeweils näher erläuterte Naturreife-Verfahren für einen unschätzbaren Vertrauensvorschuss.

Inzwischen gibt es die ersten Kunden, die zwar wegen der Keulen von Reh und Hirsch zu uns kommen, aber dann auch anderes Fleisch bei uns kaufen – und somit für einen beträchtlichen Umsatzschub sorgen.

Blog-Moderator:

Durch Ihren unmittelbaren Kontakt zur regionalen Jägerschaft liegt die Vermutung nahe, Wild-Verkauf sei auch bei Ihnen ein Saison-Geschäft.

4. Frage

Wie ist es Ihnen gelungen, die Wild-Saison für Ihre Ladengeschäfts-Kundschaft zu verlängern?

Antwort Marco Haag:

Wir sind schon seit vielen Jahren eine Metzgerei, die insbesondere auch den Convenience-Sektor pflegt. Im SB-Bereich erhält der Kunde bei uns von jeher

Fertiggerichte in Dosen

und

Wurst in Gläsern

Bei den Voll-Konserven profitiert der Kunde zudem von einer Haltbarkeit von bis zu einem Jahr (bei Lagerung bis zu 25 Grad C). Die dort portionierten, relativ kleinen Mengen werden gern von älteren Kunden und/oder Einpersonen-Haushalten bevorzugt.

Da es auch bei Wild Kunden gibt, die keine ganzen Keulen einkaufen wollen, zudem auf Convenience nicht verzichten möchten, lag es für uns nahe, unsere entsprechenden Erfahrungen zielgruppenbewusst für die Herstellung von

Wild-Fertiggerichten in Dosen

und

Wild-Salamis

einzusetzen.

Die Präsentation in Dosen ermöglicht uns, auch Wild nahezu ganzjährig und saisonunabhängig in unseren Ladengeschäften vorzuhalten. Eine jüngst installierte Sonder-Ausleuchtung unseres SB-Bereichs erhöht zudem die Attraktivität und Wertigkeit auch dieser Convenience-Produkte.

Blog-Moderator

Herr Haag, ich glaube, hier ist eine gute Gelegenheit, eine Cäsur zu setzen. Ich sehe dem zweiten Teil des Online-Blog-Interviews mit Interesse entgegen.

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Link zu Teil zwei des Online-Blog-Interviews

Zurück zur Startseite