Posts Tagged ‘Trial and Error’

Der lange August 2020

Donnerstag, August 20th, 2020

Sehr geehrter Herr Fleischer-/Metzgermeister,

auch Sie haben im Laufe der Jahre bewusst oder unbewusst Ihr GRUND-Sortiment über „Trial and Error“ den Wünschen und Erwartungen Ihrer Stammkunden und Intensiv-Verwender angepasst; – ist es doch diese prozentual relativ kleine Zielgruppe, mit der Sie gemäß der Ihnen bekannten Pareto-Gesetzmäßigkeit durchschnittlich bis zu 80 Prozent Ihres Umsatzes machen. Doch die Wünsche und Erwartungen dieser Haupt-Zielgruppe sind Schwankungen oder Änderungen unterworfen die stets dann signifikant werden, wenn ein Saison- oder Jahreszeitenwechsel bevorsteht. So werden auch Sie, Ihre Familie und Ihr Team längst die Planungsphase abgeschlossen haben, wie Sie denn in den Herbstmonaten September, Oktober und November das Sortiment und die Optik Ihres Fachgeschäftes  zu gestalten gedenken.

Während Ihr Grundsortiment Jahreszeiten übergreifend nach Inhalt und Umfang weitestgehend stabil bleibt, legt ein Jahreszeiten-Wechsel eine vorübergehende Aufstockung des Sortiments nahe; – könnten Sie doch bereits ab September Ihr Angebot erweitern, indem Sie Ihre Gerichte aus Ihrer „Heißen Theke“ durch Gemüse der Saison individualisieren, das in diesem Monat reif wird. Und immer dann, wenn  sich ein ganzes Halbjahr wie derzeit das Sommerhalbjahr gen Ende neigt, ist die Erwartungshaltung des Endverbrauchers besonders groß, mit welchen neuen Kreationen Sie ihn im Winterhalbjahr  als Fleischer-/Metzgermeister denn zu überraschen beabsichtigen.  Und mancherorts erregt die Aussicht auf ein traditionelles Schlachtfest schon heute die Gemüter.

Darüber  hinaus ist in diesem August 2020 offensichtlich so manches anders. Wetterkapriolen inkl. vielerorts ausgedehnter Trockenheit beeinflussen die Einbringung der Ernte. Zudem  drückt die Corona-Pandemie auf die Stimmung und dämpft  die Konsumlust. Der Endverbraucher ist verunsichert. Der Monat August zieht sich in diesem Jahr – gefühlt – deutlich in die Länge. Jetzt ist Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität gefordert, durch zeitlich begrenzte und folglich die Angebots-Wertigkeit steigernde August-Aktionen  den Endverbraucher zu einem (Extra)-Besuch zu motivieren.

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Moderator vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
Zurück zur Startseite

P. S. Auch jener Beitrag könnte Sie interessieren:

Stammkunden und Intensiv-Verwender

Betriebliche Pufferzonen und der Mut zum Verzicht

Freitag, Februar 21st, 2020

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

als verantwortungsbewusster Inhaber Ihres Fleischer-Fachgeschäfts haben Sie den täglichen  Betriebsablauf unter Kontrolle. Eventuelle Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen von der Norm bei Mensch oder Maschine werden von Ihrem geübten Auge kurzfristig wahrgenommen und veranlassen Sie zu intervenieren. Sie kennen die kulinarischen Vorlieben nicht nur Ihrer Stammkunden und Intensiv-Verwender. Sie erweitern gelegentlich nicht nur saison-bedingt Ihr Grundsortiment, um durch das Wecken neuer (Kunden)-Wünsche auch den auf Abwechslung bedachten Performer  unter Ihren Kunden/Innen an Ihren Betrieb zu binden. Und hier kommen Ihnen Ihre meisterliche Erfahrung und Ihre große fleischerhandwerkliche Kreativität zugute. Das Ihnen via Bedientheke täglich gelieferte Feed Back Ihrer Kunden/Innen bringt Ihnen ein Gespür dafür, in welche Richtung und in welchem Umfang Sie Ihr (Grund)-Sortiment anpassen sollten. Und hierbei gilt es, sorgfältig auszuwählen, innovativ zu sein. So werden Sie sich -frei nach Steve Jobs- „von hunderten von Ideen verabschieden“, die einer möglichen Umsetzung harrten.  Das erfordert natürlich Mut, nämlich Mut zum Verzicht.

In Ihrer täglichen Produktion verzichten Sie auf Prozess-Optimierung; –  statt dessen bauen Sie kleine zeitliche Puffer ein, um bei Störungen kumulativ-negative Folge-Effekte zu vermeiden. Eventuelle als sinnvoll oder gar notwendig erkannte Änderungen nehmen Sie in vorsichtigen, kleinen Schritten vor, die sich im Falle einer Fehleinschätzung kostengünstig korrigieren lassen. So haben Sie im Laufe vieler Jahre oder gar Jahrzehnte ein solides Wissen darüber erworben, was geht oder funktioniert und worauf sie besser verzichten sollten. Zudem wissen Sie längst: Fehlschläge sind  nicht nur informativer als Erfolge; sie wirken auch nachhaltig. Und: Wie stellen Sie sich Ihr künftiges Umfeld vor? Auf die Nutzung welcher Dienstleistung wird der Verbraucher verzichten? Wen oder Was wird es nicht mehr geben?

Eine solide Infrastruktur Ihrer Stadt oder Ihres Stadtteils hat Einfluss auf die Wahrnehmung durch den Endverbraucher und dessen Besuchs-Frequenz. Je mehr unterschiedliche,  mittelständisch geprägte Geschäftszweige mit gleicher oder ähnlicher Endziel-Gruppe die Umgebung prägen, umso stabiler ist ihr Umfeld.  Ein gelegentlicher, Branchen übergreifender (Unternehmer)-Erfahrungsaustausch könnte sinnvolle Marketing-Cooperationen generieren und zur Kundenbindung beitragen.

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Moderator vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer-/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
Zurück zur Startseite