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Infrastruktur: Gastronomie in der Fußgängerzone

Donnerstag, Juli 24th, 2008

Sehr geehrter Herr Metzger/Fleischermeister,
immer dann, wenn ich Metzger/Fleischermeister in anderen Städten aufsuche, nutze ich die Gelegenheit, die jeweilige innerstädtische Einzelhandels-Struktur zu beurteilen. Besonders aufschlussreich ist es dabei für mich immer dann, wenn ich aufgrund früherer Besuche die Möglichkeit habe, die strukturelle Entwicklung in der Fußgängerzone zu verfolgen.

Auffällig ist für mich dabei zumeist, wie sich die Außen-Gastronomie kontinuierlich vergrößert. So gibt es Städte, in deren Fußgängerzone Tische und Stühle von Cafés, Eisdielen und Coffee-Shops von Jahr zu Jahr immer ein wenig weiter in die Laufzone der Fußgänger geschoben werden. Auch wird so manch ein innerstädtischer Marktplatz in ähnlicher Weise von Gastronomie-Betrieben „erobert“. Die Folge: Für Fußgänger bleiben nur noch schmale Gehwege. So gibt es in Leipzig bereits eine Straße, die durchlaufend von einer zur anderen Straßenseite mit (Gastronomie-)Tischen und –Stühlen „bestückt“ ist. Von den Fußgängern ist höchste Konzentration gefordert, wenn sie diese Gastrozone von Anfang bis Ende durchlaufen. – So manch ein Flaneur mag das nun genießen, da das Ganze auch ohne jede Frage einen gewissen Charme hat.

Ich jedoch versetze mich gern in die Situation eines in einer derartigen Infrastruktur niedergelassenen Einzelhandelsgeschäfts oder insbesondere eines dort ansässigen Fleisch-Fachgeschäfts. Und überlege, wie dem betreffenden Betriebsinhaber wohl zumute sein würde, wenn er früher oder später eine der folgenden Konstellationen vorfände, die ich jüngst in NRW und Hessen beobachten konnte:

Da gibt es zum Beispiel in einer Fußgängerzone ein Geschäft für DOB, das bei einer Schaufensterlänge von etwa sechs laufenden Metern genau zwischen zwei Eisdielen angesiedelt ist. So weit, so schön; – schließlich bringen die Eisdielen vielleicht sogar diesen oder jenen zusätzlichen Kunden. Jedoch: Die Eisdielen ziehen ihre Tische und Stühle bis zu vier Meter tief in die Fußgängerzone und drängen dadurch die Passanten eben diese vier Meter auch von den Schaufenstern des dazwischen liegenden DOB-Geschäfts weg, da der Mensch nun mal gern geradeaus geht.

Extremfall: Ein Café hat seine Außenbestuhlung bei vier Metern Tiefe nicht nur vor seinem eigenen Geschäft platziert sondern – unter Beibehaltung der Tiefe – auch in voller Länge vor den Schaufenstern eines daneben liegenden Einzelhändlers. Will man diesen Einzelhändler aufsuchen, muss man von der Laufzone kommend durch die Tisch- und Stuhlreihen des Cafés gehen. Ich halte das für eine recht ungewöhnliche Situation.

Fragen:

Haben Sie schon mal über eine entsprechende Ausdehnung Ihres Verzehrbereichs nachgedacht?

Oder gibt es aus Ihrer Sicht Sinn, dieses Feld Eisdielen, Coffeeshops und Cafés zu überlassen?

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischerblog-Moderator)

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