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Das 31. Handelsforum 2019 in der Stadthalle Bielefeld

Montag, April 15th, 2019

„Suchen, Finden, Sichtbar sein – Einzelhandel zukunftsfit gestalten“ – Teil zwei

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

hier folgt der zweite Teil zum Thema „Das 31. Handelsforum 2019 in der Stadthalle Bielefeld“. Es wird empfohlen, zum besseren Verständnis zunächst den ersten Teil zu lesen. Klicken Sie bitte hierzu den Link „Das 31. Handelsforum 2019 in der Stadthalle Bielefeld – Teil eins“.

 

„Handelsforum 2019 – Thomas Kunz mit den Referenten Martin Gaedt und Christian Baudis“   © Foto 2019: Fotograf Martin Seidel / Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V.

 

 

Jetzt stellt die Moderatorin Tina Kraus den nächsten Referenten vor:

Christian Baudis, Geschäftsführer von My Digital, Futurist und ehemaliger Google-Deutschlandchef widmet sich dem Thema

„Der Handel und der digitale Wandel“

Web-Präsenz, so der Referent, sei heutzutage eine Grundvoraussetzung, um sichtbar zu sein. Neben einer eigenen Website solle der Einzelhändler auch Präsenz in den Sozialen Medien zeigen und Apps nutzen, um Antwort auf die Frage zu bekommen: „Wo sind meine Kunden und wie erreiche ich sie?“.

Unter dem Stichwort „Mobile First“ sensibilisiert Christian Baudis sodann das Auditorium, indem er die wachsende Bedeutung des Smartphones hervorhebt, um auch als Einzelhändler Aufmerksamkeit zu generieren, ansprechbar zu sein, Kunden zu finden. Denn heutzutage würden bereits ca. 80 Prozent des für den Einzelhandel relevanten Traffics online generiert. Und er empfiehlt:

Holen Sie den Kunden ab, und zwar digital!

Seien Sie auf allen Online-Plattformen sichtbar!

Erkennen Sie die Bedeutung von Online-Bewertungen!

Trimmen Sie Ihre Website auf Hochgeschwindigkeit (Seiten-Aufbauzeit!) und auf perfektes SEO (Suchmaschinen-Optimierung), SEA (Search Engine Advertising) und SEM (Search Engine Marketing)!

 

Sodann, nach einem Streifzug durch Megatrends (Robotik und selbstfahrende Autos, Big Data und Künstliche Intelligenz, Sensorik und Digitale Gesundheit) erläutert er beispielhaft die Vorteile digitaler Anwendungen in den Bereichen a) Landwirtschaft, b) Sportschuhe und c) Gesundheit wie folgt:

a) Landwirtschaft

Heutzutage könne der moderne Weinbauer für seine Rebfläche regeln:

Wasserhaushalt

Düngehaushalt

Käferbefall

Ein Winzer könne erkennen, welcher Rebstock gegebenenfalls Hilfe braucht. Auch könne so eine Überdüngung des Bodens verhindert werden.

b) Sportschuhe

Ein Sportschuhhersteller wie Nike werde heutzutage vom Sportschuhhersteller zum Gesundheitsberater (für gesunde Füße, für eine gesunde Wirbelsäule). Sensoren unter den Schuhen ermöglichten entscheidende Interaktionen zwischen Läufern und Sportmedizinern.

c) Gesundheit

Minisensoren („so klein, die sieht man gar nicht.“) am Patienten gäben dem behandelnden Arzt Behandlungsempfehlungen. So werde die Diagnosefindung erleichtert und beschleunigt. Ferner: So habe IBM eine APP entwickelt, auf der man als Rat Suchender seine persönlichen Daten einspielen könne und kurzfristig eine Diagnose bekomme, obschon man überhaupt keinen Arzt persönlich besucht. Das sei gut für Leute, die nicht mehr mobil sind.

  • – – – – – –

Soweit wesentliche Auszüge aus dem Referat des Christian Baudis, so wie ich ihn verstanden habe.

 

Anschließend haben die Praktiker das Wort. Die verantwortlichen Unternehmensleiter Christian Bökenkamp, Spielwarenhändler in Bielefeld, Christoph Berger, Geschäftsführer Modehaus Ebbert in Warendorf und Magnus Versen, Geschäftsführer Kaufring München betonen, wie wichtig es ist, Online und offline miteinander zu verbinden.

Zwar könne jeder Kunde, so Bökenkamp, auf seiner Website recherchieren und online bei ihm bestellen, käme aber trotzdem zunächst zur Beratung ins Geschäft. Offensichtlich sei haptische Erfahrung für den Kunden wichtig. Er sieht die Zukunft in der Kombination bzw. optimalen Abstimmung von stationär und digital. Schon jetzt könne der Kunde digital bestellen und die Ware liefern lassen oder im Ladengeschäft abholen; auch im Ladengeschäft per Smartphone zu bezahlen sei möglich.

Christoph Berger vom Modehaus Ebbert in Warendorf sieht im Shopping eine hervorragende Freizeitbeschäftigung des Verbrauchers. Er kennzeichnet seine Strategie zur Kunden-Acquirierung und Kunden-Bindung wie folgt:

1) Events im Unternehmen stellen eine regionale Verbundenheit des Modehauses her

2) Und sie dienen der Markenbildung.

3) Es gilt, „stark vor Ort“ zu sein, um eine lokale Anbindung zu schaffen.

4) Alle Events im Hause Ebbert sollen auch für den Ort Warendorf Begeisterung schaffen.

5) Gewinnspiele unter Anwesenheit regionaler Prominenz sorgen für Aufmerksamkeit

5) Eine Galerie im Modehaus ist für Wechselaustellungen von Kunst reserviert.

6) Man sponsort das Heimatfest „Mariä Himmelfahrt“.

7) Warm-Up-Partys erzielen virale Effekte, da die Teilnehmer ihre Eindrücke über Selfies und mündlich verbreiten.

8) Freies W-Lan im Hause begeistert nicht nur die jüngere Kundschaft.

9) Highlights wie die jüngste Präsenz vom Chinesischen National-Circus sorgen für Gesprächsstoff.

 

Magnus Versen, Geschäftsführer Kaufring München, leitet die Kaufring-Häuser in München.

Mit einem Standort in Haidhausen (Zentrale) und einem weiteren in Fürstenried bieten die Filialen eine Mischung aus „kompetenten Modeabteilungen sowie tiefe systematisierte Sortimente in den Bereichen Living, Elektro, Schreib- und Spielwaren sowie Reisegepäck und Schmuck“. Magnus Versen treibt die Beantwortung der Frage um, wie Kaufring München angesichts großer Konkurrenz durch Karstadt und Kaufhof seine Kunden erreicht. Hierzu gälte es, so der Referent, Zielgruppen zu befragen, um erst einmal zu erkennen, „wer überhaupt mein Kunde ist und was der Kunde will“. Sodann sei die Frage zu beantworten, „Wie erreiche ich meine Kunden und über welche Kanäle sind meine Kunden unterwegs?“ Hierzu interagiere man mit den Kunden crossmedial:

1) In Print generiere man über Prospekte Aufmerksamkeit

2) In den Sozialen Medien favorisiere man Instagram mit hauseigener Instagrampost.

3) Sport-Sponsoring, flankiert durch Newsletter und Social Media-Infos werde auf Teil-Zielgruppen ausgerichtet. Man differenziere hierzu u. a. nach Altersgruppen und Familienstand.

4) Bei der Teil-Zielgruppe „Familie“ fokussiere man stark auf Kinder. Bei den gelegentlichen „Kindertagen“ rege man die Kinder zum Malen an, indem man „Geschenke gegen Malen“ verspreche und die jeweils besten Bilder anschließend für eine Weile ins Schaufenster stelle.

Soweit die Referenten

 

Rainer Schorcht (Stellv. Vorsitzender Handelsverband) schließt die Tagung mit einer Danksagung an die Referenten und die Moderatorin.

Das nächste Handelsforum, das dieses Jahr in einer zeitlich verkürzten Form stattgefunden hat, soll gemäß Aussage des Thomas Kunz (Hauptgeschäftsführer Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V.) in 2020 wieder in dem bisher gewohnten Umfang begeistern.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag ist bis auf weiteres auch gelistet unter: „Erfolgs-Konzepte für Fleischer-Fachgeschäfte

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Das positive Vorurteil

Dienstag, August 21st, 2018

Die Vermittlung regionaler Verbundenheit, Firmen-Jubiläum und Sponsoring

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

auch Sie machen mit Ihrer Fleischerei/Metzgerei (Außenansicht und Struktur Ihres Ladengeschäfts) bewusst oder unbewusst eine ganz bestimmte Aussage. Sie signalisieren ein bestimmtes Leistungsversprechen. Entsprechend wird Ihr Ladengeschäft vom Endverbraucher wahrgenommen. Je konstanter (mehr …)