Posts Tagged ‘Sechser-Sortiment’

Quantitative Angebots-Beschränkung und zeitlich begrenzte Verfügbarkeit

Mittwoch, September 12th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

erfolgreiche Betriebe sind innovativ. So sollten Sie vielleicht einmal checken, wie viel Umsatz Sie mit Ihren eigenen handwerklich hergestellten Produkten gemacht haben, die Sie in den letzten drei Jahren entwickelt und in Ihr Sortiment aufgenommen haben.

Sollten Sie mit Ihrer Umsatz- und Gewinnentwicklung nicht zufrieden sein, könnte Ihre Innovationsquote zu niedrig sein. Zwar ist sicherlich auch bei Ihnen fleischerhandwerkliche Kreativität reichlich vorhanden, und die besten Ideen kommen wahrscheinlich auch Ihnen während der Produktion.

Doch Sie wissen aus eigener Erfahrung längst: Es ist oft wesentlich einfacher, Vorhandenes zu verfeinern oder gar zu optimieren als etwas vollständig Neues zu erschaffen.

Zudem spüren Sie auch, was es zu vermeiden gilt und zu welchen Ideen Sie von Anfang an NEIN zu sagen haben. Denn Sie wissen aus Erfahrung wesentlich besser, was garantiert falsch ist, als was vielleicht richtig sein könnte. So haben Sie im Laufe der Zeit sicherlich auch getreu der Ihnen bekannten „Versuch-und-Irrtum“-Methode Ihre hauseigene Salami in mehreren Geschmacks-Varietäten im Angebot.

Doch Sie wissen auch um die Vorteilhaftigkeit der entsprechenden  (Varietäten)-Beschränkung auf ein auszutestendes Optimum. So haben vielleicht auch Sie persönlich bei der einen oder anderen (Wurst)-Spezialität unter Ihren Bestläufern jeweils gute Erfahrungen mit einem „Sechser-Sortiment“ (= ein Grundprodukt und fünf Varietäten) gemacht, bei dem sich die einzelnen Varietäten natürlich auch deutlich für den Kunden wahrnehmbar durch Form, Kaliber und/oder Optik voneinander unterscheiden.

Denn:  ein Sechser-Sortiment ist einerseits vielfach groß genug, dem Stammkunden hinreichend Auswahl und Abwechslung zu bieten, schützt aber andererseits den Selten-Verwender und Gelegenheits-Käufer vor kognitiver Überlastung. Beschränkung fördert vielmehr die Aufmerksamkeit und erleichtert dem Kunden zudem die Kauf-Entscheidung.

Doch nichts ist so beständig wie der (Kundenwunsch)-Wandel. So wird es sinnvoll sein, gelegentlich die eine oder andere Varietät innerhalb eines Sechser-Sortiments gegen eine neue Variante zu tauschen. So generieren Sie Aufmerksamkeit; denn Veränderungen werden vom menschlichen Auge schneller wahr genommen als das Gleichbleibende.

Steigerung der Produkt-Wertigkeit und Kauf entscheidende Emotionen generieren Sie zudem, wenn Sie die neue Varietät in ihrer Verfügbarkeit zeitlich beschränken. Als Begründung für die begrenzte zeitliche Verfügbarkeit bietet sich immer ein Saison-Wechsel an. So könnten Sie gegebenenfalls die neue Variante bei unzureichender Akzeptanz am Saison-Ende ohne Gesichtsverlust wieder aus dem Sortiment nehmen; denn das Angebot war ja „auf die neue Saison“ beschränkt.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
Zurück zur Startseit

Auch jener Beitrag könnten Sie interessieren:

Sortiments-Manager

Sortiments-Manager

Dienstag, Mai 29th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

Medienberichten zufolge soll es Experten geben, die bereits beim Ablug von Störchen in ihre Winterquartiere am Flügelschlag erkennen, ob ein Vogel es nur bis Südeuropa schafft oder, die Thermik ausnutzend, bis weit in afrikanische Regionen.

In Ihrem Betrieb jedoch sind SIE der Experte. Und vielleicht gehören Sie zudem als Fleischer/Metzgerblog-Leser zu denjenigen, die mit dem im Blog vorgestellten „Sechser-Sortiment“ von Bestläufern (= ein Grundprodukt und fünf Varietäten) gute Erfahrungen gesammelt haben. Dann könnten Sie bereit sein, Ihre Verlust-Aversion zu überwinden und einen weiteren Optimierungs-Versuch starten.

Ihre größte fleischerhandwerkliche Kreativität werden wahrscheinlich auch Sie während der handwerklichen Produktion entfalten. Erfahrung und Intuition werden es Ihnen ermöglichen, bei der Streckung oder Dehnung  eines Ihrer Bestläufer solche denkbaren Varietäten spontan auszuschließen, denen Sie nur begrenzten Verkaufserfolg zutrauen. Das heißt, Sie verwerfen schon in der Frühphase mögliche Alternativen oder Ergänzungen Ihres Sortiments. Haben Sie sich aber für einen Praxistest einer neuen Varietät entschieden, könnten Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der „Versuch-und-Irrtum-Methode“ nutzen, um die Markttauglichkeit in risikoarmen kleinen Schritten zu testen.

Natürlich sollten Sie auch weiterhin dem Zufall eine Chance geben, indem Sie Ihre Innovationsquote hoch halten und günstige Gelegenheiten aufgreifen.  Denn erfolgreiche Betriebe verändern sich. Haben Sie aber erst einmal eine Erfolg versprechende Spur wie beim Sechser-Sortiment gefunden, sollten Sie diese Spur auch konsequent managen: Sie könnten risikobewusst, das Feed-Back Ihrer wichtigsten Zielgruppen auswertend, einen weiteren geeignet erscheinenden Bestläufer zu einem Sechser-Sortiment dehnen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
Zurück zur Startseite