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Saisonale Umsatzschwankungen, Regenerations-phase und Ausblick

Sonntag, Januar 14th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

zwar genießen wir in Deutschland seit inzwischen mehreren Jahren eine weitesgehend stabile Konjunktur, die uns kontinuierlich Wachstum beschert hat. Und auch für 2018 ist laut aktuellen Umfrageergebnissen  der GfK weiterhin Wachstum zu erwarten. Die Beschäftigungslage ist in Deutschland auf hohem Niveau stabil, und aus Gründen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Konsumbereitschaft des Endverbrauchers nach wie vor hoch.

Umsatzschwankungen

Jedoch: Auch die Fleischbranche sieht sich saisonabhängigen Nachfrage- und Umatzschwankungen gegenüber.  Zwar sind Sie als Fleischer/Metzgermeister im Sommerhalbjahr eine geringere Fleisch- und Wurstnachfrage als im Winterhalbjahr gewohnt. Immer dann jedoch, wenn die Umsatzschwankungen signifikant werden, sehen Sie sich einer besonderen Herausforderung gegenüber, die ein Höchstmaß an Flexibiliät erfordert. Und eine solche Situation haben wahrscheinlich auch Sie in den letzten Wochen vergegenwärtigt. Denn der sicherlich auch bei Ihnen im letzten Jahr umsatzstärkste Monat war – vielen generellen Fleischkonsum-Prognosen zum Trotz – der Dezember 2017, der speziell in der Adventszeit die Belastbarkeit von Betrieb und Team auf eine harte Probe gestellt hat. So ist es wahrscheinlich auch Ihnen gelungen, mit den Dezemberumsätzen den bis dato hochgerechneten Jahresumsatz um die entscheidenden 5% aufzustocken, die in so manch einem Betrieb über die Höhe des operativen Betriebsergebnisses oder gar über Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag entscheiden.

Regenerationsphase

Doch inzwischen sind die einen herausragenden Konsum tragenden, extern geschürten Dezember-Emotionen verflogen. Die Zeit bis zum 6. Januar 2018 (Heilige Drei Könige) diente Ihnen der Regeneration. So konnten Sie die Betriebsergebnisse Ihrer monatlichen BWAs vergleichend analysieren. Die Inventur wurde gemacht, und ein ausführlicher Maschinen-Check konnte eventuelle technische Schwachstellen aufdecken, die es zu beheben galt oder derzeit noch gilt.

Die Folge: durch diese Art der generellen „Bestandsaufnahme“ fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit und Strategie bestätigt; sie haben einen guten Überblick über ihren Betrieb, denken über eventuell notwendig gewordene (Ersatz)-Investitionen nach und gehen mit Überzeugung und Selbstbewusstsein an die Arbeit.

Doch der eventarme Monat Januar beschert Ihnen merkliche Kaufzurückhaltung des Endverbrauchers, die als umso gravierender von Ihnen wahrgenommen wird, je besser Ihre Dezemberumsätze waren. D. h. die Auslastung Ihres Betriebes geht im Januar zurück, es entstehen Kosten nicht genutzter Kapazität (= Leerkosten), die in aller Regel erst mit beträchtlicher zeitlicher Verzögerung dem Beschäftigungsrückgang angepasst werden können (vgl. Kosten-Remanenz). Zudem flattern Ihnen Steuerbescheide ins Haus. Das alles weckt nicht unbedingt Ihre Investitionslust. Jetzt sind Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität und Kommunikationsbereitschaft gefordert; es gilt, im persönlichen Gespräch Kundenwünsche zu erfahren oder neue Wünsche zu wecken. Und hierzu eignet sich kaum ein Monat besser als der kundenfrequenzarme Monat Januar, in dem Sie den zeitlichen Freiraum nutzen können, Ihrem Kunden ein wenig mehr (Beratungs)-Zeit zu widmen, als Ihnen der Dezember ermöglicht hat.

Ausblick:

Das nächste Frühjahr kommt bestimmt! Und könnte Ihnen einen bedeutsamen Motivationsschub geben. Denn mit der höher steigenden Sonne wächst die Vorfreude auf die kommende Grillsaison mit der Vielzahl an Möglichkeiten, sich unverwechselbar zu positionieren. Anregungen hierzu über das nachfolgende P. S.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Auch jener Beitrag könnte Sie interessieren: „Inspirierend zum Jahreszeitenwechsel!

Externe Impulse, Emotionen und Aktionen

Dienstag, November 14th, 2017

Sehr geehrter Herr Fleischer7Metzgermeister,

schon immer wurden in der Herbst- und Wintersaison Fleisch und Wurstwaren verstärkt nachgefragt. Zudem läuft die Konjunktur derzeit in Deutschland rund. Da zudem die Niedrigzinsphase kaum Anregung zum Sparen bietet, fließt ein beachtlicher Teil des Einkommens in den Konsum. Entsprechende, den Konsum stärkende Impulse, die sicherlich auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei wahr genommen werden konnten, werden in Kürze gar verstärkt durch die nahende Adventszeit. Und damit bin ich auch schon beim Thema; denn Sie könnten bereits den Monat November nutzen, um Ihr Angebot für die Adventszeit in behutsam kleinen Schritten vorzubereiten. So könnten Sie im persönlichen Gespräch mit Ihren Stammkunden rechtzeitig ausloten, was auch dieses Jahr wieder auf gar keinen Fall unter den saisontypischen Angeboten fehlen darf oder was man im letzten Jahr schmerzlich vermisst hat. Sie könnten auch das erste Exemplar aus Ihrer neuen Saison-Kategorie vorstellen, um rechtzeitig herauszufinden, ob Sie mit dieser Produkt-Kategorie gar neue Wünsche wecken könnten.

Bestärkt Sie Ihr Kunde durch sein Feed Back, treffen Sie also mit Ihrem Wünsche-Wecken ins Schwarze, brauchen Sie Ihre fleischerhandwerklichen Kreationen als Wunscherfüller nur noch „nachzureichen“. Und sicherlich spüren Sie und Ihr Team bereits jetzt: Auch dieses Jahr wieder setzt die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit wertvolle Impulse, da Sie die ersten Anfragen nach saisontypischen Produkten vorliegen haben oder die ersten Partyservice-Aufträge entgegennehmen konnten.

Und so könnte auch dieses Jahr wieder der Monat Dezember mit seiner Advents- und Weihnachtszeit sowie Silvester zum umsatzstärksten Monat des Jahres werden. Denn Ihre Kunden betreten demnächst mit einer ganz bestimmten Erwartungshaltung Ihr Fleischerfachgeschäft, die von außen (also ohne Ihr Zutun) durch das nahende Weihnachtsfest geschürt wird.  Zudem wird die Kundenfrequenz erfahrungsgemäß zunehmen. Eine ansprechende Dekoration in ihrem Ladengeschäft könnte unterstützende Impulse setzen, um KAUF ENTSCHEIDENE Emotionen auszulösen. Zudem wird die Wertigkeit Ihrer Produkte durch die enge zeitliche Begrenzung Ihres Advents- und Weihnachtsangebots erhöht. Gefällige Produktnamen mit Regionalbezug Ihrer neuen Kreationen steigern die Identifizierungsmöglichkeit der Lokalpatrioten unter Ihren Kunden  mit Ihrem Angebot. Wenn es Ihnen darüber hinaus gelingt, Verwendungs- oder Verzehrsituationen rechtzeitig auf Ihrer Website zu visualisieren, könnte eine solche Maßnahme in Verbindung mit den dargestellten Faktoren zum entscheidenden Alleinstellungsmerkmal Ihrer Fachfleischerei werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Adventszeit und grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel“

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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