Posts Tagged ‘Nutzen aus Verwendung’

Wertschöpfungskette und Komplexität

Freitag, April 26th, 2019

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, je mehr Stufen Sie in Ihrer Wertschöpfungskette vom Tier auf der Weide über Fütterung, Schlachtung und Zerlegung bis zum verkaufsgerechten Fleisch- oder Wurstprodukt in Ihrer Theke kontrollieren oder gar beeinflussen können und je transparenter Sie diesen Wertschöpfungsprozess machen, umso mehr Verrauen genießen Sie bei Ihrer Kundschaft. Verstehen Sie es darüber hinaus, im Produktions- und Dienstleistunssektor rechtzeitig Tendenzen oder Trends zu erkennen und aufzugreifen oder gar selber zu setzen, könnten Sie Ihrer lokalen oder regionalen „Konkurrenz auf Augenhöhe“ stets den entscheidenden Schritt voraus sein.

Wertschöpfungskette und Kompetenz

Je länger Ihre Wertschöpfungskette ist, je mehr Wertschöpfungsstufen sie also umfasst, umso eher ist der Endverbraucher geneigt, Ihnen besondere Kompetenz bei der Wurstherstellung zuzubilligen. Und das ist ein bedeutsamer Wettbewerbsvorteil. Denn: Haben Sie erst mal in der Wahrnehmung des Verbrauchers die widerspruchsfreie Zuständigkeit erworben, könnte Sie der Wettbewerb allenfalls in der Produktebene kopieren oder kreativ imitieren. Das heißt aber gleichzeitig: IHR Produkt wird als DAS ORIGINAL wahrgenommen mit allen daraus ableitbaren Vorteilen für die betreffende Wertschätzung des Verbrauchers.

Und jetzt kommt etwas ganz Entscheidendes: Je besser es Ihnen darüber hinaus gelingt, dem Kunden durch Erwerb des Produktes einen konkreten Nutzen aus der Verwendung (z. B. „Convenient in der Zubereitung“) zu versprechen, umso eher erlangen Sie Kompetenz in der Ebene der Nutzenstiftung. Die widerspruchsfreie Zuständigkeit in der Nutzungstiftungsebene ist deshalb so bedeutend, da in dieser Ebene (z. B. durch Visualisierung von Verwendungs-Situationen) Kauf entscheidende Impulse gesetzt werden.

Wertschöpfungskette und Komplexität

Je länger die Wertschöpfungs-Kette ist, je umfangreicher die einzelnen WertschöpfungsStufen sind, umso komplexer wird der gesamte Herstellungsprozess. Logistische Herausforderungen wachsen, handwerkliche Produktionsstufen und (Produkt)-Reifephasen sind aufeinander abzustimmen. Läuft ein Betrieb dann temporär unter Volllast, sind Logistik, Kutter und Kühlaggregate sowie das Produktions- und Verkaufs-Team besonders gefordert. Eine einzige Schwachstelle kann den Betriebsablauf nicht nur ein wenig stören, sondern den Herstellungsprozess buchstäblich lähmen oder gar zum vorübergehenden BreakDown führen, der auf den ersten Blick in seiner Dimension in keinem sinnvollen Verhältnis zur konkreten Ursache zu stehen scheint.

Ergänzend zu diesem Beitrag wird unten stehend auf zwei weitere Fleischer/Metzgerblog-Beiträge verlinkt, welche sich der Thematik bei leicht geänderter Fragestellung ebenfalls widmen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag ist bis auf weiteres auch gelistet unter „Erfolgskonzepte für Fleischer-Fachgeschäfte

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Das Original und seine Wahrnehmung

Donnerstag, November 29th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

auch dieses Jahr wieder ziehen sie so manch einen Besucher in ihren Bann: die deutschen Weihnachtsmärkte. Und offensichtlich üben sie nicht nur auf Einheimische eine besondere Faszination aus, sondern verursachen wahre Touristenströme, die vielfach das jeweils benachbarte Ausland mit einschließen. Der deutsche Weihnachtsmarkt genießt auch im Ausland einen gewissen Kultstatus, gilt er doch vielfach als DAS ORIGINAL. Das Besondere daran: Offensichtlich lassen sich Struktur, Stimmung, Tradition und Atmosphäre nicht so ohne weiteres exportieren oder dort vor Ort „kreativ imitieren“. Zudem gibt es eine Fülle von Mythen und Legenden, die sich um so manch einen (traditionellen) deutschen Weihnachtsmarkt ranken und seine Wahrnehmung beeinflussen. Und: Je älter ein Weihnachtsmarkt ist, umso mehr regionaltypische Merkmale weist er in aller Regel auf; denn auch ein deutscher Weihnachtsmarkt erhält seine charakteristische Prägung durch seine  Region sowie die Vorlieben und Fähigkeiten ihrer Bewohner.

Und so, wie derzeit ein Weihnachtsmarkt auch in Ihrer Region seine individuelle Aussage macht, wird auch Ihre Fleischerei/Metzgerei vom Endverbraucher in einer ganz bestimmten Weise wahr genommen. Der Verbraucher hat hinsichtlich Ihres Fachbetriebes eine ganz bestimmte Vorstellung. Nicht nur der Stammkunde hat sich hier längst ein Urteil gebildet. Und je besser Ihr Betrieb und/oder einzelne handwerklich hergestellte Produkte Ihres Unternehmens als DAS ORIGINAL wahrgenommen werden, umso schwerer könnte  es die lokale oder regionale Konkurrenz auf Augenhöhe haben, Sie erfolgreich zu kopieren.

In jedem Fall haben Sie nämlich mit ihrem ORIGINAL einen mehr oder weniger großen zeitlichen Vorsprung, den Sie nutzen sollten, um für das betreffende Produkt mit geeigneten (Marketing)-Maßnahmen Ihre Kompetenz auf- bzw. auszubauen; – und zwar Kompetenz in der Ebene der Nutzenstiftung oder Problemlösung. Denn letztlich machen Sie mit jedem angebotenen Produkt ein „Versprechen“; und zwar das Versprechen, dem Kunden (bei Annahme Ihres Angebots) einen ganz konkreten Nutzen  zu stiften, z. B. die Erfüllung seiner kulinarischen Wünsche oder die Lösung eines (Ernährungs)-Problems. Der Kunde kauft nämlich ein (handwerkliches) Erzeugnis, weil er sich Nutzen aus dessen Verwendung erhofft. Je besser Sie mit Ihrem Angebot den Haupt- oder Kernnutzen des Kunden hierbei treffen, umso erfolgreicher könnten Sie sein. Haben Sie in der Wahrnehmung durch den Kunden erst die widerspruchsfreie Zuständigkeit in der Ebene der Nutzenstiftung oder (Ernährungs)-Problemlösung erlangt, generieren Sie die so wichtigen KAUF ENTSCHEIDENDEN EMOTIONEN.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Moderator  vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Ferner: Der Beitrag ist für geraume Zeit auch gelistet unter „Erfolgs-Konzepte für Fleischer-Fachgeschäfte