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Bestellmengen, Dauerwaren und Kundenfrequenz

Samstag, September 12th, 2020

Sehr geehrter Herr Fleischer/-Metzgermeister,

natürlich gibt es Branchen, die von pandemischen Ereignissen stärker betroffen sind als die Fleischer/-Metzger-Branche. Und doch spürt auch die Fleischer/-Metzgerbranche offenbar ein geändertes Kunden-Verhalten oder gar eine leicht rückläufige Laden-Frequenz. Und immer dann, wenn Änderungen wie derzeit offensichtlich werden, ist derjenige unter Ihnen im Vorteil, der aus den geänderten Verhältnissen die richtigen Schlüsse zieht und diese auch als einer der Ersten umsetzt.

Und hier sind Sie als Fleischer-/Metzgermeister mit Ihrem stationären Ladengeschäft gegenüber beratungsarmen Supermärkten und Discountern auch in pandemischen Zeiten insofern im Vorteil, als Sie durch Ihren direkten Kundenkontakt via Bedientheke Sonderwünsche des Kunden im lockeren Gespräch in Erfahrung bringen können. Denn die verminderte Kunden-Frequenz ermöglicht Ihnen, sich Ihrer Ladengeschäfts-Kundschaft intensiver zu widmen. Und sicherlich werden auch Sie feststellen, in welch beachtlichem Maße sich die Einkäufe von persönlicher Bestellung vor Ort im Ladengeschäft hin zu telefonischer Beauftragung oder Online-Order verlagern.

Die allmonatliche Auswertung Ihrer Renner/-Penner-Liste wird derzeit auch bei Ihnen größere Bestellmengen pro Produkt  und eine leichte Tendenz zum Einkauf von Dauerwaren zeitigen. D. h. Ähnlichkeiten zur hier am Fuße des Beitrags verlinkten „Sommerferienzeit im Fleischer-Fachgeschäft“ sind unverkennbar.

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Auch jener Beitrag könnte Sie interessieren:

Sommerferienzeit im Fleischer-Fachgeschäft

 

Halbzeit 2020

Mittwoch, Juli 1st, 2020

Konsumlust in pandemischen Zeiten

Sehr geehrter Herr Fleischer-/Metzgemeister, auch im Jahre 2020 setzen wir die im Jahre 2009 aufgelegte „Halbzeit“-Serie im deutschen Fleischer-/Metzgerblog fort:

Die alljährlich signifikante Änderung der Kundenstruktur in Ihrem Ladengeschäft während der Sommerferienzeit könnte Sie auch in 2020 zu einer ersten Bestandsaufnahme Ihrer betrieblichen Entwicklung des laufenden Jahres veranlassen. Beim Vergleich signifikanter Kennzahlen Ihrer monatlichen BWAs erhalten Sie eine Basis, auf der Sie nach den Ursachen Ihrer betrieblichen Entwicklung forschen können. Und wahrscheinlich machen auch Sie persönlich eine solche vergleichende Gegenüberstellung nicht das erste Mal.

Doch in 2020 ist so manches anders. Ein Virus hält die Welt in Atem und verunsichert den (End)-Verbraucher auch in Deutschland. Regionale Corona-Hotpots haben temporäre Lock Downs so manch eines Landkreises zur Folge. Maskenpflicht beim Betreten von Geschäften reduziert die Konsumlust. Kontaktbeschränkungen, Begrenzungen der jeweils temporär zulässigen Kundenzahl im Ladengeschäft haben vielfach signifikante Warteschlangen schon außen vor dem Betrieb zur Folge.

Unter den fünf MEGA-Trends, die in näherer Zukunft nach Analyse vom Zukunftsinstitut die Unternehmen besonders prägen, ist es die Silver Society, welche auch in 2020 für Ihren Fleischer-Fachbetrieb eine entscheidende oder gar zentrale Bedeutung hat. Deren Vorliebe für persönliche Beratung, Metzger-Qualität und –Frische sowie Herkunftssicherheit durch Regional-Einkauf macht sie zu Stammkunden oder Intensiv-Verwendern IHRES Betriebes. Denn preisaggressive Discounter und beratungsarme Supermärkte setzen ihre Attraktivitäts-Schwerpunkte anders.

Mit ihrer Gelassenheit und ihrer ausgeprägten Bereitschaft zur Betriebs-Treue bildet diese Generation 50+ ein Potenzial, das Sie sich kontinuierlich erschließen sollten. Die Zahl der Fleischer-Fachbetriebe wächst, die durch Vertrauen schaffende Maßnahmen NEU-Kunden generieren und/oder Stammkunden binden. Zu diesen Maßnahmen gehört die laufende Aktualisierung Ihrer Website. Darüber hinaus könnten auch Sie über einen Spot auf Ihrem Laden-Monitor den Kunden an einzelnen Stufen Ihrer Wertschöpfungskette teilhaben lassen.

Da die Generation der Silver Surfer überwiegend Ein- und Zwei-Personen-Haushalte umschließt, könnten Sie hier mit entsprechend portionierten Angeboten Ihres Sortiments  punkten.

Die Kundengruppe 50+ hat es zudem gern bequem. Zubereitungsfertige oder gar verzehrfertige Produkte genießen auch in pandemischen Zeiten große Wertschätzung. Die heutzutage vielfach üblichen mobilen Arbeitszeiten haben mobile Essenszeiten zur Folge. Mobile Essenszeiten sind eine ständige Herausforderung für die Hausfrau und erfordern eine Essenszubereitung, die schnell und einfach geht. Convenience-Produkte versprechen hier die Problemlösung.

Während der aktuellen Pandemie wird auch so manch ein Stammkunde aus der Generation 50+ die Zahl seiner Besuche in Ihrem Ladengeschäft herunterfahren. Das heißt: Er kauft pro Besuch mehr ein als zuvor. Die nahe liegende Folge: Der Verkauf von Dauerwaren aus Ihrem Sortiment wird zunehmen.

Verminderte Kundenfrequenz bedeutet gleichzeitig: Sie haben pro Kunde mehr Zeit für Beratung und Small Talk. So konnten und können Sie bei der Gelegenheit geschickt  herausfinden, welches Angebot Ihr Kunde derzeit am meisten vermisst oder mit welcher neuen Produkt-Varietät Sie ihn gerade jetzt in pandemischen Zeiten besonders erfreuen könnten. Ihre Initiative könnte sich umso eher auszahlen, je schneller Sie aus der Sicht der Kunden hierbei Kompetenz für Service und Qualitätsführerschaft auch in kritischen Zeiten aufbauen.

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Moderator vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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