Posts Tagged ‘Konsumtrend’

Halbzeit 2018 – Kundenwunsch-Wandel und Mega-Trends, Zielgruppen und Innovationsquote

Freitag, Juli 6th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

die im Jahre 2009 aufgelegte „Halbzeit“-Serie erfreut sich bei Ihnen weiterhin großer Wertschätzung; – gibt sie Ihnen doch alljährlich Anregung für eine erste Bestandsaufnahme des laufenden Jahres. So könnten Sie auch im Jahre 2018 bereit sein,  die bereits angelaufene oder anlaufende Sommerferienzeit zu nutzen, einmal inne zu halten und signifikante Kennzahlen Ihrer monatlichen BWAs auszuwerten. Die Cäsur durch die Sommerferienzeit (mehr …)

Die Änderung der Konsumgewohnheiten: VAN HEES antizipiert den Wunschwandel mit der neuen Flüssigproduktion!

Dienstag, Mai 19th, 2009

Die Änderung der Konsumgewohnheiten: Die VAN HEES GmbH antizipiert den Wunschwandel mit der neuen Flüssigproduktion!

Walluf, 15. Mai 2009 Pünktlich um 10 Uhr liegt die Begrüßung der zur Informationsrunde geladenen Gäste in den bewährten Händen von Robert Becht (Leiter Marketing VAN HEES). Es herrscht gespannte Aufmerksamkeit, als er Jürgen Georg Hüniken bittet, bei Präsenz der geschäftsführenden Gesellschafterin Julia van Hees die Pressekonferenz zu eröffnen. Unterstützt durch ein Power-Point-System erläutert der Vorsitzende der Geschäftsführung die Strategie, die zu einer Investition in eine neue Flüssigproduktion geführt hat.

van-hees-jurgen-georg-huniken Jürgen Georg Hüniken

© Copyright Foto: VAN HEES GmbH

Man habe, so der Referent, aufgrund der VAN-HEES-typischen Art des Know-How-Transfers zwischen Hersteller und Zielgruppe schon frühzeitig einen

Wandel der Konsumgewohnheiten

festgestellt.

Durch die besondere Art der Kundenpflege sei zwischen VAN HEES einerseits und den Hauptzielgruppen Fleischerhandwerk und Fleischwarenindustrie andererseits ein gegenseitiges Vertrauen entstanden. Denn die VAN HEES Außendienstler seien in erster Linie Berater und nicht Verkäufer. Und dieses Vertrauensverhältnis sei ein wesentlicher Faktor, frühzeitig Konsum-Tendenzen und –Trends des Endverbrauchers aufzuspüren.

So sähe man derzeit im Bereich der Convenience-Produkte eine große Zukunft.

Folgerichtig habe man sich im Hause VAN HEES die Frage gestellt, wie man auch für die Hauptzielgruppen Fleischerhandwerk und Fleischwarenindustrie noch „convenienter“ arbeiten und anbieten könne als bisher.

Zwar habe man aus den Bereichen „Wässrige Produkte“, „Emulsionen“ sowie „Würzöle und Öl-Marinaden“ schon bisher Erzeugnisse hergestellt. Im bisherigen Produktionsgebäude hätten jedoch vor allem Trockenprodukte die Majorität. Auch um die Trockenprodukte weiter optimieren zu können, habe man entschieden, die Flüssigproduktion herauszunehmen und hierfür ein eigenes Werk zu errichten.

Die Fünf-Millionen-Investition (Gebäude und Anlage mit je 50%) fiele derzeit zwar in eine konjunkturell schwierige Landschaft; man habe jedoch trotz der sich andeutenden Konjunkturdelle Ende letzten Jahres beschlossen, die Kapazität der Anlage auf derzeit 8.000 Tonnen pro Jahr aufzustocken, um den Flüssiganteil am Absatz signifikant zu erhöhen.

Getreu der Philosophie des Firmengründers Kurt Van Hees „Man kann nur ausgeben, was man zuvor verdient hat“ sei auch diese Investition zu 100 Prozent aus Eigenmitteln finanziert.

Mit der Anlage wolle man auch industriell wieder neue Maßstäbe setzen, um sich technologisch an die Spitze setzen.

Eine Umsatz-Grafik visualisiert sodann die besondere Entwicklung des letzten Jahrzehnts. Extrapoliere man die Entwicklung seit dem Jahre 2000 bis ins Jahr 2010, sei eine Verdoppelung des Umsatzes innerhalb des laufenden Jahrzehnts realistisch. Den Flüssigen Marinaden werde dabei ein entscheidender Anteil zukommen

Sorge bereite die jährlich um derzeit ca. 300 Betriebe schrumpfende Anzahl deutscher Fleischereien/Metzgereien. Zudem sieht Jürgen Georg Hüniken einen Trend „Weg von der Bedienware – hin zur SB-Ware“.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres hätten insbesondere einige inhabergeführte, handwerklich strukturierte Fleischereien/Metzgereien durchaus Einbußen gehabt, da viele Endverbraucher die Discounter favorisiert hätten. Allerdings ebbe diese Tendenz derzeit wieder ab.

In Deutschland mache man zurzeit etwa zwei Drittel des Umsatzes mit dem Handwerk und ein Drittel mit der Industrie. Die Berater im Hause VAN HEES würden nach diesen Zielgruppen differenziert. Man achte darauf, Überschneidungen möglichst zu vermeiden, da jede Zielgruppe Ihre eigene Philosophie und Mentalität habe.

Die stärksten Absatzmärkte nach Deutschland seien Frankreich, die Benelux-Länder und Russland.

Soweit Jürgen Georg Hüniken

Der zweite Referent des Tages ist Dr. Fred Siewek. Er ist seit neun Jahren Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsführung, die sich außerdem aus den Gesellschafterinnen Brigitte, Ilonka und Julia van Hees sowie Jürgen Georg Hüniken (Vorsitzender) rekrutiert.

Der Lebensmittelchemiker hat den Bau des Produktionsgebäudes von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Flüssigproduktion verantwortlich geleitet.

005 Dr. Fred Siewek

© Copyright Foto: VAN HEES GmbH


Mit berechtigtem Stolz auf das Erreichte erläutert er wie folgt:

Die produzierten Flüssiglinien seien

  1. für wässrige Produkte wie Lakezusätze und Kutterhilfsmittel
  2. für Emulsionen wie Saucen, Schlemmermarinaden und Mayonnaise
  3. für Würzöle, Öl-Marinaden

Technologisch gesehen sehr anspruchsvoll sei die dritte Linie mit den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Farben. Für die letztere nähme man heutzutage bei allen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen den roten Farbstoff der Paprika, „weil der Verbraucher es so wolle“. Durch die neue Anlage könne man bei VAN HEES diesem Wunsch in einem größeren Ausmaß und variantenreicher entsprechen.

Die Produktionskapazität von derzeit 8.000 Tonnen pro Jahr könne in der geplanten zweiten Ausbaustufe auf 16.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden.

Zu dem Topic „Produktsicherheit“ im Zusammenhang mit der so wichtigen „Chargen-Rückverfolgung bei Flüssigprodukten“ führt er aus:

Ein Höchstmaß an Sicherheit sei insofern geleistet, als man bei VAN HEES unter „Reinraumbedingungen“ arbeite. Die ganze Produktion werde mit leichtem Überdruck gefahren. Folglich könnten von außen durch die Luft keine Mikro-Organismen in die Produktion gelangen. Zudem hätten ausschließlich die Mitarbeiter Zugang, die nur über eine Hygiene-Schleuse das Werk betreten und verlassen könnten. Die Chargen-Rückverfolgung bei Flüssigprodukten vollziehe sich analog zu der Trockenverarbeitung. Das Endprodukt sei daher vom Anbauer eines Rohstoffes bis zum Verbraucher zu verfolgen – schließlich sei das auch eine gesetzliche Vorgabe.

Die Palette an Flüssigprodukten, die derzeit etwa 150 bis 170 Artikel wie Lakezusätze, Schinken-Spritzmittel, Emulsionen und Marinaden umschließe, würde sich durch die Kapazitäten der neuen Anlage in den nächsten Monaten und Jahren signifikant erhöhen.

Das beträfe nicht nur den Absatz in Deutschland sondern auch in Exportländern des Unternehmens wie in Frankreich und den Benelux-Staaten, in denen VAN HEES mit eigenen Werken vertreten ist. Die Produktion fände ausschließlich in Walluf statt.

Ganz besonderen Nachdruck legte der Referent auf die Feststellung, wie ungewöhnlich flexibel die Anlage in der Verwendbarkeit sei. Alle möglichen Produkte könnten ohne große Material-Verluste nach Produktwechseln hergestellt werden. Die Prozessbehälter variierten zwischen 1.000 und 3.000 Liter und böten damit eine ideale Größe für die sehr unterschiedlichen Auftragsgrößen des Geschäfts. Zudem seien die Reinigungsverluste durch technische Maßnahmen gering.

Die Erläuterungen werden durch einen Sieben-Minuten-Film ergänzt.

Auch Fred Siewek sieht die Hauptabsatzgebiete der Flüssigproduktion im Fleischerhandwerk, in der Fleischwarenindustrie und in der Versorgung der eigenen europäischen Tochterfirmen, die „sich schon darauf freuten, mit wohlschmeckenden Marinaden aus Walluf versorgt zu werden“.

Soweit Dr. Fred Siewek

Als Fleischer/Metzgerblog-Moderator konnte ich sodann die Gelegenheit nutzen, um im persönlichen Gespräch mit beiden Referenten meine Vermutung bestätigt zu finden, eine wie große Wertschätzung die Beiträge verschiedener Autoren auf Fleischer/Metzger-Blog auch im Hause VAN HEES genießen.

Es liegt sodann in den Händen von Caroline Scat (Geschäftsleitungs-Sekretariat VAN HEES), die Gäste in einem Bus zum Mittagessen in das Restaurant „Burg Crass“ in Eltville am Rhein zu begleiten. Dort werden wir köstlich bewirtet.

Der Nachmittag steht im Zeichen der Eröffnungsfeier. Ich bekomme die Gelegenheit, die Damen Brigitte, Ilonka und Julia van Hees persönlich zu begrüßen. Jetzt feiert das Unternehmen mit Gästen, Freunden, Mitarbeitern und deren Familien, um gemeinsam mit leckeren Speisen und Getränken, sowie mit viel Musik und Unterhaltung ein paar schöne Stunden zu erleben.

Da die Flüssigproduktion wie erwähnt unter „Reinraum-Bedingungen“ mit leichtem Überdruck gefahren wird, ist eine „Besichtigung“ der Betriebsstätte natürlich tabu.

Es ist wiederum an Dr. Fred Siewek, das nun wesentlich größere Auditorium auf das Ereignis „Eröffnung der neu erbauten Flüssigproduktion“ einzustimmen.

Vor der neuen Produktionshalle ist ein breites rotes Band gespannt. Hier soll symbolisch die Produktion freigegeben werden. Unter dem Beifall der Anwesenden gelingt es den Damen Brigitte, Ilonka und Julia van Hees sowie Jürgen Georg Hüniken, das rote Band durchzuschneiden. Die Produktion ist frei gegeben.

Soweit die Pressekonferenz zur Eröffnung der neuen Flüssigproduktion

Was bedeutet das nun für Sie als Fleischer/Metzgermeister:

1) Mit Investition in ein Fünf-Millionen-Objekt zur Flüssigproduktion setzt VAN HEES eindeutig Zeichen, wie man auch künftig dem „Wandel der Konsumgewohnheiten“ entsprechen möchte.

2) Eine derart weit tragende Unternehmer-Entscheidung eines bedeutenden Familienbetriebes könnte eine wertvolle Anregung für Sie sein, Ihre eigene Marktstellung auf dem Sektor Convenience-Produkte zu überprüfen.

3) Entsprechend dem bei VAN HEES gepflegten „bilateralen Know-How-Transfer“ sind sicherlich auch Ihre Vorschläge und Empfehlungen stets willkommen, um auch im Bereich der Flüssigprodukte weiterhin innovative Lösungen zu erarbeiten.

4) Gemäß Angabe VAN HEES wird sich die ohnehin schon umfangreiche Palette von derzeit 150 bis 170 Artikeln signifikant erhöhen.

5) Auch kleine und kleinste Chargen könnten günstig hergestellt werden, da die Anlage eine große Flexibilität aufweise und man deshalb die Erzeugnisse ohne große Materialverluste produzieren könne.

6) Die Abfüll-Linien umschlössen eine große Bandbreite, die in den niedrigen Bereichen mit Eimern ab 2,5 Liter Inhalt und Flaschen ab 1,0 Liter Inhalt auch den Wünschen kleinerer Abnehmer im Fleischerhandwerk entgegenkäme

7) Insbesondere die technologisch anspruchsvolle Linie, die Herstellung von Würzölen und Ölmarinaden, könnte künftig aufgrund der großen Anlageflexibilität zur Freude auch Ihrer Kundschaft noch variantenreicher realisiert werden.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)