Posts Tagged ‘Fleischer-Fachgeschäft’

Mehrwert stiftende Informationen

Donnerstag, November 22nd, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/MetzgerGmeister,

jüngst wurde in den Sozialen Medien kolportiert, die Menschen gingen heutzutage immer seltener einkaufen, dafür aber werde „effizienter“ geshoppt. Zudem nähme das Angebot an Fertiggerichten zu, die nicht zum unmittelbaren Verzehr vorgesehen seien. – Versteht man unter „effizient“ einkaufen die Möglichkeit, z. B. in einem Supermarkt oder beim Discounter in Fußläufigkeit die (Grund)-Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs aufgrund der (Groß)-Auswahl einfach und bequem zu erwerben, dann wären diese beiden Geschäftsmodelle auch für den Käufertypus des Performers richtig aufgestellt. Denn der Performer mit seinem Emotionsfeld „Cleverness“, möchte nicht nur „gut und günstig“ einkaufen, sondern möglichst auch hierbei Artikel erwerben, die ihm, wie ein von ihm ausgesuchter Wein, sodann in einer Familien- oder Betriebsfeier ermöglichen, seine Kennerschaft zu demonstrieren. Natürlich haben Sie diesen Kundentypus auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei. Allerdings ist er dort in der Minderheit. Vielmehr dominiert in Ihrem Fachgeschäft der Kundentypus Traditionalist und/oder Genießer, und das umso mehr, je älter der Altersdurchschnitt Ihrer Kundschaft ist. Für den Traditionalisten sind Produkt-Qualität, Provenienz-Sicherheit und damit auch Vertrauen entscheidend für die Bevorzugung Ihres Betriebes als Einkaufsstätte. Den Genießer wiederum  binden Sie durch Produkte mit hohem Genusswert und durch die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zu kommunizieren, indem Sie die Aufenthalts-Qualität und -Dauer in Ihrem Geschäft durch eine Imbissecke (Stchwort: Heiße Theke) erhöhen. Menschen, die miteinander essen, halten überwiegend zusammen und könnten im Freundes- und Bekanntenkreis die so wichtige Mund-zu-Mund-Propaganda befeuern.

Hinzu kommt: Während im Einzelhandel die Online-Umsätze vielfach die Umsätze im stationären Geschäft bereits übertreffen,  steht der Verbraucher Medienberichten zufolge im Lebensmittelsektor und folglich auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei  der Online-Bestellung derzeit noch vergleichsweise verhalten gegenüber; vielmehr bevorzugt er, die Produkte klassisch stationär einzukaufen. Er genießt die persönliche Bedienung und Beratung in Ihrem Ladengeschäft. Mehrwert stiftende Informationen (Regionaleinkauf, Umweltschonung, Tierhaltung, Wertschöpfungskette)  sind ihm willkommen; er goutiert Kostproben und gegebenenfalls gar die Möglichkeit, das eine oder andere Produkt haptisch zu erkunden. Verlängerte Öffnungszeiten, und zwar nicht in den Abendstunden (denn dort würden Sie  mit Supermärkten und Discountern konkurrieren) sondern in den Frühstunden (z. B. mit einem „Fernfahrerfrühstück“) könnte Ihnen eine zusätzliche Zielgruppe erschließen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Bücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Infrastruktur im Wandel

Donnerstag, Oktober 11th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

vielleicht sind Sie persönlich bereits eine ganze Reihe von Jahren als verantwortlicher Fleischermeister mit Ihrem Fachbetrieb an demselben Standort positioniert. Und gegebenenfalls führen Sie Ihr Fleischer-Fachgeschäft bereits in zweiter oder dritter Generation. In jedem Fall jedoch profitieren Sie bewusst oder unbewusst von der Infrastruktur Ihres Ortes oder (Groß)-Stadtteils, die umso größere Attraktivität auf die lokale und regionale genuss-affine Kundschaft ausübt, je besser die dort angesiedelten Betriebe einander mit ihrem Angebot ergänzen. So haben Cafés und Fleischer-Fachgeschäfte, Konditoreien und Restaurants/Bistros die gleiche oder zumindest ähnliche Zielgruppe, nämlich den genuss-affinen, qualitäts- und preisbewussten (End)-Verbraucher.

Je enger oder dichter solche einander im Angebot ergänzenden Betriebe liegen und je besser diese in Fußläufigkeit erreichbar sind, umso deutlicher werden sie wahr genommen. Das heißt aber gleichzeitig: Beginnt die Infrastruktur zu erodieren, könnte das über kurz oder lang auch Folgen für Ihr Fleischer-Fachgeschaft haben, da die GESAMT-Attraktiviät Ihres Ortes oder (Groß)-Stadtteils sinkt.

Und jetzt versuchen Sie bitte einmal, sich zu erinnern, wie sich diese Infrastruktur in den letzten Jahren oder Jahrzehnten in Ihrem Ort oder (Groß)-Stadtteil gewandelt hat. Was oder welcher inhaber-geführte Betrieb ist nicht mehr da, welche Betriebs-Kategorie, welches Geschäfts-Modell ist hinzu gekommen? Wie hat sich die Kunden-Struktur und -Frequenz in Ihrem Ladengeschäft in den letzten Jahren verändert?

Jetzt könnte Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität herausgefordert sein, um offensiv neue Kundenwünsche zu wecken und natürlich dann auch mit dem entsprechenden Angebot zu bedienen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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