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Preisdruck bei austauschbarer Ware

Montag, Januar 13th, 2020

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

austauschbare, durch ein gleichwertiges Konkurrenzprodukt ersetzbare Ware wird primär „über den Preis“ gekauft. Der jeweils günstigere Preis setzt hier den entscheidenden Kauf-Impuls.

Im klassischen Möbelhandel, wo eine Vielzahl von (Einzel)-Händlern ihr Möbelsortiment von nur wenigen industriellen Herstellern bezieht, sind entsprechend viele der jeweils vorgehaltenen Möbel vergleichbar und somit austauschbar. Die Folge ist ein ständiger Kampf um den Kunden. Der puristische stationäre Möbelhandel lockt hierzu den Kunden über zeitlich limitierte Aktionen und Ratenzahlung in das Möbelhaus. Bei den Puristen unter den Möbel-Onlinehändlern ist der PREIS das entscheidende Kriterium, das den Impuls zum Kauf setzt, sofern Möbelanlieferung und Hilfe beim Möbelaufbau oder –Zusammenbau gewährleistet sind.

In jedem dieser beiden Geschäftsmodelle ist die Wertschöpfungskette ausgesprochen kurz, und die Marketing-Abteilung ist vor entsprechend große Herausforderungen gestellt.

Im Unterschied zu diesen beiden Geschäftsmodellen gelingt es dem skandinavischen Möbelhaus IKEA, nicht nur online und offline miteinander zu verknüpfen; – sondern gleichzeitig generieren die Schweden  eine ausgesprochen lange Wertschöpfungskette. Diese beginnt bei der Ideenfindung, geht sodann über eigenständiges Produkt-Design und (vornehmlich) eigene Herstellung bis zu Produkt-Präsentation inkl. Virtual Reality. Sie erreicht ihre Vollendung im Verkauf in eigenen Niederlassungen. Die laufende Kontrollmöglichkeit über JEDE EINZELNE der Wertschöpfungsstufen schafft das so wichtige Vertrauen und trägt zur Kunden-Loyalität bei.  Die logische Folge sind unverwechselbare Kreationen, die sich aufgrund ihrer Individualität der preislichen Vergleichbarkeit entziehen und in ihrer Gesamtheit dazu beitragen, die MARKE IKEA zu prägen.

Und natürlich sind auch Sie als Fleischer/Metzgermeister mit Ihrem Betrieb gut aufgestellt, wenn Sie einerseits ein Angebots-Sortiment haben, das dem Wünschespektrum Ihrer Stammkunden und Intensiv-Verwender weitestgehend entspricht. Und andererseits sind Sie gut aufgestellt, wenn dieses Sortiment und seine Präsentation Ihnen ein einprägsames Profil verschaffen, um sich gegenüber Supermärkten und Discountern sowie gegenüber Ihrer regionalen Konkurrenz auf Augenhöhe deutlich abzugrenzen.

Je länger Ihre Wertschöpfungskette ist, je mehr Einfluss Sie als Fleischer/Metzgermeister auf die einzelnen Wertschöpfungsstufen nehmen können und je transparenter Sie diese Stufen für den Kunden kommunizieren, umso mehr KAUF entscheidendes Vertrauen könnten Sie aufbauen

Je individueller, je eigenständiger hierbei einzelne Ihrer Stufen sind, umso mehr schützen Sie sich vor Nachahmern. Individuelle Produktgestaltung (zum Beispiel mit Hilfe einer Schinkenpresse), Produktstreckungen  sowie lokal- oder regional-typische Produktnamen tragen zur Abgrenzung bei.

In dem Zusammenhang könnte Sie ein Fleischer/Metzgerblog-Beitrag interessieren, der sich seit geraumer Zeit dem Thema Wertschöpfung ausführlich widmet. Klicken Sie hierzu bitte:

Die Wertschöpfungsstufen Ihres Fleischer-Fachgeschäfts und ihre Besonderheiten

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag wird bis auf weiteres auch gelistet unter „Erfolgskonzepte für Fleischer-Fachgeschäfte

Silvester 2019 – ein Jahresrückblick

Dienstag, Dezember 31st, 2019

Der Fleischer/Metzgerblog-Moderator zieht Bilanz

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, online aufrufbare oder in Printmedien veröffentlichte Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft erwarten für das deutsche BruttoInlandsProdukt 2019 im Vergleich zum BIP 2018 ein moderates Wachstum zwischen 0,4 und 0,6 Prozent. Und damit befindet sich die deutsche Wirtschaft das zehnte Jahr in Folge auf Wachstumskurs.

Generelle Konsumbereitschaft

Angesichts der Diskussion um Negativzinsen auf Sparkonten und einer niedrigen Inflationsrate von 1,4 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt destatis.de) ist die Konsumlust der Deutschen offensichtlich auch in 2019 ungebrochen. Der Arbeitsmarkt ist robust; und Lohnzuwächse um branchenübergreifend durchschnittlich 3,4% übersteigen die 1,5%ige Verbraucherpreis-Steigerung.

Fleischkonsum, Fleischsorten und Alternativen

„Pro Kopf,“ so erläutert Philipp Henrich auf de/statista.com/themen/1315/Fleisch „werden in Deutschland durchschnittlich rund 60 Kilogramm Fleisch und Fleischwaren aller Art verzehrt. Rund zwei Drittel davon macht allein Schweinefleisch aus, etwa 13 Kilogramm entfallen auf Geflügel und etwa 10 Kilogramm auf Rind- und Kalbfleisch. Während sich der gesamte Fleischkonsum in den letzten Jahren relativ stabil entwickelt hat, ist eine Verschiebung von Schweinefleisch hin zu Rindfleisch und Geflügelfleisch zu beobachten.“

Vor dem Hintergrund dieses relativ stabilen Fleischkonsums der letzten Jahre sind die Ernährungsweisen in Deutschland vielfältig. Dem Ergebnis einer Umfrage zufolge, die von Philipp Henrich hierzu im Juli 2019 unter dem Titel „Umfrage in Deutschland zu den verbreitetsten Ernährungsweisen 2019“ auf de/statista.com/themen/1315/Fleisch veröffentlicht wurde „breiten sich sich immer neue Ernährungsformen unter den Deutschen aus“.

Hierzu gehören „Pescetarier“, deren Speiseplan neben pflanzlichen Lebensmitteln Fisch und Meeresfrüchte umfasst. Hierzu gehören ferner „Reduktionswillige Fleischesser“ , die bereit sind, ihren Fleischkonsum zugunsten fleischloser Ersatzprodukte einzuschränken. Hierzu zählen auch „Flexitarier“, die vegetarische oder vegane Kost lieben, aber auf Fleisch- und Wurstkonsum nicht ganz verzichten wollen. Der typische „Flexitarier“ wird sich zwar in Ihrem Ladengeschäft nicht zwangsläufig als solcher outen, gilt jedoch als audio-visueller Impulskäufer und folglich als ideale Kontaktperson, um seine Reaktion auf die Präsentation einer neuen Varietät in Ihrem Angebots-Sortiment zu testen. „Die Anzahl der Vegetarier“, so die „Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse“, „die sich selbst als Vegetarier einordnen lag im Jahr 2019 bsi 6,10 Millionen. Damit waren es 400.000 Personen mehr als noch vor zwei Jahren.“ –

Geschäftsmodelle

Start-Ups im Ernährungssektor sowie neue, erfolgreiche Geschäftsmodelle erhöhen die Wettbewerbsdichte und -Intensität. So rückt Amazon fresh im Jahre 2019 mit inzwischen elf bundesweit verteilt liegenden Logistikzentren, einer Vielzahl von Verteilzentren, Prime Now-Stationen und einem AmazonFresh Depot in Potsdam immer näher an den Endverbraucher heran. Food-Courts in (Großstadt)-Einkaufscentern mit einer Vielzahl unterschiedlich strukturierter Anbieter im gastronomischen Bereich versprechen Genuss von „Klassikern bis hin zu gastronomischen Highlights“. Vielfach steigern sie ihre Attraktivität für Familien mit Kindern durch eine digitale Kinderspielecke.

Marketing

Betrachtet man beim Topic Digitalisierung den Aspekt Intelligenter Unternehmensdialog und Servicequalität, dann hatte Deutschland auch im Jahre 2019 immer noch Nachholbedarf.

Zwar versprach Kanzleramtsminister Helge Braun Mitte des Jahres 2019 in einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche, die Digitalisierung genieße in der Bundesregierung inzwischen „auf allen Ebenen höchste Priorität“. Jedoch: Erfolgreiche Digitalisierung hat eine exzellente Infrastruktur zur Voraussetzung, die eine flächendeckende Versorgung von Unternehmen, Behörden und Bürger*Innen mit Glasfaser und Mobilfunk sicherstellt. Und hier waren einige ländliche Gebiete auch in 2019 immer noch unterversorgt.

Doch die Zahl der Fleischer-Fachgeschäfte, die diese Informations-Technologie inzwischen zu nutzen verstehen ist in 2019 gewachsen. Kundenfreundlich gestaltete smartphone-adaptive Websites, Webshops, laufende (Angebots)-Aktualisierungen und Feed Back durch Google-Analytics-Auswertungen ermöglichen Ihnen als Fleischer/Metzgermeister, Kundenwünsche zu erkennen und natürlich auch neue Kundenwünsche zu wecken. Und so betritt so manch ein Kunde bestens vorinformiert und eingestimmt Ihr Ladengeschäft. Der direkte Kundenkontakt via Bedientheke ermöglicht Ihnen jetzt, sich auf persönliche Ernährungsberatung zu konzentrieren und sich so gegenüber preisaggressiven Discountern und beratungsarmen Supermärkten abzugrenzen.

Sonderpunkt: Verzehrfertige Produkte

Mobile Arbeitszeiten, die besonders in Doppelverdiener-Haushalten große Flexibilität in der häuslichen Speisenzubereitung erfordern ziehen mobile Essenszeiten nach sich. Vielfach wird in solchen Mehrpersonen-Haushalten weniger gekocht.

Aber nicht nur in der heutigen Businesswelt ist deshalb der Wunsch nach Fertiggerichten, die zeitsparend zu Hause einfach nur noch erhitzt zu werden brauchen ein veritabler Trend. Und zwar ein Trend, der sich inzwischen längst  zu einem, andere Verzehr-Tendenzen überlagernden MEGA-Trend entwickelt hat.

Und hier könnten Sie als Fleischer/Metzgermeister nicht nur in 2019 vom Ideenreichtum Ihrer (Gewürz)-Lieferanten profitieren.

Eine Basis hierzu liefert der Kreativitäts- und KnowHow-Fundus der Wallufer VAN HEES GmbH . Denn das international aufgestellte Unternehmen für Gütezusätze und Gewürze, für Convenience-Produkte und Aromen versorgte auch im Jahre 2019 mit der Kundenzeitschrift „Pfiff“ seine Kunden nicht nur mit „neuen Produktideen, Technologien und Fachinformationen“. Sondern darüber hinaus weiß man auf der Website-Unterseite „Köstliche Erfolgsrezepte für jeden Anlass“ auch ausgewählte Rezepte zu präsentieren, die Ihnen „schmackhafte Trend- und Produktideen zeigen“. Das Unternehmen verspricht zudem „Technologische Beratung in allen Fachfragen“ und überzeugt mit Fachinformationen zur Lebensmittelsicherheit . Food.PreTECT. Darüber hinaus visualisieren seit vielen Jahren Anwendungs-Videos die Vorteilhaftigkeit der Verwendung von VAN HEES-Produkten.

Fachmessen

Im Jahre 2019 werden Sie als Fleischer/Metzgermeister sicherlich die Gelegenheit gehabt haben, international bedeutsame deutsche Fachmessen wie die Frankfurter IFFA, die Nürnberger Evenord oder die Hamburger INTERNORGA als wertvolle Informationsplattform und nachhaltige Inspirationsquelle zu nutzen. Und die Stuttgarter SÜFFA, die im Jahre 2020 Jubiläum feiert, wurde weit im zeitlichen Vorfeld hier auf Fleischer/Metzgerblog bereits 2019 mit zwei Beiträgen ins Blickfeld gerückt, deren jüngster vom 17. Dezember 2019 datiert.

Grußwort

Für das Jahr 2020 wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie Gesundheit, Schaffensfreude und Erfolg. Greifen Sie einmalige Gelegenheiten beim Schopf. Beobachten Sie Trends, die sich zu Megatrends entwickeln könnten. Und:

Bewahren Sie sich Ihre Begeisterung
für Ihr so wichtiges Schaffen!

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Moderator vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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