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Halbzeit 2019 – Digitalisierung im Handwerk, Gesundheitsbewusstsein und Lebensmittel-Sicherheit

Montag, Juli 1st, 2019

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
die im Jahre 2009 aufgelegte, alljährliche „Halbzeit“-Serie hier im deutschen Fleischer/Metzgerblog geht ins zwölfte Jahr. Und auch dieses Jahr wieder könnte sie Ihnen Anregung für eine erste Bestandsaufnahme des laufenden Jahres geben.

Die Auswertung Ihrer monatlichen BWAs liefert Ihnen signifikante Kennzahlen, die umso mehr an Aussagekraft gewinnen, wie es Ihnen gelingt, die URSACHEN Ihrer betrieblichen Entwicklung zu erkennen.

Nach wie vor gilt: Deutschland wird älter. Und im Einklang mit dem medizinischen Fortschritt bleibt auch die ältere Generation länger gesund und mobil.

Überwiegt in Ihrem Fleischer-Fachgeschäft unter den Kunden die Altersgruppe 50+, die als „konservative Genießer“ bei hohem Qualitätsanspruch portionierte Angebote mit Regional-Bezug zu schätzen weiß, dann sind Sie hier gut aufgestellt, wenn Sie Ihre Beratung im Ladengeschäft mit einem Lieferservice verbunden haben. Denn so manch ein Kunde dieser Zielgruppe schätzt die persönliche (ERST)-Beratung vor Ort in Ihrem Fachgeschäft UND anschließend die laufende Online-Bestellmöglichkeit inkl. Lieferservice. Letzterer Dienst wird vom Kunden umso mehr geschätzt, je mehr es Wetterkapriolen nahelegen, das Transportrisiko auf den Lieferanten zu verlagern. Es ist diese Form der Digitalisierung im Handwerk, die Ihnen ermöglicht, mehr Zeit für die ERST-Beratung eines Kunden zu gewinnen und so laufende Nachkäufe online zu generieren.

Medienberichten zufolge ist auch das Gesundheitsbewusstsein dieser Altersgruppe 50+ besonders stark ausgeprägt. Doch „Gesunde Ernährung“ gilt vielfach als teuer oder als zeitlich zu aufwändig und deshalb im Alltag schlecht umsetzbar. Gelingt es Ihnen, sich diesbezüglich mit Ihrem Fleischer-Fachgeschäft als Problemlöser zu positionieren, könnten Sie sich nicht nur gegenüber Ihrer regionalen „Konkurrenz auf Augenhöhe“ profilieren.

Zur Kundenbindung auch der jüngeren Generation leistet eine smartphone-adaptive Website Ihres Betriebes einen bedeutsamen Beitrag. Medienberichten zufolge gibt es in Deutschland mehr Smartphones als Einwohner. Je übersichtlicher Ihre Website strukturiert ist, umso besser informiert betritt ein Smartphone-User Ihr Ladengeschäft. Qualifizierte Beratung könnte hier dazu beitragen, aus so manch einem Neukunden einen Stammkunden zu machen.

Der Kundenwunsch nach vegetarischer oder veganer Kost ist auch in 2019 stark ausgeprägt. Eine ähnliche Aussage gilt auch für Bio-Produkte. Ein entsprechendes (Teil)-Sortiment Ihres Angebots könnte die Erwartungen der Flexitarier erfüllen, die vegetarischer/veganer Kost aufgeschlossen gegenüber stehen, ohne auf gelegentlichen Fleischkonsum verzichten zu wollen.

Convenience, die Zeitersparnis bei der Essenszubereitung ist ein Mega-Trend, der an Stabilität gewinnt, je mehr er durch kundenwunsch-gerechte Attribute ergänzt wird. Mobile Essenszeiten – als Folge zunehmend mobiler Arbeitszeiten – unterstützen diesen Trend. Und ein international aufgestelltes Unternehmen, das primär im Convenience-Sektor für Food-Produzenten „individuelle Lösungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit und der Lebensmittelhaltbarkeit“ im Angebot hat, ist die Wallufer VAN HEES GmbH.

Sehen Sie hierzu beispielhaft die Fleischer/Metzgerblog-Beitträge

Neuer Lakezusatz für Kochpökelwaren mit hoher Ausbeute
sowie
„Anregungen zur Sommersaison 2019“

 

Fazit: Natürlich erfordert eine Orientierung an einem oder mehreren der skizzierten Trends die Bereitschaft zu Innovationen, Sortiments-Anpassungen und/oder zu Produkt-Streckungen. Auch könnten Sie Art und Umfang Ihrer Dienstleistungen neu bewerten.  Erfolgreiche Betriebe verändern sich; erfolgreiche Betriebe halten die Innovationsquote hoch. Lesen Sie hierzu abschließend

Die Innovationsquote Ihrer Fleischerei und der Faktor Zufall

Es wünscht Ihnen ein erfolgreiches zweites Halbjahr 2019 und grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag ist bis auf weiteres auch gelistet unter „Erfolgskonzepte für Fleischer-Fachgeschäfte

Mehrwert stiftende Informationen

Donnerstag, November 22nd, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/MetzgerGmeister,

jüngst wurde in den Sozialen Medien kolportiert, die Menschen gingen heutzutage immer seltener einkaufen, dafür aber werde „effizienter“ geshoppt. Zudem nähme das Angebot an Fertiggerichten zu, die nicht zum unmittelbaren Verzehr vorgesehen seien. – Versteht man unter „effizient“ einkaufen die Möglichkeit, z. B. in einem Supermarkt oder beim Discounter in Fußläufigkeit die (Grund)-Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs aufgrund der (Groß)-Auswahl einfach und bequem zu erwerben, dann wären diese beiden Geschäftsmodelle auch für den Käufertypus des Performers richtig aufgestellt. Denn der Performer mit seinem Emotionsfeld „Cleverness“, möchte nicht nur „gut und günstig“ einkaufen, sondern möglichst auch hierbei Artikel erwerben, die ihm, wie ein von ihm ausgesuchter Wein, sodann in einer Familien- oder Betriebsfeier ermöglichen, seine Kennerschaft zu demonstrieren. Natürlich haben Sie diesen Kundentypus auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei. Allerdings ist er dort in der Minderheit. Vielmehr dominiert in Ihrem Fachgeschäft der Kundentypus Traditionalist und/oder Genießer, und das umso mehr, je älter der Altersdurchschnitt Ihrer Kundschaft ist. Für den Traditionalisten sind Produkt-Qualität, Provenienz-Sicherheit und damit auch Vertrauen entscheidend für die Bevorzugung Ihres Betriebes als Einkaufsstätte. Den Genießer wiederum  binden Sie durch Produkte mit hohem Genusswert und durch die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zu kommunizieren, indem Sie die Aufenthalts-Qualität und -Dauer in Ihrem Geschäft durch eine Imbissecke (Stchwort: Heiße Theke) erhöhen. Menschen, die miteinander essen, halten überwiegend zusammen und könnten im Freundes- und Bekanntenkreis die so wichtige Mund-zu-Mund-Propaganda befeuern.

Hinzu kommt: Während im Einzelhandel die Online-Umsätze vielfach die Umsätze im stationären Geschäft bereits übertreffen,  steht der Verbraucher Medienberichten zufolge im Lebensmittelsektor und folglich auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei  der Online-Bestellung derzeit noch vergleichsweise verhalten gegenüber; vielmehr bevorzugt er, die Produkte klassisch stationär einzukaufen. Er genießt die persönliche Bedienung und Beratung in Ihrem Ladengeschäft. Mehrwert stiftende Informationen (Regionaleinkauf, Umweltschonung, Tierhaltung, Wertschöpfungskette)  sind ihm willkommen; er goutiert Kostproben und gegebenenfalls gar die Möglichkeit, das eine oder andere Produkt haptisch zu erkunden. Verlängerte Öffnungszeiten, und zwar nicht in den Abendstunden (denn dort würden Sie  mit Supermärkten und Discountern konkurrieren) sondern in den Frühstunden (z. B. mit einem „Fernfahrerfrühstück“) könnte Ihnen eine zusätzliche Zielgruppe erschließen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Moderator  vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Ferner: Der Beitrag ist auch gelistet unter: „Erfolgs-Konzepte für Fleischer-Fachgeschäfte