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Profilierung des Fleischer-Fachgeschäfts

Donnerstag, April 30th, 2020
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

natürlich ist die f-Marke (die Marke der Fleischer-Fachgeschäfte in Deutschland) ein „Symbol für Qualität und die Leistungsfähigkeit des Fleischerhandwerks“. Mit einem hohen Bekanntheitsgrad und großer Akzeptanz steht die f-Marke als Einkaufswegweiser“.

Jedoch unabhängig davon, ob eine Fleischerei/Metzgerei berechtigt ist, das Markenzeichen zu nutzen, versteht es so manch ein Fleischer-Fachgeschäft in Deutschland, sich durch das eine oder andere „Einzigartige Verkaufversprechen“ unverwechselbar zu profilieren.  Der individuellen Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Dieser USP (Unique Selling Proposition“ oder „Unique Selling Proposal“ ) dient der Positionierung einer Leistung und soll den Unterschied zu KonkurrenzBetrieben und -Produkten verdeutlichen. Und das Produkt, das in seiner jeweiligen Kategorie als DAS ORIGINAL wahrgenommen wird, genießt natürlich einen Wettbewerbsvorteil. Denn ME-TOO-Produkte werden vom Endverbraucher stets qualitativ und preislich mit dem ORIGINAL verglichen. Es gilt also, den USP des ORIGINALS zu pflegen, um Ihr Produkt vor Austauschbarkeit und der damit verbundenen Gefahr des Preisverfalls zu schützen.

Nachstehend hierzu einige Beispiele gelungener Profilierung deutscher Fleischer-Fachgeschäfte, deren Inhaber mir überwiegend persönlich bekannt sind.

Fleischerei Ludger Freese, 49429 Visbek – Restaurant, Party-Service
 USP:  Das kundenwunsch-optimierte Angebotsprogramm genießt besondere Aufmerksamkeit / Wertschätzung der Kunden und Gäste durch einen ausgesprochen eloquenten, humorvollen und kommunikativen Hausherrn

Feinkost Sträter, 33378 Rheda-Wiedenbrück
USP: Traditionsbetrieb. Das Unternehmen besteht seit 1930. Dritte Generation ist im Betrieb. Handwerkliche Produktion, überwiegend nach tradierten Rezepten; – Partyservice, Präsentkörbe, Wurst- und Fleischwaren. Filiale in Gütersloh

Metzgerei Sumser, 79104 Freiburg
USP:
Seit 1953 in Familienbesitz; „Schwarzwälder Spezialitäten“, Regional-Einkauf, hochwertiges Fleisch von Landwirten der Region; nach eigener Aussage: „Lückenlose Wertschöpfungskette“

Genusswerk Höner Gütersloh, 33335 Gütersloh – Feinkost-Fleischerei, Party-Service und Catering, Mittagtisch, Bistro
USP:
Mietbarer Partyraum;

Hofmetzgerei Höfermühle Alfons Gierl, 94244 Geiersthal
USP:
„Dry Aged Bayerwald Beef (sechs Wochen am Knochen gereift) aus eigener Aufzucht und hofeigener Schlachtung“  – Ferienhaus auf hofeigenem Gelände für Gruppenreisen

Landfleischerei Rau, 33334 Gütersloh-Isselhorst – Lieferservice, Catering, Partyservice
USP: Wertschöpfungskette auf Website einsehbar. Situativ flexibel: Da das Ladengeschäft derzeit durch Straßensperrungen schwer erreichbar ist, wird der Lieferservice stark ausgebaut.

Metzgerei Claus Böbel, Böbel, 91166 Rittersbach –
USP:
Wurstkatalog, Artikel-Schnellsuche, Versandhandel, Bratwursthotel mit Themenzimmern;   Claus Böbel ist nicht nur in Fachkreisen bundesweit bekannt durch wiederholte Fernsehpräsenz.„Mit seinem Wissen und Erfahrungsschatz aus vielen Jahren Onlinepräsenz ergänzt er als Referent gerne Veranstaltungen, die sich rund um das Thema Handwerk, Vermarktung mit außergewöhnlichen Ideen und Onlinehandel drehen.“ (Zitat auf eigener Website)

Fleischerei Wellmann (Inh. Sandro Jannuzzo), 33615 Bielefeld, Fleischerei, Partyservice
USP: Betrieb mit langer Tradition, ursprünglich gegründet in 1884

Fleischerei Meissner & Söhne, 14482 Potsdam
USP: 
Reife-/Dry-Aged Schrank im Schaufenster des Ladengeschäfts. Man beschickt Wochenmärkte der Region mit Verkaufsmobil

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Recherche nach bestem Wissen und Gewissen, alle Daten ohne Gewähr

Nachstehend wird in der Reihenfolge ihrer obigen Erwähnung zu Websites der einzelnen Betriebe verlinkt:

www.essideen.net,
www.feinkost-straeter.de,
www.metzgereisumser.de,

www.genusswerk-hoener.de,
www.hofmetzger.de,
www.landfleischerei-rau.de,

www.umdiewurst.de,
www.fleischerei-wellmann.de,
www.meissner-fleischerei.de

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Moderator vom genuss-affinen Regional-Portal Kulinarisches-OWL.de
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Preisdruck bei austauschbarer Ware

Montag, Januar 13th, 2020

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

austauschbare, durch ein gleichwertiges Konkurrenzprodukt ersetzbare Ware wird primär „über den Preis“ gekauft. Der jeweils günstigere Preis setzt hier den entscheidenden Kauf-Impuls.

Im klassischen Möbelhandel, wo eine Vielzahl von (Einzel)-Händlern ihr Möbelsortiment von nur wenigen industriellen Herstellern bezieht, sind entsprechend viele der jeweils vorgehaltenen Möbel vergleichbar und somit austauschbar. Die Folge ist ein ständiger Kampf um den Kunden. Der puristische stationäre Möbelhandel lockt hierzu den Kunden über zeitlich limitierte Aktionen und Ratenzahlung in das Möbelhaus. Bei den Puristen unter den Möbel-Onlinehändlern ist der PREIS das entscheidende Kriterium, das den Impuls zum Kauf setzt, sofern Möbelanlieferung und Hilfe beim Möbelaufbau oder –Zusammenbau gewährleistet sind.

In jedem dieser beiden Geschäftsmodelle ist die Wertschöpfungskette ausgesprochen kurz, und die Marketing-Abteilung ist vor entsprechend große Herausforderungen gestellt.

Im Unterschied zu diesen beiden Geschäftsmodellen gelingt es dem skandinavischen Möbelhaus IKEA, nicht nur online und offline miteinander zu verknüpfen; – sondern gleichzeitig generieren die Schweden  eine ausgesprochen lange Wertschöpfungskette. Diese beginnt bei der Ideenfindung, geht sodann über eigenständiges Produkt-Design und (vornehmlich) eigene Herstellung bis zu Produkt-Präsentation inkl. Virtual Reality. Sie erreicht ihre Vollendung im Verkauf in eigenen Niederlassungen. Die laufende Kontrollmöglichkeit über JEDE EINZELNE der Wertschöpfungsstufen schafft das so wichtige Vertrauen und trägt zur Kunden-Loyalität bei.  Die logische Folge sind unverwechselbare Kreationen, die sich aufgrund ihrer Individualität der preislichen Vergleichbarkeit entziehen und in ihrer Gesamtheit dazu beitragen, die MARKE IKEA zu prägen.

Und natürlich sind auch Sie als Fleischer/Metzgermeister mit Ihrem Betrieb gut aufgestellt, wenn Sie einerseits ein Angebots-Sortiment haben, das dem Wünschespektrum Ihrer Stammkunden und Intensiv-Verwender weitestgehend entspricht. Und andererseits sind Sie gut aufgestellt, wenn dieses Sortiment und seine Präsentation Ihnen ein einprägsames Profil verschaffen, um sich gegenüber Supermärkten und Discountern sowie gegenüber Ihrer regionalen Konkurrenz auf Augenhöhe deutlich abzugrenzen.

Je länger Ihre Wertschöpfungskette ist, je mehr Einfluss Sie als Fleischer/Metzgermeister auf die einzelnen Wertschöpfungsstufen nehmen können und je transparenter Sie diese Stufen für den Kunden kommunizieren, umso mehr KAUF entscheidendes Vertrauen könnten Sie aufbauen

Je individueller, je eigenständiger hierbei einzelne Ihrer Stufen sind, umso mehr schützen Sie sich vor Nachahmern. Individuelle Produktgestaltung (zum Beispiel mit Hilfe einer Schinkenpresse), Produktstreckungen  sowie lokal- oder regional-typische Produktnamen tragen zur Abgrenzung bei.

In dem Zusammenhang könnte Sie ein Fleischer/Metzgerblog-Beitrag interessieren, der sich seit geraumer Zeit dem Thema Wertschöpfung ausführlich widmet. Klicken Sie hierzu bitte:

Die Wertschöpfungsstufen Ihres Fleischer-Fachgeschäfts und ihre Besonderheiten

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag wird bis auf weiteres auch gelistet unter „Erfolgskonzepte für Fleischer-Fachgeschäfte