Archive for the ‘Wertschöpfung’ Category

Die verpasste Gelegenheit

Sonntag, Dezember 1st, 2019

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

in so manch einer Branche ist es schon immer ein gutes Geschäftsprinzip gewesen, Ängste zu schüren und gleichzeitig das Heil- oder Gegenmittel anzubieten, um dem Betroffenen für den Eventualfall die Angst  zu nehmen. Schaden- und Unfallversicherungen arbeiten nach diesem Prinzip, aber auch Sicherheitsdienste, Pharma-Konzerne u. a.

Ängste gehören zu unserer emotionalen Grundausstattung. Und das hat Folgen für die Bereitschaft eines Betroffenen, einen schriftlichen Vertrag abzuschließen oder einen Kauf zu tätigen.

Zwar ist letztlich der Entscheidungsträger, beispielsweise IHR Kunde der festen Überzeugung, seine Kaufentscheidung stets rational zu treffen. Tatsächlich jedoch basieren Kaufentscheidungen gemäß den Erkenntnissen der angewandten Psychologie auf „emotionalen Nutzenberechnungen des Gehirns“, die sich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Entscheidungsträgers abspielen. Und schon so manch ein Kunde ist bei dem Versuch, seine Einkäufe später zu Hause zu begründen, kläglich gescheitert. Vielfach ist er sogar überrascht festzustellen, warum er ausgerechnet das Produkt X in einer ungewöhnlich großen Stückzahl erworben hat.

Folglich könnte Angst als bedeutsamer Emotions-Träger auch in Ihrem Fleischer-Fachgeschäft Kauf entscheidende Impulse setzen, wenn der Kunde bei Nichtannahme eines Ihrer Angebote die Sorge hat, eine besondere oder gar einmalige Gelegenheit zu verpassen. Quantitative Angebots-Beschränkungen („Nur solange der Vorrat reicht!“) und/oder zeitlich limitierte (Preis)-Aktionen („Unser Sonderpreis gilt nur bis zum Monatsende!“) steigern die Wertigkeit Ihres Angebots und verleiten zum Kauf.

Der unmittelbare Kontakt, den Sie und Ihr Team via Bedientheke zum Kunden haben versetzt Sie zudem im Unterschied zu beratungsarmen Supermärkten und preisaggressiven Discountern in die besondere Lage, im persönlichen (Beratungs)-Gespräch die Aufmerksamkeit des Kunden auf die einmalige Gelegenheit zu lenken und Zusatz-Umsatz zu generieren.

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag wird bis auf weiteres auch gelistet unter „Erfolgskonzepte für Fleischer-Fachgeschäfte

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Kundenfrequenz und partnerschaftliche Zusammenarbeit

Donnerstag, November 14th, 2019

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, alljährlich sind es externe Impulse während der Advents- und Weihnachtszeit, welche die Nachfrage nach Fleischerei-Produkten und –Dienstleistungen  pushen. Sie können also in aller Regel davon ausgehen, schon bald auch dieses Jahr wieder von einer Frequenz-Zunahme im Ihrem Ladengeschäft und/oder in Ihrem Webshop zu profitieren. Denn nicht nur Ihre Stammkunden und Intensiv-Vewender besuchen dann mit einer ganz bestimmten Erwartungshaltung Ihren Betrieb. Auch Seltenverwender, Gelegenheitskunden und Neukunden vertrauen auf Ihre saison- und ereignisgerechte Kreativität. In Ihrem Ladengeschäft herrscht eine gelöste Stimmung, die Kaufbereitschaft des Kunden steigt und die zeitliche Begrenzung von saison-spezifischen Sonderangeboten veranlasst zu so manch einem Spontankauf.

Gute Erfahrungen des letzten Jahres, die Sie aus der Zusammenarbeit mit genuss-affinen Betrieben aus Nachbarbranchen mit gleicher oder ähnlicher (Endziel)-Gruppe gewonnen haben, inspirieren Sie. Erfahrungsaustausch, wechselseitige Empfehlungen, gemeinsame Marketingmaßnahmen haben sich als sinnvoll und zielführend erwiesen. So sind Sie auch dieses Jahr wieder bereit, die entsprechenden Kooperationen -und die umschließen weit mehr als Freundschaftspflege in den Sozialen Medien-  fortzusetzen oder auch zu erweitern. Sie sind gemeinsam mit Ihrem Team gut vorbereitet und sehen der Entwicklung mit Freude und Gelassenheit entgegen.

Eine Vergrößerung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist jedoch sorgfältig abzuwägen. Und Sie sollten Schritt für Schritt vorgehen. Denn schon die Einbindung eines einzigen  weiteren Partners könnte nichtlineare Folgen haben: Bereits ein einziger zusätzlicher Partner könnte für unverhältnismäßig große Nachfrageverschiebungen sorgen. Diese Erkenntnis ist besonders dann von Bedeutung, wenn Ihr Betrieb schon vorher nahezu unter Volllast läuft; denn nunmehr, unter Volllast könnte jede kleine Störung innerhalb Ihrer Wertschöpfungskette disproportionale Folgeeffekte nach sich ziehen.

Die Konsequenz: Behalten Sie sich bei Ihrem Betrieb eine Kapazitätsreserve offen. Steuern Sie Ihren Betrieb aus Rentabilitätsgründen zwar in der Nähe einer hundertprozentigen Auslastung; ein Auslastungspuffer von 5% jedoch schont nicht nur die Nerven von Geschäftsleitung und Team, sondern sorgt auch für die nötige Gelassenheit und Freundlichkeit im Service.

Es grüßt Sie freundlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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