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Halbzeit 2018 – Kundenwunsch-Wandel und Mega-Trends, Zielgruppen und Innovationsquote

Freitag, Juli 6th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

die im Jahre 2009 aufgelegte „Halbzeit“-Serie erfreut sich bei Ihnen weiterhin großer Wertschätzung; – gibt sie ihnen doch alljährlich Anregung für eine erste Bestandsaufnahme des laufenden Jahres. So könnten Sie auch im Jahre 2018 bereit sein,  die bereits angelaufene oder anlaufende Sommerferienzeit zu nutzen, einmal inne zu halten und signifikante Kennzahlen Ihrer monatlichen BWAs auszuwerten. Die Cäsur durch die Sommerferienzeit mit Ihrer signifikanten Änderung der Kundenstruktur in Ihrem Ladengeschäft könnte Sie veranlassen, auch nach möglichen Ursachen Ihrer betrieblichen Entwicklung zu forschen.

Deutschland wird älter. Die wahrscheinlich auch in Ihrer Fachfleischerei derzeit vorherrschenden Repräsentanten  der Kundengruppe 50+ gelten gemeinhin als „konservative Genießer“. Und sie werden sicherlich auch bei Ihnen mit ihrem Wunsch nach portionierten Angeboten ihr Theken-Sortiment sowie Art und Umfang Ihrer Menu-to-go-Offerten beeinflussen. Ungebrochen ist nicht nur bei dieser Zielgruppe auch der Wunsch nach Regionalität. Produkt- oder Menünamen mit Regional- oder Lokalbezug schmeicheln generell dem Lokalpatrioten. Und auch diese Zielgruppe weiß die Verlängerung der Grillsaison durch moderne Grillgeräte zu schätzen.

Die Anzahl der Fleischer-Fachgeschäfte wächst, die mit ihrem Onlineshop (und dort durchaus nicht nur mit Dauerwaren) wesentlich mehr Umsatz machen als mit ihrem stationären Geschäft. Sind Sie mit Ihrem Betrieb bisher rein stationär, sollten Sie prüfen, welche ihrer Bestläufer am ehesten auf überregionale Akzeptanz stoßen könnten. Vielleicht werten Sie hierzu einmal eMails oder Telefonate von ortsfremden Kunden aus, die Ihnen nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat mit Begeisterung den Genuss Ihrer Produkte geschildert oder gar nachgeordert haben. Je eher Sie mit einzelnen Ihrer Produkte oder Teilen Ihres Sortiments ein Alleinstellungsmerkmal haben oder sich den Attributen einer Marke nähern, umso eher könnten Sie in risikoarmen kleinen Schritten nach der Ihnen bekannten „Versuch- und Irrtum-Methode einen Versuch wagen. Denn nicht nur so manch einer aus Ihrer (über)-regionalen „Konkurrenz auf Augenhöhe“, auch einzelne Supermärkte und Discounter schenken dem Online-Geschäft große Beachtung, und Amazon Fresh kommt mit der Vielzahl seiner Logistikzentren dem Endverbraucher näher.

Und die Verzehrgewohnheiten ändern sich. Der Kundenwunsch nach Fleischkonsum aus der (Ziel)-Gruppe der konservativen Genießer konkurriert mit dem Wunsch überwiegend jüngerer Zielgruppen nach vegetarischer oder veganer Kost, der auch in 2018 ein bedeutsamer Konsumtrend ist.  Eine ähnliche Trend-Aussage gilt für Bio-Produkte. Hervorstechend und Medienberichten zufolge stark wachsend ist zudem die Konsumgruppe der Flexitarier, die vegetarischer oder veganer Kost gegenüber aufgeschlossen ist ohne auf gelegentlichen Fleischkonsum verzichten zu wollen. Und vielleicht ist diese Zielgruppe in Ihrem Fleischer-Fachgeschäft bereits groß genug, um nach der Ihnen bekannten „Versuch- und Irrtum-Methode“ in behutsamen Schritten Ihr Sortiment um vegetarische Angebote aufzustocken. Je besser Sie hierbei Ihr betreffendes Angebot zeitlich begrenzen können (Saison-Produkte!), umso einfacher könnten Sie das betreffende Sortiment bei unzureichender Akzeptanz am Ende der Saison ohne Gesichtsverlust aus dem Sortiment wieder herausnehmen.

In Deutschland gibt es Medienberichten zufolge mehr Smartphones als Einwohner. Und auch in Ihrem Ladengeschäft wächst die Gruppe der qualitäts- und preisbewussten Genießer von heute, die Ihr Angebot per Smartphone aufrufen und bestens vorinformiert Ihr Ladengeschäft betreten. Und ganz nebenbei könnte Ihnen eine smartphone-adaptive Website so manch einen Neukunden bescheren. In dieser Gruppe der Smartphone User gilt der Smart Consumer unter 35 Jahre als selektiver Online-Shopper, der auf seiner „Customer Journey“ die Kanäle wechselt.  So könnte er sich in Ihrem Ladengeschäft zunächst ausführlich beraten lassen, um anschließend online zu bestellen und sich die Produkte anliefern zu lassen.

Die Zunahme mobiler Arbeitszeiten zieht mobile Essenszeiten nach sich. Nicht nur in Mehrpersonen-Haushalten mit Kindern ist es zunehmend schwieriger geworden, die Familie zu konstanten Essenszeiten zusammen zu bringen. Entsprechend „volatil“ ist auch die Nachfrage nach Produkten aus Ihrer „Heißen Theke“. Mobile Essenszeiten fördern zudem den Kundenwunsch nach Convenience, der sich auch vor diesem Hintergrund zu einem wahren Mega-Trend entwickelt hat.

Vielleicht prüfen Sie einfach mal, inwieweit Sie mit Ihrem Angebot den dargestellten Trends entsprechen; denn Trends sind nichts anderes als mehr oder weniger deutlich wahrnehmbare Kundenwünsche. Und prüfen Sie bitte auch, wie viel Prozent Ihres Umsatzes Sie mit Produkten, Produkt-Streckungen und/oder Dienstleistungen machen, die Sie in den letzten drei Jahren entwickelt haben. Ist Ihre Umsatz- und/oder Gewinnentwicklung aus Ihrer Sicht nicht zufriedenstellend, könnte Ihre Innovationsquote zu niedrig sein.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Die Macht der Anreize

Freitag, April 27th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

auch für Sie wird es selbstverständlich sein, Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität an Kundenwünschen zu orientieren, die sie deutlich wahrnehmen oder gar selber wecken wollen. Extern (also ohne Ihr Zutun) geschürte Ereignisse wie christliche Feste und Schulferien oder der Beginn einer neuen Saison erleichtern Ihnen hierbei, (mehr …)