Archive for the ‘Kundenwunsch-Wandel’ Category

Infrastruktur im Wandel

Donnerstag, Oktober 11th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

vielleicht sind Sie persönlich bereits eine ganze Reihe von Jahren als verantwortlicher Fleischermeister mit Ihrem Fachbetrieb an demselben Standort positioniert. Und gegebenenfalls führen Sie Ihr Fleischer-Fachgeschäft bereits in zweiter oder dritter Generation. In jedem Fall jedoch profitieren Sie bewusst oder unbewusst von der Infrastruktur Ihres Ortes oder (Groß)-Stadtteils, die umso größere Attraktivität auf die lokale und regionale genuss-affine Kundschaft ausübt, je besser die dort angesiedelten Betriebe einander mit ihrem Angebot ergänzen. So haben Cafés und Fleischer-Fachgeschäfte, Konditoreien und Restaurants/Bistros die gleiche oder zumindest ähnliche Zielgruppe, nämlich den genuss-affinen, qualitäts- und preisbewussten (End)-Verbraucher.

Je enger oder dichter solche einander im Angebot ergänzenden Betriebe liegen und je besser diese in Fußläufigkeit erreichbar sind, umso deutlicher werden sie wahr genommen. Das heißt aber gleichzeitig: Beginnt die Infrastruktur zu erodieren, könnte das über kurz oder lang auch Folgen für Ihr Fleischer-Fachgeschaft haben, da die GESAMT-Attraktiviät Ihres Ortes oder (Groß)-Stadtteils sinkt.

Und jetzt versuchen Sie bitte einmal, sich zu erinnern, wie sich diese Infrastruktur in den letzten Jahren oder Jahrzehnten in Ihrem Ort oder (Groß)-Stadtteil gewandelt hat. Was oder welcher inhaber-geführte Betrieb ist nicht mehr da, welche Betriebs-Kategorie, welches Geschäfts-Modell ist hinzu gekommen? Wie hat sich die Kunden-Struktur und -Frequenz in Ihrem Ladengeschäft in den letzten Jahren verändert?

Jetzt könnte Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität herausgefordert sein, um offensiv neue Kundenwünsche zu wecken und natürlich dann auch mit dem entsprechenden Angebot zu bedienen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Quantitative Angebots-Beschränkung und zeitlich begrenzte Verfügbarkeit

Mittwoch, September 12th, 2018

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

erfolgreiche Betriebe sind innovativ. So sollten Sie vielleicht einmal checken, wie viel Umsatz Sie mit Ihren eigenen handwerklich hergestellten Produkten gemacht haben, die Sie in den letzten drei Jahren entwickelt und in Ihr Sortiment aufgenommen haben.

Sollten Sie mit Ihrer Umsatz- und Gewinnentwicklung nicht zufrieden sein, könnte Ihre Innovationsquote zu niedrig sein. Zwar ist sicherlich auch bei Ihnen fleischerhandwerkliche Kreativität reichlich vorhanden, und die besten Ideen kommen wahrscheinlich auch Ihnen während der Produktion.

Doch Sie wissen aus eigener Erfahrung längst: Es ist oft wesentlich einfacher, Vorhandenes zu verfeinern oder gar zu optimieren als etwas vollständig Neues zu erschaffen.

Zudem spüren Sie auch, was es zu vermeiden gilt und zu welchen Ideen Sie von Anfang an NEIN zu sagen haben. Denn Sie wissen aus Erfahrung wesentlich besser, was garantiert falsch ist, als was vielleicht richtig sein könnte. So haben Sie im Laufe der Zeit sicherlich auch getreu der Ihnen bekannten „Versuch-und-Irrtum“-Methode Ihre hauseigene Salami in mehreren Geschmacks-Varietäten im Angebot.

Doch Sie wissen auch um die Vorteilhaftigkeit der entsprechenden  (Varietäten)-Beschränkung auf ein auszutestendes Optimum. So haben vielleicht auch Sie persönlich bei der einen oder anderen (Wurst)-Spezialität unter Ihren Bestläufern jeweils gute Erfahrungen mit einem „Sechser-Sortiment“ (= ein Grundprodukt und fünf Varietäten) gemacht, bei dem sich die einzelnen Varietäten natürlich auch deutlich für den Kunden wahrnehmbar durch Form, Kaliber und/oder Optik voneinander unterscheiden.

Denn:  ein Sechser-Sortiment ist einerseits vielfach groß genug, dem Stammkunden hinreichend Auswahl und Abwechslung zu bieten, schützt aber andererseits den Selten-Verwender und Gelegenheits-Käufer vor kognitiver Überlastung. Beschränkung fördert vielmehr die Aufmerksamkeit und erleichtert dem Kunden zudem die Kauf-Entscheidung.

Doch nichts ist so beständig wie der (Kundenwunsch)-Wandel. So wird es sinnvoll sein, gelegentlich die eine oder andere Varietät innerhalb eines Sechser-Sortiments gegen eine neue Variante zu tauschen. So generieren Sie Aufmerksamkeit; denn Veränderungen werden vom menschlichen Auge schneller wahr genommen als das Gleichbleibende.

Steigerung der Produkt-Wertigkeit und Kauf entscheidende Emotionen generieren Sie zudem, wenn Sie die neue Varietät in ihrer Verfügbarkeit zeitlich beschränken. Als Begründung für die begrenzte zeitliche Verfügbarkeit bietet sich immer ein Saison-Wechsel an. So könnten Sie gegebenenfalls die neue Variante bei unzureichender Akzeptanz am Saison-Ende ohne Gesichtsverlust wieder aus dem Sortiment nehmen; denn das Angebot war ja „auf die neue Saison“ beschränkt.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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