Wertschöpfungskette und Komplexität

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, je mehr Stufen Sie in Ihrer Wertschöpfungskette vom Tier auf der Weide über Fütterung, Schlachtung und Zerlegung bis zum verkaufsgerechten Fleisch- oder Wurstprodukt in Ihrer Theke kontrollieren oder gar beeinflussen können und je transparenter Sie diesen Wertschöpfungsprozess machen, umso mehr Vertrauen genießen Sie bei Ihrer Kundschaft. Verstehen Sie es darüber hinaus, im Produktions- und Dienstleistungssektor rechtzeitig Tendenzen oder Trends zu erkennen und aufzugreifen oder gar selber zu setzen, könnten Sie Ihrer lokalen oder regionalen „Konkurrenz auf Augenhöhe“ stets den entscheidenden Schritt voraus sein.

Wertschöpfungskette und Kompetenz

Je länger Ihre Wertschöpfungskette ist, je mehr Wertschöpfungsstufen sie also umfasst, umso eher ist der Endverbraucher geneigt, Ihnen besondere Kompetenz bei der Wurstherstellung zuzubilligen. Und das ist ein bedeutsamer Wettbewerbsvorteil. Denn: Haben Sie erst mal in der Wahrnehmung des Verbrauchers die widerspruchsfreie Zuständigkeit erworben, könnte Sie der Wettbewerb allenfalls in der Produktebene kopieren oder kreativ imitieren. Das heißt aber gleichzeitig: IHR Produkt wird als DAS ORIGINAL wahrgenommen mit allen daraus ableitbaren Vorteilen für die betreffende Wertschätzung des Verbrauchers.

Und jetzt kommt etwas ganz Entscheidendes: Je besser es Ihnen darüber hinaus gelingt, dem Kunden durch Erwerb des Produktes einen konkreten Nutzen aus der Verwendung (z. B. „Convenient in der Zubereitung“) zu versprechen, umso eher erlangen Sie Kompetenz in der Ebene der Nutzenstiftung. Die widerspruchsfreie Zuständigkeit in der Nutzungstiftungsebene ist deshalb so bedeutend, da in dieser Ebene (z. B. durch Visualisierung von Verwendungs-Situationen) Kauf entscheidende Impulse gesetzt werden.

Wertschöpfungskette und Komplexität

Je länger die Wertschöpfungs-Kette ist, je umfangreicher die einzelnen WertschöpfungsStufen sind, umso komplexer wird der gesamte Herstellungsprozess. Logistische Herausforderungen wachsen, handwerkliche Produktionsstufen und (Produkt)-Reifephasen sind aufeinander abzustimmen. Läuft ein Betrieb dann temporär unter Volllast, sind Logistik, Kutter und Kühlaggregate sowie das Produktions- und Verkaufs-Team besonders gefordert. Eine einzige Schwachstelle kann den Betriebsablauf nicht nur ein wenig stören, sondern den Herstellungsprozess buchstäblich lähmen oder gar zum vorübergehenden BreakDown führen, der auf den ersten Blick in seiner Dimension in keinem sinnvollen Verhältnis zur konkreten Ursache zu stehen scheint.

Ergänzend zu diesem Beitrag wird unten stehend auf zwei weitere Fleischer/Metzgerblog-Beiträge verlinkt, welche sich der Thematik bei leicht geänderter Fragestellung ebenfalls widmen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)
Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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P. S. Der Beitrag ist bis auf weiteres auch gelistet unter „Erfolgskonzepte für Fleischer-Fachgeschäfte

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