Profilierungsmöglichkeiten des Fleischer-Fachgeschäfts

Die Fakten und ihre Vermittlung

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
vielfach könnte derjenige Betrieb einen Wettbewerbsvorteil erlangen, der neue Tendenzen oder gar Trends als Erster erkennt.Da auch in der Fleischerbranche Trends aber nichts anderes sind als mehr oder weniger deutlich wahrnehmbare (Kunden)-Wünsche oder –Erwartungen, könnten Sie Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität bei entsprechender Wahrnehmung nutzen, um mit einem trendgerecht ausgerichteten Angebot die betreffenden Kundenwünsche auch zu erfüllen.

Je eher und je deutlicher Sie sich diesbezüglich im Marketingbereich engagieren und im Kundengespräch, über Flyer, Website-Aktualisierung und Mund-zu-Mund-Propaganda profilieren, umso schneller könnten Sie die entsprechende (Trend)-Kompetenz erlangen. Das ist deshalb so wichtig, da diese „widerspruchsfreie Zuständigkeit“ Ihren einmal erlangten (zeitlichen) Vorsprung gegenüber Ihrer lokalen oder regionalen „Konkurrenz auf Augenhöhe“ stabilisiert; denn Ihre Produkte, Ihr Angebot wird als das trendgerechte ORIGINAL wahrgenommen, das vom Wettbewerb allenfalls „kreativ imitiert“ werden könnte. Und natürlich gilt es, einen solchen Trend durch Angebot und Service laufend zu bedienen und umso mehr zu pflegen, je mehr sich der betreffende Trend zu einem Mega-Trend entwickelt oder entwickeln könnte.

Regionalität
Je mehr in Ihrem Ladengeschäft die Kundengruppe 50+ überwiegt, umso größer ist der Anteil konservativer Genießer. Diese Kundengruppe weiß regionale Herkunft bei gleichzeitiger Offenlegung Ihrer Wertschöpfungskette zu schätzen. Produktnamen mit Regional- oder gar Lokalbezug schmeicheln dem Lokalpatrioten. Ein öffentlich ausgehängter Hinweis auf die regionale Fleischherkunft („Unser Qualitätsfleisch lieferte diese Woche Bauer Mustermann“) unterstützt das so wichtige, da vielfach KAUF entscheidende Vertrauen. Allerdings versuchen seit geraumer Zeit verstärkt auch beratungsarme Supermärkte und preisaggressive Discounter, in diese traditionelle Metzger-Domäne einzubrechen, indem sie den Begriff Region möglichst weit auslegen. Deshalb gilt es für Sie, bei Ihren Produktnamen mit Regional-Bezug Ihre Region einerseits eng genug einzugrenzen, um sich deutlich gegenüber den Möglichkeiten der Geschäftsmodelle Supermarkt und Discounter abzugrenzen und andererseits weit genug zu fassen, um Ihnen bei Ihrem so wichtigen „Streben nach Qualitätsführerschaft“ ein auskömmliches Wirtschaften zu ermöglichen. Ihr direkter Kontakt zum Kunden via Bedientheke ermöglicht Ihnen hierbei, im Kundengespräch zusätzlich auf die so gewonnene Schonung der Umwelt durch kurze (Einkaufs)-Wege hinzuweisen.

Convenience
Und auch die Kundengruppe 50+ hat es vielfach gern bequem. Die deutsche Wohnbevölkerung wird älter! Folglich nimmt die Zahl der Ein- oder Zweipersonenhaushalte zu. Zubereitungsfertige oder gar verzehrfertige Angebote werden zunehmend dann geschätzt, wenn sie portioniert vorgehalten werden. Und natürlich gehören zu einem kundengerechten Convenience-Produkt auch die richtigen Grillgewürze, Marinaden und Panaden.

Mobile Arbeits- und Essenszeiten
Mobile Arbeitszeiten haben Einfluss auf das Ernährungsverhalten. So werden auch die Essenszeiten mobil. Nicht nur in Mehrpersonenhaushalten mit zwei Verdienern wird es zunehmend schwieriger, die Familie zu konstanten Essenszeiten zu Tisch zu bitten. Kochen wird zeitlicher Luxus. Vielmehr sollte die Zubereitung schnell und einfach gehen. Ihre „Heiße Theke“ mit verzehrfertigen Angeboten, Ihr „Menü to go“-Angebot bedient diesen Trend.

Es grüßt sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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