Kundenwunsch-Wandel, mobile Essenszeiten und Heiße Theke

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzermeister, vielleicht gehören auch Sie zu denjenigen Unternehmern, die den Ergebnissen der Markt- und Zielgruppenforschung bezüglich der Kundenwünsche skeptisch gegenüber stehen. Sie persönlich verlassen sich lieber auf Informationen, die Sie im direkten Kundengespräch via Bedientheke gewinnen und nutzen Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität zur Erfüllung wahrgenommener neuer Kundenwünsche.

Doch auch hier sollten Sie die gewonnenen Eindrücke behutsam auswerten bzw. umsetzen. Denn gemäß den Erkenntnissen der Modernen Psychologie handelt der Kunde bei seinem Einkauf nur selten rational, sondern lässt sich vielmehr von seinen Emotionen leiten, die letztlich KAUF ENTSCHEIDEND sind.

Ob Ihrem Kunden das von Ihnen Neu-Offerierte letztlich gefällt oder nicht, können Sie sodann deutlich an seinem künftigen Kaufverhalten erkennen. D. h. Ihre diesbezüglichen praktischen Erfahrungen geben Ihnen Aufschluss darüber, in welche Richtung und in welchem Umfang Sie die Präsentation neuer Produkte oder (Produkt)-Varietäten Ihrer Bestläufer in Ihrer Fleisch- und Wursttheke vorantreiben sollten. Hierbei gilt es, Ihre Verlust-Aversion zu überwinden und die jeweiligen Tests konsequent nach der Ihnen bekannten „Versuch- und Irrtum“-Methode behutsam in risikoarmen Schritten und zeitlicher Präsentations-Begrenzung durchzuführen.

Hierbei kommt Ihnen Folgendes zugute: Je länger Ihr Betrieb bereits erfolgreich am Markt ist, je länger Sie die sprichwörtliche Metzgerqualität liefern und je konstanter und übersichtlicher Ihr Grund-Sortiment aufgestellt ist, umso eher ist Ihr Stammkunde bereit, eine deutlich gekennzeichnete neue Produkt-Varietät bzw. –Streckung oder gar ein ganz neues Produkt zu probieren. Zudem gilt: Je mehr Ihr Betrieb als Marke  wahr genommen wird, umso eher genießen Sie einen (Kompetenz)-Vertrauensvorschuss, wodurch sich Ihre Floprate bei kundenwunsch-gerechten, neuen Präsentationen in engen Grenzen halten dürfte.

Erfolgreich ist derjenige, der den Wünschewandel erkennt, bevor er offensichtlich wird. Erfolgreiche Marken, erfolgreiche Betriebe verändern sich! Gelingt es Ihnen gar, neue mainstream-konforme Kundenwünsche per Eigeninitiative zu wecken (und natürlich auch mit dem passenden Angebot zu erfüllen), könnten Sie einen bedeutsamen Wettbewerbsvorteil generieren. Zudem könnten Sie von der Innovationskultur und dem Erfahrungsschatz Ihrer (Gewürz)-Lieferanten profitieren, die Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen Einsicht in ihren „Ideen-Pool“ gewähren.  Und vielleicht konstatieren auch Sie seit geraumer Zeit die Zunahme „mobiler Essenszeiten“ des Endverbauchers: Ihre „Heiße Theke“ mit ihren verzehrfertigen Produkten wird nicht nur während der Mittagszeit geschätzt und wird zum Umsatz-Generator. „Click and Collect“– und „Click and Reserve“-Angebote werden nachgefragt. Und so manch ein Klassiker Ihrer  „Heißen Theke“ könnte sich gar zu einem ausgesprochenen Renner entwickeln.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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