Profilierung im Kreise konkurrierender Geschäftsmodelle

Fleischer-Fachgeschäfte im Wettbewerb mit Supermärkten, Discountern und Einkaufs-Centern 

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

Ihr derzeitiges Profil: als Inhaber eines handwerklich strukturierten Fleischer-Fachgeschäfts haben auch Sie Ihre Stammkundschaft, die Ihnen gegebenenfalls  schon seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten, vielfach gar Generationen übergreifend die Treue hält. Und mit Ihrer Stammkundschaft machen wahrscheinlich auch Sie, der Pareto-Gesetzmäßigkeit entsprechend, ca. zwei Drittel Ihres Umsatzes. Im Laufe der Zeit haben Sie die Wünsche und Erwartungen Ihrer Stammkundschaft im persönlichen Gespräch via Bedienthteke ausgelotet und Ihr Angebot entsprechend ausgerichtet. Regional-Produkte genießen  sicherlich auch bei Ihnen gebührende Nachfrage und Sie verstehen es, Ihre treue Kundschaft gelegentlich durch neue Kreationen oder Produkt-Streckungen auch zu überraschen. Auch den Online-Bestellmöglichkeiten Ihrer Produkte schenken Sie vorrangig Beachtung, denn Sie haben  für ihre (Dauer)-Waren einen Online-Shop mit Lieferservice . Sie machen die Wertschöpfungskette Ihrer Fleischerei auf Ihrer Website sichtbar und ermöglichen dem Kunden, die Herkunft Ihrer Produkte über mehrere Stufen möglichst bis zu dem Sie beliefernden Bauernhof zu verfolgen; und vielleicht haben auch Sie in Ihrem Ladengeschäft einen Aushang „Unser Qualitätsfleisch lieferte diese Woche Bauer Mustermann“. Und natürlich schaffen Sie so Provenienzsicherheit und generieren Vertrauen, das umso wichtiger ist, je älter, d. h. konservativer Ihre Stammkundschaft ist. Dem im Laufe der letzten Jahre gestiegenen Anspruchsdenken Ihrer Kundschaft tragen Sie Rechnung, indem Sie die fleischerhandwerkliche Qualität und die typische (Metzger)-Frische hoch halten. Vielleicht haben Sie auch eine „Heiße Theke“ mit Sitzecke für den Kunden oder Gast und Sie offerieren Snacks, sowie Convenience-Produkte als „Menü-to-go“.

Der Wettbewerb durch andere Geschäftsmodelle: Doch all diese Faktoren inklusive (Metzger)-Frische und Regionalität (= regionale oder gar lokale Herkunft), die seit jeher Domänen der Fachfleischerei sind, werden in jüngster Zeit verstärkt auch von Discountern und Supermärkten beansprucht. Zudem hinterfragen Lebensmittel-Discounter offensichtlich ihre „One-Stop Strategy“. Denn bei ihren Neubauten wird nicht nur die Warenpräsentation ansprechender, sondern auch die Gänge werden breiter; – der Kunde  kann dadurch problemlos seine Laufrichtung um 180 Grad ändern und erhält darüber hinaus vielfach pro Aritkel die Wahlmöglichkeit unter mehreren Varianten. No-Name-Aritkel konkurrieren zudem zunehmend mit Marken-Artikeln.

Supermärkte und Discounter ergänzen sich vielfach in ihrem Angebot, liegen oftmals unmittelbar neben einander und erhöhen hiermit ihre Anziehungskraft auf den Verbraucher.  Supermärkte und Discounter locken zudem im Vorkassenbereich u. a. mit Salattheken, Gastronomie, Bäckereien und Konditoreien.

Moderne (Großstadt)-Einkaufscenter versprechen mit der Vielzahl ihrer unterschiedlich strukturierten und bestückten Einzelhandelsgeschäfte verschiedener Branchen nicht nur ein „besonderes Einkaufserlebnis“ sondern unterstützen diese Aussage mit einem variantenreichen Angebot konkurrierender Betriebe in ihrem Food Court.

Mit anderen Worten: die (kulinarischen) Wahlmöglichkeiten des Kunden nehmen zu. Wenn auch Sie den Verdrängungswettwerb deutlich spüren und nach zusätzlichen Profilierungsmöglichkeiten oder Nischen für Ihre Fleischerei/Metzgerei suchen, sollten Sie den Beitrag „Regionale Nähe und ihre Vermittlung“ mit einer Vielzahl weiterführender Links klicken.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel“

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
Zurück zur Startseite

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Comments are closed.