Emotionen, Anreize und Mehrwert-Konzepte

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, wir alle kennen das nicht nur in der Sommerzeit zur Genüge: die stationären Einzelhandelsgeschäfte in den (Innen)-Städten konkurrieren mit Rabatt-Aktionen. Da sich dieses Szenario in schöner Regelmäßigkeit alljährlich um dieselbe Zeit wiederholt, liegt die Vermutung nahe, die betreffenden Betriebsinhaber würden mit diesen Aktionen mehr als nur Aufmerksamkeit generieren.

Emotionen
Und tatsächlich erzielen sie hierbei bei einem Teil Ihrer Kundschaft die so wichtigen Kauf entscheidenden Emotionen: nämlich bei der Zielgruppe des Performers, der von einem hohen Macht- und Statusstreben beherrscht wird. Da es seinem Ego schmeichelt, einen Preis drücken zu können, kommen ihm Rabatt-Aktionen ohnehin entgegen.

Übertragen auf Ihre Fleischerei/Metzgerei stellt sich jedoch heraus: Empirischen Untersuchungen zufolge ist die Teil-Zielgruppe der Performer in einer Fleischerei/Metzgerei nur mit einem geringen Prozentsatz vertreten, der umso mehr gegen die Zahl sechs (6 Prozent) tendiert, je älter die (Stamm)-Kunden in Ihrer Metzgerei sind.

Anreize
Entsprechend sollten Anreize, die zum Kauf in Ihrer Fleischerei/Metzgerei anregen, sich deshalb primär am Wünschespektrum derjenigen Kunden orientieren, die als Genießer, Traditionalisten oder Konservative ohnehin den weit überwiegenden Prozentsatz unter Ihren (Stamm)-Kunden ausmachen.

Durch Aussagen wie „Regional ist die richtige Wahl“ treffen Sie den Nerv derjenigen in dieser Kundengruppe, die sich durch Kauf Ihrer handwerklichen Produkte gern als Lokal-Patriot outen. Selbst ein Tourist empfindet beim Kauf regionaler Produkte ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl.

Mehrwert-Konzepte
Kundenwunsch-orientierte (Marketing)-Konzepte, die als Mehrwert-Konzepte die Wahrnehmung Ihrer Fleischerei als Marke umsatzfördernd stärken, sollten Ihre Verantwortung für die Umwelt („Kurze Wege durch Regional-Einkauf“) und Ihren persönlichen Bezug zur Region („Inhabergeführte Fleischerei in dritter Generation!“)  heraus stellen. Eine transparent gemachte Wertschöpfungskette („Vom Tier auf der Weide über eventuelle eigene Schlachtung, über eigene Zerlegung bis zur eigenen handwerklichen Wurstherstellung mit individueller Würzung“) schafft Kauf-Anreize und unterstützt das so wichtige Vertrauen, das für die Gruppe der Traditionalisten und Harmonizer von so großer Bedeutung ist. Je relevanter Ihr Angebot für die Kundengruppe ist, je besser Sie die emotionale Verfassung des Kunden treffen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit seiner Bevorzugung Ihrer Fleischerei als Anlaufstelle für seinen Einkauf.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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