Qualitätsführerschaft und Emotionale Intelligenz

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

schon immer haben Sie aus Überzeugung die Qualität Ihrer handwerklich hergestellten Erzeugnisse hoch gehalten. Und Sie wissen um die verkaufsfördernde Bedeutung regionaler Herkunft Ihrer (Grund)-Produkte.

Qualitätsführerschaft

Während Supermärkte und Discounter Ihres Ortes oder Stadtteils die Sortiments- und Preisführerschaft für sich beanspruchen, ist die Domäne oder strategische Zielsetzung der handwerklich strukturierten Fleischerei/Metzgerei die Qualitätsführerschaft.

Hierbei kommt Ihnen ein Faktor besonders zugute: Im Unterschied zu beratungSarmen Supermärkten und preisaggressiven Discountern profitieren Sie vom unmittelbaren Kontakt via Bedientheke zum Kunden. Das ist ein unschätzbarer Vorteil, den sicherlich auch Sie persönlich zu nutzen wissen. Denn: So können Sie im persönlichen Gespräch Kundenwünsche aufspüren, gegebenenfalls neue Kundenwünsche wecken und/oder Feed Back zu Ihren Aktionen erhalten.

Auch können Sie so Streckungen Ihrer Bestläufer nach Geschmackrichtungen, Form und Kaliber für einzelne Kundengruppen individualisieren, was zur Kundenbindung beiträgt; denn die betreffende Kundengruppe bzw. der zur Kundengruppe gehörende Kunde fühlt sich jetzt von Ihnen ganz besonders respektiert.

Emotionale Intelligenz

Verstehen Sie es gar, Markttendenzen oder Markttrends eher als Ihre regionale „Konkurrenz auf Augenhöhe“ zu erkennen und mit dem passenden Angebot zu bedienen, könnten Sie als ERSTER die so wichtige verkaufsfördernde Kompetenz aufbauen und hierdurch einen ausbaufähigen Wettbewerbsvorteil erzielen. Je mehr Emotionale Intelligenz Sie besitzen, umso besser könnten Sie Stimmungen, Wünsche oder Erwartungen Ihres Kunden wahrnehmen, verstehen oder gar beeinflussen.

Um letztlich erfolgreich zu sein, gilt es natürlich, Ihre Verlust-Aversion zu überwinden und ganz bewusst einzelne Produkte oder Produktgruppen zu kannibalisieren (von Schumpeter „Schöpferische Zerstörung“ genannt), bevor Sie durch ähnliche Maßnahmen des regionalen Wettbewerbs zu RE-Aktionen veranlasst oder gar gezwungen werden.  Denn über das, was Sie ohne zeitlichen Druck in Eigen-Initiative rechtzeitig veranlassen haben Sie die Kontrolle.

Ihre entsprechenden Aktivitäten schaffen natürlich Aufmerksamkeit, schüren die Mund-zu-Mund-Propaganda  und unterstützen Ihr Alleinstellungsmerkmal (z. B. „Variantenreiche, handwerkliche Wurstherstellung nach tradierten Familienrezepten“ ODER „Wertschöpfungskontrolle vom Tier auf der Weide über Fütterung, Schlachtung und Zerlegung bis hin zum Endprodukt in der Theke“).

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Konzerne verstehen es meisterhaft, Kunden-Interesse oder Neugier zu schüren und wach zu halten, indem sie ankündigen, wo sie mittel- oder gar langfristig stehen wollen. Auch werden Meldungen geschickt lanciert, wann ein vollständig neues Produkt oder ein bedeutende neue Variante zu erwarten ist. Natürlich sind Sie kein Konzern; – aber auch Sie könnten gelegentlich Ihr Profil schärfen und Ihr USP (Unique selling Proposition = einzigartiges Verkaufsversprechen) trendgerecht anpassen, indem Sie z. B. (Mega)- Trends wie „Regionales“ oder „Convenience“ aufgreifen oder verstärkt berücksichtigen – und Ihre Kundschaft hierüber informieren.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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