Emotionen stiftende Produktnamen

Spezielle Attribute machen den Unterschied

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

nicht jede Metzgerei kann eine Generationen übergreifende Firmengeschichte aufweisen/vorweisen und nicht jede Fleischerei ist seit Urzeiten an demselben Standort. Und doch haben auch die jüngeren Fleischereien/Metzgereien eine ganze Fülle an (Marketing)-Möglichkeiten, nicht nur ihre Stammkundschaft zu pflegen oder zu begeistern. Neben Sortiments-Zusammenstellung, -Umfang und -Preis/Leistungsverhältnis, sind es vornehmlich im Bereich der Kommunikation -via Bedientheke, laufende Website-Aktualisierung, Newsletter und Soziale Medien- verkaufsfördernde Produktnamen, die den Unterschied machen. Denn auch bei Ihrem Kunden beginnt die Planung einer Einkaufsreise mit einem Blick ins Internet – entweder am heimischen PC oder auch auf dem Tablet/Smartphone, denn die Internet-Recherche ist zunehmend mobil. Hinzu kommt: „Während man noch vor Jahren zunächst nach einem Anbieter suchte und dann  dort nach dem passenden Produkt, wird seit geraumer Zeit zunächst nach dem gewünschten Produkt und erst dann nach dem Anbieter gesucht.“ (Vgl. Soziale Medien verändern das Konsumentenverhalten!“ – Erfahrungsberichte, Lösungsansätze und Perspektiven auf dem 23. Handelsforum OWL in Bielefeld – Teil zwei“)

Nun gibt es jedoch auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei weitestgehend homogene Gruppen von Käufertypen mit gruppen-individuellen Wünschen und Erwartungen. So lässt sich der Hedonist unter Ihren Kunden durch gelegentliche kulinarische Abwechslung begeistern, während der konservative Kunde auf (regionale) Provenienzsicherheit Wert legt und der kulinarische Genießer Spezialitäten mit hohem Genusswert bevorzugt. (Und natürlich gibt es auch Mischtypen, bei denen sich die Präferenzen überlagern.)

Und diese Käufertypen sind je nach Aussage einer Metzgerei/Fleischerei unterschiedlich stark vertreten. Eins jedoch ist allen Käufertypen gemeinsam: Jede dieser Gruppen lässt sich durch starke Produktnamen sensibilisieren, die auf den jeweils dominierenden (Kauf)-Motivschlüssel zielen.

Natürlich erreichen Sie den o. e. Hedonisten durch ein neues handwerkliches Produkt oder die Streckung eines Bestläufers, zu dem Sie eine „Saison-Varietät“ ankündigen. Und ebenso sicher binden Sie den Traditionalisten unter Ihren Kunden durch Hinweis auf die „Erweiterung unseres Sortiments an regionalen Spezialitäten“. Der kulinarische Genießer letztlich fühlt sich durch die Ankündigung einer „ganz besonderen Spezialität unseres Hauses“ besonders respektiert.

So weit, so gut. Ein kreativer Konkurrent aus Ihrem unmittelbaren Umfeld jedoch könnte nach einem Brain Storming oder aus reinem Zufall diese Motivfelder ebenfalls besetzen. Und die Wahrscheinlichkeit hierfür ist besonders groß bei „regionalen Spezialitäten“, da hier das ganze Jahr über ein großer Nährboden für Veränderungen oder Ergänzungen bereit steht. Es gilt also, Ihre regionalen Wortschöpfungen zu präzisieren oder unverwechselbar zu individualisieren.

Welches also sind die speziellen Attribute, die Ihre Produkte unverwechselbar machen?

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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