Die Bedeutung von Trends

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

natürlich kennen Sie Ihre Stammkundschaft und natürlich kennen Sie auch deren Ernährungs-Vorlieben. Und als regelmäßiger Fleischer/Metzgerblog-Leser wissen Sie auch um die umsatzstarke Bedeutung Ihrer Stammkunden und Intensiv-Verwender. So ist Ihnen bewusst, mit wie wenigen Artikeln Ihres Angebots-Sortiments Sie achtzig Prozent Ihres Umsatzes erzielen (vgl. Beitrag zur „Pareto-Gesetzmäßigkeit) Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Denn auch der konservativste Kunde wünscht gelegentliche Veränderungen oder Ergänzungen. Besonders erfolgreich mit neuen Produkt-Kreationen könnten Sie immer dann sein, wenn Sie als einer der Ersten einen neuen Trend erkennen oder gar generieren und für die Bedienung deses Trends nicht nur das entsprechende Angebot liefern sondern auch die für einen nachhaltigen Erfolg so wichtige (Beratungs)-Kompetenz aufbauen. Denn die widerspruchsfreie Zuständigkeit schafft Ihnen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil in der Wahrnehmung des Verbrauchers.

Selbstverständlich sind Ihnen aktuelle Markttrends bekannt wie Convenience und Regionales (letzterer verbunden mit dem Wunsch nach Provenienzsicherheit, Umweltschonung und größtmöglicher Frische). Und auch Trends wie der Wunsch nach gesunder Ernährung und der Wunsch nach Genuss werden von Ihnen genauso beachtet wie Snacking und der Trend zu Ein- und Zweipersonen-Haushalten und damit verbunden der Kundenwunsch nach entsprechend portionierten Angeboten. Und wahrscheinlich werden auch Sie zumindest darüber nachgedacht haben, ob Sie als Fleischer/Metzgermeister dem Veggie-Trend insofern Beachtung schenken, als Sie das eine oder andere Grundprodukt strecken und in einer Varietät für die Teilzielgruppe Flexitarier unter Ihren Kunden schmackhaft machen. Zwar werden Sie den Puristen unter den Vegetariern wohl kaum erreichen, den Flexitarier jedoch, der schon vorher bei Ihnen seine Fleisch- und Wurstprodukte kaufte, könnten Sie durch diese Erweiterung Ihres Angebots stärker binden.

Möglicherweise bedienen Sie mit Ihrem Angebot und Ihrer Dienstleistung aber bereits schon seit längerem gleich mehrere dieser Trends gleichzeitig und bekommen dadurch Ihr unverwechselbares Profil.

Sicherlich erzeugt der eine oder andere der erwähnten Trends bereits über die Jahre hinweg Nachfrage. Und Trends wie Convenience und Regionales sind hier ausgesprochen stabil. Kundenwünsche jedoch unterliegen einem steten Wandel. Es gilt also auch für Sie, stets Ausschau zu halten, welche (anfänglich nur schwach erkennbare) Tendenz sich zu einem Trend entwickeln könnte oder welche Tendenz sich gar zu einem Megatrend ausweiten könnte, um hier von Anfang an vorn zu sein oder vorn zu bleiben.

Grundsätzlich setzt ein Saisonbeginn, wie er derzeit bevorsteht Emotionen frei. Hierdurch wird Kaufbereitschaft generiert. Saisonbeginn ist Markttreiber. Neue Tendenzen oder Trends werden deutlicher sichtbar. Das heißt: Saisonbeginn ist DIE Gelegenheit, in vorsichtigen Schritten (Trial and Error-Methode) Neues zu wagen.

Erfolgreiche Betriebe verändern sich! Ohne Innovationen gibt es keinen Fortschritt. Von Nichts kommt Nichts! Oder, wie es Albert Einstein auf den Punkt gebracht haben soll: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich [trotzdem] etwas ändert.“

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
zurück zur Startseite

Tags: , , , , , , , , , , , ,

Comments are closed.