Der unterschätzte Aspekt der „Versuch- und Irrtum“-Methode

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

als kreativer Fleischer/Metzgermeister haben auch Sie persönlich vielfach die besten Einfälle während der handwerklichen Produktion. Und Ihre Ideen kreisen hierbei nicht nur um vollständig neue Kreationen sondern konzentrieren sich vielfach auf die näher liegenden Möglichkeiten der Produkt-Dehnung oder –Streckung eines Ihrer (Wurst)-Bestläufer (Vgl. hierzu: Das Sechser-Sortiment). Werden Sie hier fündig, gilt es für Sie, die Besonderheiten der neuen Streckung risiko- und kostenbewusst auf Martktauglichkeit zu prüfen. Hierzu präsentieren Sie die neue Wurst-Kreation -nach Form, Kaliber, Farbe und Namensgebung deutlich wahrnehmbar- neben dem zugehörenden Grundprodukt und seinen bisherigen Varietäten in Ihrer Theke. Und gelegentlich werden Sie auch zufrieden feststellen, welch gute Abverkaufswirkung  Sie mit der neuen Kreation erzielen. In vielen Fällen jedoch treffen Sie nicht sogleich ins Schwarze. Statt dessen ist vielfach eine ganze Reihe von kleinen (d. h. kostenmäßig überschaubaren oder verantwortbaren) (Fehl)-Versuchen nötig, um letztlich doch Erfolg zu haben. Das Problem dabei jedoch ist: Der mögliche (langfristige) Erfolg ist anfänglich nicht einfach zu erkennen. Während sich Fehlversuche schnell und deutlich abzeichnen und entsprechend kurzfristig gestoppt werden können, zeigt sich die Qualität eines letztlich erfolgreichen Versuchs vielfach erst mittel- oder gar langfristig.

Rechnen Sie nach Auswertung Ihrer monatlich aufgestellten BWA schon nach dem ersten Monat nach Theken-Präsenz der Erfolg versprechenden Varietät deren Ergebnis hoch, könnten Sie die mittel- oder gar langfristig erzielbaren Ergebnisse mächtig unterschätzen. Den kurzfristig ermittelbaren (niedrigen) Kosten der Fehl-Versuche steht hier die (anfänglich große) Ungewissheit künftigen Erfolges gegenüber. Jedoch: Schon ein EINZIGER „Treffer ins Schwarze“ könnte eine ganze Reihe von Fehl-Versuchen rechtfertigen. Ihre Geduld ist also auch hier Grundvoraussetzung für den Erfolg.

FAZIT: Der Faktor ZEIT erweist sich hier wieder einmal als einer der großen Stressoren und ist der vielfach unterschätzte Aspekt der Versuch- und Irrtum-Methode.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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