Halbzeit 2015 – Herausforderungen und Optionen

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

nachdem wir im Jahre 2009 hier auf Fleischer/Metzger-Blog erstmals einen Beitrag mit dem Titel „Halbzeit 2009 – ein Moment der Besinnung“ veröffentlicht haben, ist aus der „Halbzeit“-Thematik zwischenzeitlich eine Serie geworden, die sich bei Ihnen steigender Wertschätzung erfreut.

So könnten auch Sie dieses Jahr wieder die anlaufende Sommerferienzeit mit ihrer signifikanten Änderung der Kundenstruktur zum Anlass nehmen, einmal inne zu halten und nach Auswertung signifikanter Kennzahlen Ihrer monatlichen BWAs nach den Ursachen Ihrer betrieblichen Entwicklung zu forschen.

Auch der treueste Ihrer Stammkunden liebt gelegentlich Überraschendes. Warum es sinnvoll ist, die Innovationsquote hoch zu halten, können Sie am besten erkennen, indem Sie überprüfen, wie hoch der Umsatzanteil derjenigen Produkte an Ihrem Gesamt-Umsatz ist, die Sie im Laufe der letzten zwei Jahre kreiert oder gestreckt  haben.

Branchen übergreifend zeitigt der Online-Verkauf vielfach höhere Zuwachsraten als der Verkauf aus dem stationären Ladengeschäft. Auch in der Fleischer/Metzger-Branche steigt die Zahl derjenigen Betriebe, bei denen z. B. der Dauerwaren-Online-Umsatz den entsprechenden Ladengeschäfts-Umsatz z. T. wesentlich übersteigt. Zudem ist Multi-Channeling auf dem Vormarsch.

Das Internet beschleunigt die Vergleichbarkeit von Produkten und Dienstleistungen. Gutes oder gar Hervorragendes spricht sich überregional schnell herum und wird entsprechend verstärkt nachgefragt. So könnten die ausgesprochenen Renner unter Ihren überregional absetzbaren Produkten ihren prozentualen Umsatzanteil am Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vergrößert haben. Vergleichen Sie hierzu einmal die auch Ihnen als Fleischer/Metzgerblog-Leser bekannte 80/20 Pareto-Gesetzmäßigkeit (Sie machen ca. 80 Prozent Umsatz mit ca. 20 Prozent Ihrer Produkte) mit Ihren derzeitigen Verhältnissen. Sie könnten überrascht sein!

Die Essenszeit wird zunehmend mobil. Im Gleichklang zur „mobilen Arbeitswelt“ ist auch die Essenszeit zunehmend mobil. Außer-Haus-Verzehr, kleine Mahlzeiten zu variierenden Zeiten werden nachgefragt. Sollten Sie Ihr Ladenkonzept, neue Foodtrends aufgreifend, entsprechend angepasst haben, könnten neue Imbissbereiche in Ihrem Ladengeschäft Ursache für eine Umsatzsteigerung sein.

Auch die Internet-Recherche wird zunehmend mobil. Reisende, Touristen oder Vertreter könnten umso eher geneigt sein, Ihr Ladengeschäft als Anlaufstelle auszuwählen, je besser Ihre aktualisierte Website auf die Wünsche dieser Teilzielgruppe eingestellt ist. Eine Website mit RESPONSIVE DESIGN, die sich automatisch auf das ansteuernde Endgerät (z. B. Smartphone) einstellt, erhöht die Verweildauer des Users auf Ihrer Site und vergrößert die Wahrscheinlichkeit der Kontaktaufnahme.

Und abschließend könnten Sie auch neue Erkenntnisse gewinnen, wenn Sie sich folgende Fragen beantworten:

  1. Welche Anregungen konnten Sie im Unterschied zum Vorjahreszeitraum aus anderen Branchen übernehmen?
  2. Haben Sie nach der Methode „Versuch und Irrtum“ in risikoarmen kleinen Schritten genügend Versuche gefahren, um dem Zufall eine Chance zu geben?
  3. Was haben Sie bewusst vermieden?
  4. Worauf haben Sie bewusst verzichtet?
  5. Welche Ihrer Produkte haben Sie selber kannibalisiert?
  6. Wozu haben Sie nein gesagt?

Vielleicht könnten Sie dann sogar einen Ausblick auf das zweite Halbjahr 2015 wagen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen  Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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