Das erste Quartal 2015

Kundenwunsch und Wirklichkeit

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

der Mensch mag Dinge, die er kennt. Primär konservativ eingestellte Kunden Ihrer Fleischerei/Metzgerei erwarten deshalb von Ihnen auch über den Jahreswechsel hinaus Kontinuität Ihrer Bemühungen, das in Sie gesetzte Vertrauen mit Angebot und Dienstleistung weiterhin zu erfüllen. Zwar sind saisonale Sortiments-Anpassungen durchaus erwünscht und von Zeit zu Zeit freut sich auch der konservative Kunde über Überraschendes, – die Grundaussage Ihres Ladengeschäfts und Ihrer Fleisch- und Wursttheke sollte aber stets wiedererkennbar sein, sich also auch bei Änderungen „selbstähnlich“ bleiben. Jetzt, Anfang Januar 2015, nachdem die willkommenen, extern geschürten Emotionen des Monats Dezember verflogen sind, gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und sich von einem vielleicht auch bei Ihnen außergewöhnlich guten Dezember-Ergebnis nicht blenden zu lassen. Denn das erste Quartal auch des Jahres 2015 bietet, vom Valentinstag einmal abgesehen, vergleichsweise wenig externe Anregungen, bevor mit Ostern das nächste christliche Fest Konsum steigernde Emotionen freisetzt. In der Zwischenzeit gilt es also für Sie, mit Vorsicht und Umsicht, winterliche Wetter-Kapriolen einplanend, Ihr Angebot attraktiv zu halten.

Und vornehmlich jetzt kommt Ihren Stammkunden und Intensiv-Verwendern aufgrund ihrer Kundentreue große Bedeutung zu. Denn diese sind es, mit denen wahrscheinlich auch Sie gemäß der von Pareto festgestellten Gesetzmäßigkeiten zwischen 70 und 80 Prozent Ihres Umsatzes machen. Der Kunde ist zur Zeit besonders wählerisch und kritisch, da er überall umworben wird. Während auch dieses Jahr wieder der textile Einzelhandel versucht, sich mit Rabattschlachten zu profilieren, könnten Sie im Kundengespräch via Bedientheke Ihre Qualitätsführerschaft  im Vergleich zu Supermärkten und Discountern verdeutlichen. Denn vornehmlich in Zeiten relativ niedriger Kundenfrequenz könnten Sie mehr Beratungszeit pro Kunde investieren, besondere Kundenwünsche erfahren und darüber hinaus neue Kundenwünsche wecken. Und sicherlich könnten Sie Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität nutzen, den einen oder anderen Ihrer Bestläufer zu strecken  und so den Kunden durch eine neue Variante zu erfreuen.

Haben Sie mit Ihrem Betrieb eine einsame Lage, die bei winterlich widrigen Straßenverhältnissen so manch einen Kunden vom Besuch Ihrer Fleischerei abhalten könnte, gilt es, dem Kunden mit einem Lieferservice entgegen zu kommen. Hierbei könnten Sie das Transportrisiko durchaus auf einen Paketdienst verlagern.

Ferner: Geben Sie dem Zufall eine Chance! Bereiten Sie hierzu den Boden, indem Sie – verantwortungs- und kostenbewusst  – immer mal wieder Neues ausprobieren und die Reaktion der Kundschaft ausloten. Je kreativer Sie hierbei sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, auch einmal einen Volltreffer zu landen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen  Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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