Multiplikator-Effekt durch Kooperation und Eigen-Initiative

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

Sie sind handwerklich kreativ, Ihr Betrieb ist kunden-orientiert aufgestellt, Ihr Produktions-Team ist zuverlässig und gewissenhaft – und Ihr Verkaufs-Team ist kompetent und freundlich. Und vielleicht haben auch Sie im Laufe der Zeit Ihr stationäres Fleischer-Fachgeschäft durch Party-Service und Webshop ergänzt. Dann haben auch Sie wahrscheinlich folgende Erfahrungen gemacht.

1)      Die Kommunikationsmöglichkeit per Bedientheke im Fleischer-Fachgeschäft trägt wesentlich zur Kundenbindung des typischen qualitäts- und preisbewussten Endverbrauchers von heute bei.

2)      Der Party-Service-Kunde ist nicht zwangsläufig auch ein guter Kunde im Ladengeschäft.

3)      Der Webshop-Kunde erwartet Übersichtlichkeit, einfache Shop-Bedienbarkeit  und Schnelligkeit in der Auslieferung

Nach Maßgabe dessen, wie gut Sie den Erwartungen dieser drei (Teil)-Zielgruppen mit Ihrem jeweiligen Produkt- und Dienstleistungs-Angebot entsprechen, haben sich diese drei Sektoren bei Ihnen entwickelt. Und so sind vielleicht auch Sie persönlich mit der Gesamt-Entwicklung zur Zeit zufrieden. Jedoch: Irgendwie haben Sie das Gefühl, trotz Marketing-Aktivitäten via laufender Website-Aktualisierung, Nutzung Sozialer Medien und fleischerhandwerklicher Kreativität (vgl. Trial-and-Error-Methode) nicht die Umsatz-Zuwächse erreicht zu haben, die eigentlich möglich sein müssten.

Dann könnte es für Sie angezeigt sein, einmal zu überlegen, durch welche Strategie-Änderung es Ihnen möglich sein könnte, bei Ihren Verkäufen eine Hebel-Wirkung zu erzielen. Und zwar indem der jeweils bediente oder belieferte Kunde seinerseits für Sie „Kundschaft zieht“. Vielleicht haben Sie gar bereits entsprechende Erfahrungen mit Ihrem Party-Service gemacht. So könnte so manch ein zufriedener (Party)-Gast Ihres Auftraggebers zum Neukunden Ihres Fleischer-Fachgeschäftes geworden sein.

Während Sie im Falle des Party-Services jedoch von externen Faktoren wie Kunden-Geburtstag, Jubiläumsfeier, Betriebsfest etc. abhängig sind, die Sie terminlich nicht selber beeinflussen können, gibt es auch Möglichkeiten, durch Eigen-Initiative Multiplikator-Wirkung zu erzielen.

Nachdem Sie sicherlich Ihre Erfahrungen mit der Belieferung Ihrer „Kollegen auf Augenhöhe“ und der Supermärkte der Region längst gemacht haben, sollten Sie an zeitlich befristete Zusammenarbeit mit solchen Gewerbe-Treibenden denken, die zwar ein anderes Geschäftsmodell haben als Sie, aber die gleiche genuss-orientierte Zielgruppe ansteuern. So manch ein Bratwurststand anlässlich eines „Hauses der offenen Tür“ auf externem Freigelände hat schon Neukunden gebracht. Die Initiierung und Gestaltung eines Events mit einem (Sterne)-Koch Ihrer Region, bei dem Sie nicht nur die Produkte liefern, sondern auch die fachgerechte Zerlegung vor Ort zelebrieren, generiert Aufmerksamkeit. Je kommunikativer Sie dabei sind, umso mehr Adressen könnten Sie acquirieren – und anschließend über Newsletter und/oder die Sozialen Medien pflegen. Als Initiator und Mitgestalter eines solchen Abends fühlen Sie sich möglicherweise Ihrer eigentlichen Berufung als handwerklicher Fleischermeister ein wenig entfremdet, – die Aussicht auf außergewöhnlichen Erfolg jedoch könnte Ihre Bedenken schnell zerstreuen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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