Mass Customization: Online-Shopping und der Markt individualisierbarer Produkte

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
wahrscheinlich gehören Sie als Fleischer/Metzgerblog-Leser zu denjenigen unter den Fleischer/Metzgermeistern, die schon seit geraumer Zeit mit eigener Website und einem Online-Shop ihren Kunden Zusatznutzen stiften. Des Weiteren sind Ihnen sicherlich auch die Produktdifferenzierungs-Vorteile bekannt, die eine gewisse Streckung Ihrer Bestläufer zwecks Kundenwunsch-Erfüllung bewirkt – (zum Beispiel Fleischwurst in den Varietäten Fleischwurst (einfach) und Fleischwurst (extra)).

Je besser Sie es bei einer solchen Produktstreckung verstehen, die geschmacklichen Vorlieben Ihrer wichtigsten Kundengruppen zu bedienen, umso erfolgreicher sind Sie. Wahrscheinlich sind Sie dann auch für eine Überlegung aufgeschlossen, die den Kunden seinerseits aktiv in den noch einen Schritt weiter gehenden Individualisierungsprozess einbindet. Und damit betrachten wir die Mass Customization oder den Markt für personalisierbare oder individualisierbare Produkte.

Der betreffende Markt wächst iim deutschsprachigen Raum branchen-übergreifend. So kann ein Kunde bei einer Schweizer Uhren-Manufaktur seine Wunsch-Armbanduhr aus einer Vielzahl von Armbändern und Zifferblättern zusammenstellen. Oder: Die seit längerem auch in der Automobil-Branche beliebten Produkt-Konfiguratoren ermöglichen dem Kunden online die Ansicht und Individualisierung seines Favoriten nach Farbe und Ausstattung. Das Online-Magazin und Shop-Verzeichnis egoo, das sich u. a. intensiv mit der Entwicklung auf dem Markt von Mass Customization befasst, hat gemäß mir vorliegender Newsletter-Info vom 29. Juli 2010 bereits 174 Anbieter personalisierbarer Produkte gelistet. Und die Liste wächst offensichtlich weiter. Gemäß Newsletter-Info vom 28. September 2010 erwartet man dort noch dieses Jahr, die „magische Grenze von mehr als 200 Anbietern für personalisierte Produkte“ zu erreichen. Eine Fleischerei wie die hessische Landfleischerei Neumeier, die in diesem Zusammenhang hier auf Fleischer/Metzger-Blog im Beitrag „Das Markenkonzept: Von der Idee bis zur Umsetzung am Beispiel der Landfleischerei Neumeier“ beispielhaft vorgestellt wurde, liegt somit voll im Trend.

Fazit: Offensichtlich ist es diese moderne Art der Kunden-Einbindung in den Gestaltungs- oder Auswahlprozess, die es entsprechend aufgestellten Unternehmen ermöglicht, durch die Schaffung individuellen Zusatznutzens sich zu profilieren und/oder Mehrumsatz zu generieren, ohne sich im Grundsortiment zu verzetteln. Auf Ihre Fleischerei/Metzgerei übertragen heißt das: Sie offerieren eine Grundauswahl und bieten in einem risikoarmen ersten Schritt dem Kunden bei (zunächst) einem Ihrer Bestläufer online die Möglichkeit, sich die jeweilige Produktsorte durch Zutaten und/oder durch weitere Lebensmittel zu ergänzen bzw. zu individualisieren.

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

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