Sind auch Sie schon jetzt gut aufgestellt für Ihre wichtigste Konsumgruppe der Zukunft: die „jungen Alten“?

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
die große Bedeutung Ihrer Stammkunden insbesondere in Krisenzeiten ist hier auf Fleischer/Metzgerblog im schwierigen Jahr 2009 erörtert worden. Es ist ferner wiederholt auf die demographische Entwicklung in unserem Land hingewiesen worden. Deutschland wird älter. Die „jungen Alten“ (biologisch immer älter und mental immer jünger) könnten – so Sie persönlich dazu bereit sind – zu Ihrer wichtigsten Konsumgruppe der Zukunft werden.

Mit der Alterung Ihrer Kundschaft verschiebt sich aber auch deren Erwartungshaltung.

Während ein jüngerer Mensch als KERN-Nutzen seines Einkaufs in Ihrem Ladengeschäft die große Abwechslung in Ihrem Angebot sieht oder „offen für Neues“ ist, steigt mit zunehmendem Alter der Wunsch des Kunden nach Sicherheit. Ihr betreffender Kunde erwartet verlässliche Qualität und konstant guten, zuverlässigen Service.

Nun hat jeder unter Ihnen als Fleischer/Metzgermeister sicherlich seine eigenen Methoden, seiner Kundschaft Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln. So habe ich jüngst bei der Landfleischerei Rau in 33334 Gütersloh-Isselhorst einen öffentlich im Ladengeschäft ausliegenden Ordner mit der Aufschrift

Rinder-
Herkunftsnachweise

eingesehen.

In dem Ordner findet der Besucher E-Nummern, Rinderpässe und Herkunftsnachweise. Die E-Nummern sind auf mehreren Seiten gelistet; einzelne Produkte aus dem Angebot der Landfleischerei werden den relevanten E-Nummern zugeordnet. Rinderpässe staatlicher Kontrollstellen wie z.B. des „Landeskontrollverbandes Nordrhein-Westfalen e. V. 47749 Krefeld“ werden ergänzt durch „Herkunftsnachweise“ von regionalen EG-Schlachthöfen. Der älteste dort einsehbare Rinderpass stammt aus dem Jahre 1999.
Wie Fleischermeister Uwe Rau hierzu erläutert, sind es primär die Herkunftsnachweise, die dem Endverbraucher den so wichtigen Regionalitätsnachweis erbringen, da die betreffenden Landwirte mit Adresse gelistet sind. „In der Anfangsphase“, so Uwe Rau des weiteren, „haben einige Kunden die Gelegenheit genutzt, einzelne Landwirte persönlich aufzusuchen“. So habe sich das Vertrauen zur Landfleischerei Rau im Laufe der Jahre stetig verfestigt.

Auf den Ordner und seine kontinuierliche Aktualisierung wolle man auf keinen Fall verzichten, da es immer wieder insbesondere auch Neukunden gäbe, die, so Marita Rau, „den Ordner „Rinder-Herkunftsnachweise“ zur Hand nähmen und sogleich Vertrauen zur Landfleischerei aufbauten“. Vielfach seien es auch Männer, die in den Ordner schauten, während ihre Ehefrauen/Lebensgefährtinnen einkauften.

Natürlich bedient man mit Begeisterung auch die Erwartungshaltung der jüngeren Zielgruppen durch Abwechslung im Angebot und Events. Die Konzentration auf die KERN-Wunscherfüllung der älteren Kundschaft erfolgt eher unauffällig, jedoch mit großer Konstanz und Zuverlässigkeit.

Fazit:
Sicherlich gibt es eine Fülle anderer Möglichkeiten, Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Ein Monitor im Ladengeschäft, der einen Blick in Ihre Produktionsräume ermöglicht oder gar die in einigen Fleischerfachgeschäften betriebene „gläserne Produktion“ gehört sicherlich auch dazu. Wie effektvoll jedoch ein im Ladengeschäft ausliegender Ordner sein könnte, ermessen Sie am einfachsten, indem Sie Aufwand und Ertrag miteinander vergleichen. Hierzu stellen Sie den Aufwand, den Ordner kontinuierlich zu aktualisieren, dem Ertrag gegenüber, der Ihnen sodann in Form von Vertrauensvorschuss durch den Kunden entgegengebracht wird.

Wie konsequent man die Schiene „Vertrauen schaffen durch Offenlegung des Regional-Einkaufs“ in der Landfleischerei Rau fährt, beweist auch eine hinter der modernen Ladentheke an der Wand hängende Tafel. Dort steht heute geschrieben: „Unser regionales Qualitätsfleisch stammt diese Woche vom Landwirt Göwert.“

Offenbar bedient man in der Landfleischerei Rau die Schiene „Vertrauen und Sicherheit“ mit großer Überzeugung und trifft damit schon heute die Erwartungshaltung der wichtigsten Konsumgruppe der Zukunft, der Konsumgruppe der „jungen Alten“.

Ich grüße Sie Herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

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