Ferienzeit und Kundenstruktur

Sehr geehrter Herr Metzger/Fleischermeister,

sofern auch Sie Ihre Fleischerei während der (Schul-)Ferienzeit geöffnet halten oder nach relativ kurzen Betriebsferien bereits wieder geöffnet haben, wird Ihnen sicherlich ein Umstand besonders auffallen:

Die Kunden-Frequenz ist rückläufig – es sei denn, Ihre Gegend ist ausgesprochen „touristisch“.

Ferner scheint sich offenbar die Kunden-Struktur zu ändern: Plötzlich werden von Ihnen verstärkt solche Kunden wahr genommen, die bisher kaum auffällig waren.

In Übereinstimmung mit der rückläufigen Kunden-Frequenz geht auch der Umsatz in der (Schul)-Ferienzeit in aller Regel zurück. Diese Tatsache als solche ist nicht groß überraschend; – erstaunlich ist jedoch: Der Umsatz ist vielfach in einem Maße rückläufig, das über die reine Minderung des Kundenaufkommens nicht schlüssig erklärt werden kann.

Es entsteht die Frage: Was passiert hier eigentlich? –

Die Antwort liefert auch hier wieder die Betrachtung der (Haupt-)Zielgruppe Ihrer Fleischerei. Aufgrund der Aussage Ihrer Fleischerei, der Premium-Qualität Ihrer handwerklichen Produkte und der besonderen Service-Leistungen Ihres Betriebes könnte man Ihre Haupt- oder KERN-Zielgruppe als „anspruchsvollen Verbraucher“ bezeichnen. Und insbesondere diese Käufergruppe hat überdurchschnittlich hohe Qualitätserwartungen, für deren Erfüllung sie auch bereit ist, angemessen zu bezahlen. Zeichnet sich darüber hinaus ein Großteil dieser KERN-Zielgruppe durch große Betriebsstätten-Treue aus und/oder kauft er überdurchschnittlich viel und häufig bei Ihnen ein, macht sich das Fehlen eines solchen Stammkunden oder Intensiv-Verwenders in der (Schul)-Ferienzeit besonders deutlich bemerkbar.
Als regelmäßiger Leser hier auf Fleischer/Metzger-Blog wissen Sie:
Sie machen mit den ca. 20 Prozent Intensiv-Verwendern Ihrer Fleischerei ca. 50 Prozent (und mehr) Ihres Umsatzes (Pareto-Gesetz).
Das bedeutet im Extremfall: Schrumpft Ihre Kunden-Frequenz in der Ferienzeit um 20 Prozent, könnte der Umsatz auf die Hälfte zurück gehen. Wenn also insbesondere diese KERN-Zielgruppe in den (Schul-)Ferien verreist, dann sind es vorwiegend die daheim gebliebenen Gelegenheits-Käufer, Schnäppchen-Jäger und regelmäßigen Kunden, die Ihr Ladengeschäft nur zu besonderen Gelegenheiten oder maximal einmal pro Woche aufsuchen; und jetzt optisch die Kundenstruktur dominieren und ganz bestimmte Waren-Gruppen und (Niedrig)-Preise favorisieren.

Wenn somit dieser Beitrag ein wenig dazu beiträgt, die wahrscheinlichen Hintergründe Ihrer derzeitigen Kundenstruktur zu erhellen, werden Sie umso gelassener dem Ende der (Schul)-Ferien entgegen sehen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

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