Vorbereitet sein!

Oktober 20th, 2014

Fleischerei-Präventionen gegenüber außergewöhnlichen Ereignissen

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

auch Sie widmen der Qualität Ihrer eigenen handwerklich hergestellten Produkte große Aufmerksamkeit. Und Sie orientieren sich bezüglich der Zusammensetzung Ihres Sortiments am Wünschespektrum Ihrer Kundschaft. Dem Handwerk sind Sie emotional verbunden, aber auch Kalkulation und Preisfestsetzung der Artikel sind und bleiben Chefsache.

Die Preisfindung für vergleichbare Artikel ist für Sie relativ einfach, da Sie sich hier am Preisspiegel des Marktes orientieren können: D. h. die Preise für vergleichbare Artikel sind sicherlich auch bei Ihnen reine Kosten-Preise mit einem minimalen Aufschlag. Da jedoch bei vergleichbaren Artikeln stets die Gefahr eines ruinösen Preiskampfs droht, haben Sie sich sicherlich längst erfolgreich entschieden, Ihre Produkte durch fleischerhandwerkliche Kreativität unverwechselbar zu machen. Und nicht nur Ihre Stammkunden wissen das zu schätzen. Und plötzlich sind Sie es, der Angebotsmengen und Angebotspreise weitestgehend selber bestimmt, plötzlich sind Sie es, der auch mal eine Kreation durchsetzen kann, die er nach Lust und Laune entwickelt hat, weil Sie nämlich zwischenzeitlich in der Wahrnehmung durch Ihre Kunden hierzu die entscheidende Kompetenz aufgebaut haben: Was von Ihnen kreiert wird, muss einfach gut sein.

Die Folge: Sie fühlen sich gut aufgestellt, Sie sind selbstsicher, und Konkurrenz-Beobachtung wird für Sie zu einer Art Freizeitvergnügen.

Jedoch:

Diese vermeintliche Selbstsicherheit oder gar Sorglosigkeit könnte durch ein unerwartetes Ereignis empfindlich gestört werden. Denken Sie nur daran, wie die Folgen der Ukraine-Krise derzeit den deutschen Lebensmittel-Exporteuren zu schaffen machen. Je unvorbereiteter hier ein entsprechend aufgestellter Betrieb getroffen worden ist, umso schwieriger und langwieriger wird dessen Suchen nach passenden Ersatzmärkten.

So könnte auch Ihr Betrieb durch ein externes Ereignis, einen nicht vorhersehbaren Supergau in seinen Grundfesten erschüttert werden. Zwar haben sicherlich auch Sie bedrohliche Eventualitäten wie eine regionale Schweinepest, weitere behördliche Auflagen, den Bau eines Supermarktes in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft etc. längst durchgespielt und sich gegen Eventualfolgen weitestgehend abgesichert oder Ihre Reaktionen zumindest im eigenen Hause erörtert. Das Denkbare inklusive möglicher Konkurrenz-Aktionen und Konjunktur-Krisen könnte Sie deshalb nicht groß überraschen oder gar schocken.

Warum jedoch sollte nicht auch in Ihrem Falle ein Ereignis auftreten können, das ähnlich einer die Lebensmittel-Exporteure schockenden Ukraine-Krise urplötzlich an die Substanz Ihres Betriebes gehen könnte? – Retrospektiv betrachtet war die Ukraine-Krise nach Meinung vieler Fachleute vorhersehbar, denn nach unserem Verständnis brauchen Ereignisse möglichst mindestens eine konkrete Ursache. Die Frage ist nur, warum man die Wirkzusammenhänge erst retrospektiv erkannte. Das bedeutet im Umkehrschluss: Auch Sie und Ihr Betrieb könnten von einem erschütternden Ereignis überrascht werden, dessen Ursachen möglicherweise bereits sichtbar sind, aber nicht richtig gedeutet oder rechtzeitig erkannt werden. Sie wissen also nicht, was da wann und in welchem Umfang auf Sie zukommen könnte und wie es Sie treffen könnte.

Eine denkbare Prävention gegenüber solchen Unwägbarkeiten besteht im Vorbereitet-Sein. Vorbereitet sein auf unvorhersehbare Eventualitäten durch eine möglichst breite, Risiko streuende Strategie:

Innovationsquote hoch halten, anpassungsfähig bleiben:

Wechselseitige Verknüpfung Ihrer Verkaufskanäle (Multi-Channel-Betrieb)
Fleischlieferanten in verschiedenen Regionen (Regional-Split),
Eventual-Kooperation mit außer-regionalen Kollegen-Betrieben (Entsprechendes Netzwerk pflegen)
Simulierung von Stress-Scenarien (Ausfall einer Schlüsselperson in Ihrem Unternehmen, Lebensmittel-Skandale)

Natürlich muss der Supergau nicht zwangsläufig kommen. Ein gesunder Skeptizismus jedoch könnte hilfreich sein, wachsam zu bleiben und Ihre Innovationsbereitschaft hoch zu halten.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen  Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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SÜFFA 2014: Die Fleischbranche will investieren

Oktober 13th, 2014

 

Fachmesse als Pflichttermin für Branche bestätigt. Aussteller treffen vorwiegend auf Einkauf-Entscheider. Erster “Tag der Metzgerfrauen” ein Erfolg. 

 

SUEFFA_12_4c- Signet 2014Stuttgart, 1. Oktober 2014. Die 21. SÜFFA, die am Dienstag (30. September) erfolgreich zu Ende ging, hat die herausragende Bedeutung als Pflichtveranstaltung für die Fleischbranche bestätigt. “Ich habe an den drei Messetagen viele zufriedene Kollegen getroffen”, so das Fazit von Kurt Matthes, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbands für das Fleischerhandwerk in Baden-Württemberg.

8.000 Fachbesucher, so die Messeleitung in ihrem vorläufigen Schlussbericht, informierten sich in den Messehallen über Schlachttechnik, Produktion, Logistik, Verpackung so wie Ladenverkauf, Feinkost, Fleisch- und Wurstspezialitäten, Handelswaren, Marketing, EDV, Entsorgung, Lebensmittelsicherheit und Hygiene. Gute Resonanz hatte der erstmals ins Leben gerufene “Tag der Metzgerfrauen”. “Die weiblichen Besucher haben die speziellen Aktionen und Programmpunkte sehr gut angenommen”, bilanziert Ulrich Klostermann, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands für das Fleischerhandwerk in Baden-Württemberg.

Die SÜFFA 2014, so die Messeleitung des weiteren, konnte ihr Einzugsgebiet bei Besuchern mit einer Anreise über 100 km Entfernung erweitern (53 Prozent), insbesondere Bayern (21 Prozent, 2012: 16 Prozent) und Hessen mit (sechs Prozent, 2012: vier Prozent) haben zugelegt. Gäste aus 29 Ländern kamen zur SÜFFA (allen voran das deutschsprachige Ausland, aber auch eine 19-köpfige Delegation aus Marokko war gekommen). Ralf Zuckschwert, Regionalverkaufsleiter bei Bedford, freut sich über das Interesse aus dem Ausland: “Wir hatten viele positive Gespräche und konnten neue Kontakte knüpfen, auch nach Österreich und in die Schweiz.”
Von Seiten der Aussteller wurde die gleichbleibend hohe Kontakt-Qualität gelobt: 82 Prozent (2012: 84 Prozent) der Besucher sind in ihrem Unternehmen an Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen beteiligt, 35 Prozent sogar ausschlaggebend. “Wir trafen auf qualifizierte Fachbesucher mit konkreten Fragen nach Angeboten”, sagt Joachim Schulze von der Firma Nieros.
Beachtenswert auch die hohe Investitionsbereitschaft der Besucher, 75 Prozent wollen definitiv oder wahrscheinlich investieren. “Die SÜFFA ist für uns äußerst positiv verlaufen, da wir nicht zuletzt etliche Abschlüsse verzeichnen konnten. Ich gehe stark davon aus, dass auch das Nach-Messegeschäft gut läuft. Die Attraktivität der SÜFFA hat sich noch weiter gesteigert. Wir können auf diese Messe nicht mehr verzichten”, bilanziert Rainer Lutz, Geschäftsführer von Bfm Ladenbau.
Der größte Teil der Besucher (60 Prozent) möchte in Produktionstechnik investieren, 44 Prozent gaben den Bereich Geschäftseinrichtung/-ausstattung an. Andreas Junge, Verkaufsleiter bei Palux, stellte dabei eine zunehmende Investionsbereitschaft in die eigene Gastronomie und entsprechende Gerätschaften fest: “Wir hatten zwei- bis dreihundert konkrete Anfragen pro Tag, haben Konzepte und Einzelgeräte verkauft, aber auch komplette Fachplanungen für das Nachmessegeschäft angebahnt. Für uns war die SÜFFA absolut positiv.”

Bei den Besuchergruppen dominierte erwartungsgemäß mit 75 Prozent das Fleischerhandwerk. Aber auch Caterer und Partyservice (11 Prozent), Zulieferbetriebe für Handwerk und Industrie (7 Prozent), fleischverarbeitende Industrie (7 Prozent) und der Lebensmittel-/Feinkosteinzelhandel (6 Prozent) informierten sich auf der SÜFFA. Das Hauptinteresse der Fachbesucher lag bei Arbeits- und Betriebstechnik (37 Prozent) gefolgt von Lebensmittelsicherheit und Hygiene (30 Prozent), Geschäftseinrichtung und Ausstattung (27 Prozent), Rohstoffe und Halbfabrikate für die Produktion (22 Prozent) sowie Nahrungsmittel und Getränke (20 Prozent). Aufgrund ihrer Zufriedenheit wollen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Besucher die SÜFFA auch 2015 besuchen; 80 Prozent der Befragten wollen die Fachmesse an Kollegen, Vorgesetzte oder Geschäftspartner weiterempfehlen.

Die nächste SÜFFA findet vom 18. bis 20. Oktober 2015 auf dem Stuttgarter Messegelände statt.

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Soweit die der Blog-Moderation vorliegenden Informationen der Messe Stuttgart.
Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen  Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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“Schinkenkönig” und Rössle-Gewinner ermittelt

Oktober 6th, 2014

Preisverleihung bei den SÜFFA-Wettbewerben 2014: Hohes Niveau der Einreichungen. Über die Hälfte aller Proben ist goldwürdig. Leistungsstarker Nachwuchs ausgezeichnet

 

SUEFFA_12_4c- Signet 2014Stuttgart, 30. Sept. 2014. Am Sonntagnachmittag wurden in Stuttgart die ersten Sieger der SÜFFA-Wettbewerbe 2014 bekanntgegeben. Insgesamt 1.219 Proben  waren eingegangen, um dem Urteil einer kritischen Jury unterzogen zu werden – und die hatte nicht weniger als 675 Goldmedaillen ermittelt. „Das Gesamtniveau war hervorragend, die Fehlerquote gering“, freute sich der stellvertretende Landesinnungsmeister und Jury-Vorsitzende Wolfgang Herbst. „Viele neue Produkte von außerordentlicher Qualität zeigen außerdem die hohe Innovationskraft unserer Branche.“

Die fachkundige Bewertung der Wurst- und Schinkenspezialitäten, so die Messeleitung,  erfolgte bereits am 20. September in der Alten Kelter in Fellbach. Im Internationalen Rohwurst-Wettbewerb konnte sich die Metzgerei Singer aus Horb am Neckar mit fünf Goldmedaillen von der Konkurrenz absetzen. Als glückliche Gewinner  in der Sparte Kochpökelwaren gingen jeweils mit 5 Goldmedaillen die Metzgerei Häcker & Messerle aus Geislingen an der Steige, die Metzgerei Singer aus Horb am Neckar und die Landmetzgerei Rupp-Holzwarth aus Sulzbach-Murr hervor. Den ersten Platz im Internationalen Kochwurst-Wettbewerb errang die Metzgerei Schneider aus Freiberg am Neckar mit 8 Goldmedaillen. Den Sieg im Internationalen Rohschinken-Wettbewerb trug mit fünfmal Gold die Metzgerei Fauser & Gölz aus Zell unter Aichelberg davon.

Sieger des 9. Stuttgarter Schinkenwurst-Wettbewerbs um das „Stuttgarter Rössle“, so die Messeleitung des weiteren, wurde die Metzgerei Schneider aus Pliezhausen. Die begehrte Trophäe des Schinkenkönigs nimmt – mit neunmal Gold – die Metzgerei Singer aus Horb am Neckar mit nach Hause. Den ersten Platz im Brühwurst/Pasteten & Rouladen –Wettbewerb belegte die Metzgerei Schneider aus Pliezhausen mit 15 Goldmedaillen.

Die auf der Messe ausgetragenen Wettbewerbe „Fingerfood und Flying Buffet“ und „Nachwuchs-Platten“ sorgten vor dem Hintergrund des viel beklagten Fachkräftemangels erneut für mehr als nur einen Silberstreifen am Horizont: „Viele junge Leute haben ihren freien Sonntag geopfert, um hier auf der SÜFFA unter enormem Zeitdruck etwas zu zaubern“, sagte Wolfgang Herbst vom Landesinnungsverband. „Das ist eine beachtliche Leistung! Gerade beim Nachwuchs waren ganz tolle Ergebnisse dabei.“ Die Bestleistungen im Nachwuchs-Platten-Wettbewerb erbrachten Jessica Fohrer von der Direktvermarktung Schott aus Gebsattel (zweimal Gold, ein Pokal), Svenja Spitzmüller von der Metzgerei Linder aus Glottertal (zweimal Gold, ein Pokal) sowie Marie-Madlen Strauß (dreimal Gold, 1 Pokal) von der Metzgerei Trumpp aus Schillingsfürst. In der Sparte Fingerfood und Flying Buffet gewann souverän Sonja Trumpp ebenfalls von der Metzgerei Trumpp sieben Goldmedaillen und zwei Pokalen.

Den zum zweiten Mal stattfindenden SÜFFA-Wettbewerb um die beste „Schwäbische Maultasche“ konnte am Montag die Metzgerei Winter aus Schorndorf für sich entscheiden.

Bei den Berufsschulwettbewerben gingen insgesamt 38 Teams an den Start. Die Arbeiten waren durchweg alle qualitativ auf sehr hohem Niveau. Die Juroren vergaben 12 mal Gold, 17 mal Silber und 9 mal Bronze. Besonders freuen dürfen sich die Teams Josefa Estner und Franz Oberhauser (Staatliche Berufsschule Bad Tölz), Maria Kuznetsova und Risa Asada (Gertrud-Luckner-Schule GS IV), Mirlinda Muzlijaj und Sascha Schlagpeter (Gertrud-Luckner-Schule GS IV) sowie Emese Pecsi und Sebastian Schulz (Gewerbeschule Villingen-Schwenningen). Sie erreichten als einzige Teams die Höchstpunktzahl von 100 Punkten

Soweit die der Blog-Moderation vorliegenden Daten der Messe Stuttgart

Fazit: Es ist offensichtlich auch das vielfältige Spektrum an qualifizierten Wettbewerben, das die SÜFFA unverwechselbar macht und zu besonderen Leistungen und Innovationen inspiriert.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen  Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Risiko, Präferenzen und Aktionen – Teil zwei von zwei

September 29th, 2014

Oder wie Sie Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität in die richtigen Bahnen lenken

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

der nachfolgende Teil zwei zum obigen Topic schließt sich nahtlos an den ersten Teil an. Es wird Ihnen zum besseren Verständnis empfohlen, vorab den ersten Teil zu lesen.

Konjunkturell gute Zeiten und fleischerhandwerkliche Kreativität

Zufriedenstellende Konjunktur, solide Umsätze und Gewinne über die Jahre könnten träge machen und Ihre Bereitschaft zu Innovationen begrenzen. Das gilt aber auch für Ihren Wettbewerb! Im Grunde genommen gibt es deshalb keinen günstigeren Zeitpunkt und keine bessere Gelegenheit, der Konkurrenz davon zu ziehen als in Zeiten eines auskömmlichen Wirtschaftens Aller. Zudem haben Sie als Avantgardist nicht nur einen zeitlichen Vorsprung in der Wahrnehmung durch den Endverbraucher, sondern Sie erzielen gleichzeitig einen Zugewinn an Kompetenz. Zudem könnten Sie in solchen guten Zeiten wahrscheinlich die betreffende Neuerung ohne finanziellen und zeitlichen Druck entwickeln, vorstellen, und letztlich, Ihr Kunden Feed Back auswertend, bis zur endgültigen Marktreife rezeptorisch verfeinern.

Schlechte Zeiten, Verdrängungswettbewerb und Innovationstempo

Im Umkehrschluss bedeutet das

Konjukturell schlechte Zeiten und/oder zunehmender Verdrängungs-Wettbewerb in der Lebensmittelbranche erhöhen das Innovationstempo. Denn jetzt werden auch diejenigen unter Ihren Konkurrenten angeregt, ihre Verlust-Aversion zu überwinden und Neues zu wagen, weil sie es buchstäblich müssen. Bekannt ist zudem: Je weniger Präferenzen oder Optionen einem Unternehmer bleiben, umso größer wird dessen Risikobereitschaft. Das heißt gleichzeitig: Die Gefahr, durch den Wettbewerb kannibalisiert zu werden, ist in „schlechten Zeiten“ nicht nur besonders groß, sondern würde Sie möglicherweise sodann gar Ihrerseits zu Re-aktionen zwingen, deren Tragweite Sie nur schwer einschätzen können.

 

Fazit:

Aus der Modernen Psychologie  ist bekannt: Je größer Ihr (finanzieller) Einsatz wird, um eine Innovation marktreif zu machen, umso größer wird Ihre Verlust-Aversion – und Sie verzichten möglicherweise auf die Umsetzung einer sinnvollen oder gar notwendigen Idee (Kreation). Es gilt also, frühzeitig zu agieren.  Als Fleischer/Metzgermeister jedoch haben Sie hierbei via Bedientheke den unschätzbaren Vorteil, im direkten Kundengespräch die Vorteilhaftigkeit und Akzeptanz einer neuen Kreation in risikoarmen, kleinen Schritten zu testen. So könnten Sie gegebenenfalls kostengünstig, da rechtzeitig, rezeptorische Korrekturen vornehmen oder gar die ganze Zielsetzung anpassen oder auch neu formulieren.

Zusammenfassung Teil eins und zwei: Es ist also sinnvoller, sich von Zeit zu Zeit – und zwar insbesondere oder gerade auch in konjunkturell guten Zeiten- ganz bewusst selber zu kannibalisieren, bevor es die Konkurrenz tut und man unter Zugzwang gerät.

Denn: Über das, was Sie selber entwickeln, was Sie ohne Zeitdruck testen und letztlich vervollkommen können, haben Sie die Kontrolle.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen  Strategie-Buchs “Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Link zu:

Risiko, Präferenzen und Aktionen – Teil eins von zwei

 

Risikobereitschaft, Präferenzen und Aktionen – Teil eins von zwei

September 22nd, 2014

Oder wie Sie Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität in die richtigen Bahnen lenken

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

wahrscheinlich geht es Ihnen auch so wie  vielen Ihrer Kollegen. Die besten Ideen zu Produkt-Variationen kommen Ihnen während der Arbeit. Sie nutzen Ihre Kreativität zum Produkt-Testen, -Variieren und Wieder-Verwerfen. Bevor Sie eine neue Varietät oder gar eine vollkommen neue Kreation überhaupt anzubieten wagen, muss diese sicherlich Read the rest of this entry »