Infrastruktur, fleischerhandwerkliche Kompetenz und Kommunikation

Juni 24th, 2017

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, jüngsten Branchen-Erhebungen zum Thema „Fachgeschäfte in Deutschland“ zufolge ist die Zahl der Fleischer-Fachgeschäfte auch in 2016 rückläufig; (vgl. hierzu: http://www.fleischwirtschaft.de/wirtschaft/charts/Fleischerhandwerk-Fachgeschaefte-in-Deutschland-34487. Signifikant: Im Unterschied zu den alten Bundesländern übersteigt in den neuen Bundesländern die Anzahl der Fleischerei-Filialen die jeweilige Anzahl der jeweils zugehörenden filialisierenden Fleischereien. So stehen der gleichen Quelle zufolge in Sachsen  636 Betriebe 845 Filialen gegenüber, während in NRW auf 1790 Betriebe 911 Filialen kommen.

Gemäß einer Veröffentlichung von „handelsdaten.de/EHi Retail Institute“ (siehe https://www.handelsdaten.de/branchen/fleischereien) sind die Umsätze der Betriebe inkl. Filialen trotz gesunkener Betriebsstättenzahl leicht gestiegen. Das Streben nach Service- und Qualitätsführerschaft handwerklich strukturierter Metzgereien (im Unterschied zur Zielsetzung der Volumenführerschaft von Supermärkten und der Preisführerschaft der Discounter) trifft offensichtlich auf die Bereitschaft  nicht nur der älter werdenden Wohnbevölkerung Deutschlands, für Beratung (via Bedientheke) und (Fleisch)-Herkunfts-Transparenz einen angemessenen Preis zu zahlen. Transparenz in Verbindung mit fleischerhandwerklicher Kompetenz  und persönlicher Kommunikation ist DER Motiv-Schlüssel vornehmlich für die Zielgruppe 60+, Ihre Metzgerei als Anlaufstelle auszuwählen.

Deshalb sollten Sie durch geeignete Maßnahmen das Ihnen entgegen gebrachte Vertrauen unterstützen oder festigen. Machen Sie hierzu Ihre Wertschöpfungskette  transparent. Haben Sie gar die Möglichkeit, Ihr Fleisch regional oder gar lokal zu beziehen, verlängern sie diese Kette bis zu den jeweiligen Bauernhöfen und dem „Tier auf der Weide“. Neben dem Convenience-Trend in der Zubereitung zu Hause ist der Regio-Trend beim Einkauf derzeit ausgesprochen stabil.

Neue Einkaufs-Center mit Food Courts in Stadtzentren entstehen. Supermarktketten und Discounter vergrößern ihre Verkaufsflächen. Der Konjunkturmotor läuft derzeit rund. Deutschland ist Generationen übergreifend in Konsumlaune. Nutzen Sie diese Gelegenheit, sich auch gegenüber Ihrer regionalen oder örtlichen „Konkurrenz auf Augenhöhe“ abzugrenzen. Machen Sie die unvergleichliche, individuelle Würzung Ihrer Produkte deutlich. Seien sie einfallsreich bei der Namensgebung neuer Kreationen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Sommerferienzeit im Fleischer-Fachgeschäft

Juni 16th, 2017

Kundenwunsch-Wandel infolge Änderung der Kundenstruktur

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

auch in Ihrem Betrieb greift das Pareto-Prinzip, gemäß welchem Sie in Ihrem stationären Geschäft mit ca. 20 Prozent Ihrer Kunden ca. 80 Prozent Ihres Umsatzes machen. Diese Stammkunden oder Intensiv-Verwender halten Ihnen zum Teil seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten die Treue. Es ist der große Teil der Konservativen oder Traditionalisten in dieser Kundengruppe, die regionale oder regionaltypische Spezialitäten bevorzugen. Zudem wissen sie (Produkt)-Provenienzsicherheit und Qualitätskonstanz zu schätzen, freuen sich über gelegentliche Überraschungen und Produkt-Streckungen Ihrer Bestläufer und bringen Ihrem Betrieb Vertrauen entgegen. Das von Ihnen gepflegte Qualitäts-/Preis-Verhältnis wird als angemessen empfunden. Bewusst oder unbewusst haben Sie persönlich Ihr Angebots-Sortiment und Ihre Dienstleistungen im Laufe der Zeit zur Erfüllung der Wünsche primär dieser Gruppe ausgerichtet. Denn die Mitglieder dieser Kundengruppe zeigen übereinstimmende oder zumindest ähnliche Verhaltens- und Konsummuster, auf die Sie sich weitestgehend verlassen können.

Infolge ihrer hohen Besuchsfrequenz prägt die homogene Gruppe der Stammkunden und Intensiv-Verwender die meiste Zeit des Jahres auch die Optik Ihrer Kundenstruktur. Der Gelegenheitskäufer oder Schnäppchen-Jäger, der bevorzugt über den Preis einkauft und somit Ihr Ladengeschäft primär dann aufsucht, wenn es Sonder-Angebote oder Aktionen gibt ist während der allermeisten Zeit des Jahres nicht groß auffällig, da er ex definitione selten einkauft. Seine Präsenz und seine Wahrnehmung ändern sich jedoch schlagartig, wenn während der Sommerferienzeit die Stammkunden und Intensiv-Verwender vermehrt fort bleiben und Sie mit ferienbedingten Sonder-Angeboten Schnäppchenjäger besonders anziehen.

Es gilt somit für Sie, Ihr Angebot rechtzeitig auf den vorüber gehenden Wünschewandel einzurichten.

Diejenigen unter Ihren Stammkunden und Intensiv-Verwendern, die sich während der Sommerferien in ihrer Ferienwohnung, im Wohnmobil oder auf dem Hausboot gern selbst versorgen, werden bereits vor Ferienbeginn verstärkt nach zubereitungs- und verzehrfreundlichen Convenience-Artikeln fragen. Ihr Angebot an Dauerwaren könnte zunehmend geschätzt werden.

Die Gruppe der Gelegenheitskäufer und Schnäppchenjäger ist, da heterogen, bezüglich ihrer kulinarischen Vorlieben und Erwartungen wesentlich schwerer einzuschätzen. Sie kauft primär ‚über den Preis‘ und reagiert sensibel auf Sonder-Angebote. Wenn Sie entsprechend Ihr Sortiment teilweise neu ausrichten, könnten oder sollten Sie Ihre Sonder-Angebote möglichst als „zeitlich begrenzte Aktion“ kennzeichnen, die spätestens mit dem Ferienende abschließt. Denn die aus anderen Bundesländern oder dem Ausland heimkehrenden Stammkunden und Intensiv-Verwender erwarten nach Ihrer Rückkehr zunächst keinerlei Sonder-Aktionen, da sie Ihre handwerklich hergestellten Regional-Produkte als etwas ganz Besonderes wahrnehmen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Vom Freizeitspaß zum Gourmet-Erlebnis

Juni 9th, 2017

SUEFFA_11_1cDie SÜFFA 2017 zeigt Lösungen fürs Grillgeschäft

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
auch dieses Jahr wieder versteht es die Messeleitung der Stuttgarter SÜFFA (21. bis 23. Oktober 2017) weit im zeitlichen Vorfeld, bei Ausstellern wie Fachbesuchern Aufmerksamkeit zu schüren und das Interesse wach zu halten.

Nach bisher kommunizierten thematischen Schwerpunkten Read the rest of this entry »