SÜFFA 2018: Für ein gutes Stück Fleisch zahlt der Kunde gerne

Oktober 19th, 2018

Verbraucher achten zunehmend auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Tierwohl / SÜFFA-Wettbewerbe gelten als Gütesiegel

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

der typische „qualitäts- und preisbewusste Verbraucher von heute“ stellt sicherlich auch in Ihrem Unternehmen die dominante Zielgruppe. Und dieser Kunde ist zunehmend aufgeschlossen für Informationen hinsichtlich der Wertschöpfungskette und -Schwerpunkte Ihres Fleischer-Fachgeschäftes.

Im Rahmen unserer laufenden Berichterstattung zur SÜFFA 2018 erreicht die Fleischer/Metzgerblog-Moderation  eine weitere

 

Medieninformation des Messeveranstalters

 

die wir Ihnen nachstehend gern in wesentlichen Auszügen vorstellen:

 

„„Deutschland, wie es isst“ – unter diesem Titel gibt der aktuelle „Ernährungsreport“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) interessante Einblicke in das Konsumverhalten der Bevölkerung. Darüber kann sich insbesondere das Fleischerhandwerk freuen: Allen vegetarisch-veganen Strömungen zum Trotz kommen bei knapp einem Drittel der Befragten weiterhin täglich Fleisch und Wurst auf den Tisch. In ihrer Kaufentscheidung sind die Kunden durchaus anspruchsvoll.

Höherer Preis wird akzeptiert
Laut der BMEL-Studie spielen bei tierischen Produkten zunehmend Kriterien wie regionale Herkunft und Zuchtbedingungen eine Rolle. Eine große Mehrheit der Befragten wäre bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten würden, als es die Gesetze vorschreiben. Trends, die an der Metzgertheke vor Ort spürbar sind, wie Metzgermeister Günther Egeler von der Ammertäler Metzgerei Egeler in Ammerbuch-Reusten bestätigt: „Es wird heute viel bewusster eingekauft. Unsere Kunden wollen wissen, woher die Tiere stammen oder welches Futter sie bekommen haben. Da wir mit unseren regionalen Lieferanten seit vielen Jahren persönlich zusammenarbeiten, können wir sicher sein, dass kein Genfutter und auch kein Soja aus Südamerika verwendet wurde.“ Dafür greife der Verbraucher gern etwas tiefer in die Tasche.

Neues Werteverständnis und Heimatbegriff
Ähnlich sieht man es auf Erzeugerseite. Seit jeher verstehe man sich als „Pionier hinsichtlich Regionalität, Tierwohl, Freiheit von Gentechnik und Medikamenteneinsatz“, erklärt der Gründer und Vorsitzendende der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall w.V., Rudolf Bühler. „Die Verbraucherschaft verlangt das heutzutage. Diese Trends sind mit einem neuen Werteverständnis verbunden, ausgehend von dem Begriff ‚Heimat‘.“ Die „natürliche und historische Partnerschaft zwischen Bauern und Fachmetzgereien“ sei dabei von Vorteil für beide Seiten, denn „auch die Fachmetzgerei kann nur überleben, wenn sie hochwertiges Fleisch aus bekannter bäuerlicher Herkunft anbietet und nicht anonymen Rohstoff vom Handel oder den großen Fleischkonzernen“.

Metzger mit eigener Herde
Metzger Egeler, der 2017 auf der Stuttgarter SÜFFA von den Fachmedien afz – allgemeine fleischer zeitung und FLEISCHWIRTSCHAFT als „Persönlichkeit des Jahres“ ausgezeichnet wurde, hält am Ort selbst eine kleine Herde von Hinterwälder-Rindern, eines kleinrahmigen Landschlags aus dem Schwarzwald. Neben einem Beitrag zum Erhalt der gefährdeten Nutztierrasse steckt dahinter ein Naturschutzgedanke: „Diese Tiere sind an Hanglagen angepasst; sie schonen die Böden, da sie keine tiefen Tritte hinterlassen, und fressen Gräser, die das normale Fleckvieh nicht anrührt.“ Bei der Verarbeitung liegt Egeler „aus Respekt vor dem Leben“ die vollständige Verwertung der Tiere am Herzen. „Das ist ja auch sinnvoll, wenn schon ein Tier stirbt.“ Besonders wichtig sei auch, „dass die Erzeuger selbst den Transport zur Schlachtung übernehmen. So entsteht für die Tiere weniger Stress, was sich nicht zuletzt in der Fleischqualität niederschlägt.“ Ähnliches gelte für die Arbeit im genossenschaftlich betriebenen Gärtringer Schlachthof, wo hohe Tierwohl- und Hygienestandards herrschten. „Das alles können wir im Ladengeschäft kommunizieren. Bislang hat es sich ausgezahlt, dass wir diesen Weg gegangen sind. Unsere Chance ist Qualität!“

Gütesiegel: SÜFFA-Qualitätswettbewerbe
Ein Marktplatz für Qualität im besten Sinne ist die Fachmesse SÜFFA, Branchentreff für das Fleischerhandwerk und die mittelständische Industrie in Deutschland und im angrenzenden Ausland. Die begehrten Auszeichnungen bei den SÜFFA-Qualitätswettbewerben, die deutschlandweit zu den größten und wichtigsten ihrer Art zählen, gelten als anerkannte Gütesiegel.““

Soweit die Pressemitteilung der SÜFFA Messeleitung

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Bücher für die Fleischer/Metzgerbranche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Infrastruktur im Wandel

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Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

vielleicht sind Sie persönlich bereits eine ganze Reihe von Jahren als verantwortlicher Fleischermeister mit Ihrem Fachbetrieb an demselben Standort positioniert. Und gegebenenfalls führen Sie Ihr Fleischer-Fachgeschäft bereits in zweiter oder dritter Generation. In jedem Fall jedoch profitieren Sie bewusst oder unbewusst von der Infrastruktur Ihres Ortes oder (Groß)-Stadtteils, die umso größere Attraktivität auf die lokale und regionale genuss-affine Kundschaft ausübt, je besser die dort angesiedelten Betriebe einander mit ihrem Angebot ergänzen. So haben Cafés und Fleischer-Fachgeschäfte, Konditoreien und Restaurants/Bistros die gleiche oder zumindest ähnliche Zielgruppe, nämlich den genuss-affinen, qualitäts- und preisbewussten (End)-Verbraucher.

Je enger oder dichter solche einander im Angebot ergänzenden Betriebe liegen und je besser diese in Fußläufigkeit erreichbar sind, umso deutlicher werden sie wahr genommen. Das heißt aber gleichzeitig: Beginnt die Infrastruktur zu erodieren, könnte das über kurz oder lang auch Folgen für Ihr Fleischer-Fachgeschaft haben, da die GESAMT-Attraktiviät Ihres Ortes oder (Groß)-Stadtteils sinkt.

Und jetzt versuchen Sie bitte einmal, sich zu erinnern, wie sich diese Infrastruktur in den letzten Jahren oder Jahrzehnten in Ihrem Ort oder (Groß)-Stadtteil gewandelt hat. Was oder welcher inhaber-geführte Betrieb ist nicht mehr da, welche Betriebs-Kategorie, welches Geschäfts-Modell ist hinzu gekommen? Wie hat sich die Kunden-Struktur und -Frequenz in Ihrem Ladengeschäft in den letzten Jahren verändert?

Jetzt könnte Ihre fleischerhandwerkliche Kreativität herausgefordert sein, um offensiv neue Kundenwünsche zu wecken und natürlich dann auch mit dem entsprechenden Angebot zu bedienen.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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